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Neues Glockenspiel in St. Marien in Betrieb – Großes Interesse bei Festgottesdienst mit Pastoren-Trio

11. März 2018

Waren hat eine neue „Erkennungsmelodie“, wenn man es mal weltlich ausdrücken will. Seit heute 9.43 Uhr  gilt das neue Glockenspiel in der markanten St. Marienkirche offiziell als „in Betrieb genommen.“ Mit 15 Glocken, deren Gewicht von 40 bis 1350 Kilogramm reicht, ist es eines der größten Glockenspiele in Norddeutschland geworden.

Und was Pastor Leif Rother vor mehr als 350 Gästen in der voll besetzten Kirche betonte: Damit endet ein rund 100 Jahre andauerndes Provisorium.

So hatte der damalige Großherzog von Mecklenburg-Schwerin Anfang des 20. Jahrhunderts dafür gesorgt, dass drei Bronzeglocken in das höchste Bauwerk der Müritzstadt kamen. Diese seien aber 1917 schon wieder abgenommen worden. „Eingeschmolzen für Kriegszwecke“, hieß es. Danach war Geld knapp und so konnte sich die Gemeinde über Jahrzehnte nur Stahlglocken leisten, die aber durch ihr Gewicht und ihre Schwingungen auch dem Turmgemäuer stark zusetzten, wie etliche Risse zeigen. Zudem waren die Stahlglocken bald verschlissen, aber an eine Erneuerung war in der DDR nicht zu denken.

„Nach 1990 war aber erst vieles anderes wichtig, vor allem die bauliche Sicherung“, erinnerte sich Rother, der den Festgottesdienst zusammen mit den Pastoren Ingo Zipkat und Marcus Wenzel hielt, die ihm in der Gemeinde folgten. Auch Bürgermeister Norbert Möller war unter den Gästen.

Seit 2014 konnte sich die Kirchengemeinde dem Glockenprojekt widmen und wurde dabei von vielen Spendern unterstützt. Besonderer Dank ging erneut an Gisela Dunker, die sich wieder besonders erfolgreich um die finanzielle Hilfe kümmerte, wie der Vorsitzende des Kirchengemeinderates Ralf Mahlau betonte. Etwa 160 000 Euro wurden gesammelt. Und weil das klappte, konnten nicht nur die drei alten Glocken ersetzt werden. Fünf Glocken bekamen die Warener aus Marl, wo sie abgegeben wurden, zehn Glocken wurden in Karlsruhe neu gegossen. Trotzdem ist die statische Belastung für den Turm jetzt geringer.

Allerdings steckt auch bei solchen Projekten quasi der Teufel im Detail. So bangten Mahlau und die Gemeinde bis zuletzt, ob auch die Extra-Steuerung so funktioniert, dass man die Glockenspiele auch in der Kirche spielen und über die Lautsprecheranlage hören kann. Dazu wurde extra ein Keybord angeschafft, das Kantorin Christiane Dreses spielte. „Es hat funktioniert“, atmete Mahlau beim Festgottesdienst auf.

Nun soll das Glockenspiel dreimal täglich morgens, mittags und abends um 18.00 Uhr erklingen.

 


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