Anzeige
Anzeige

Rechtschreibung – Was kümmert uns das?

31. Oktober 2018

Trenne nie „St“, denn es tut ihm weh. Solche oder andere Regeln der Rechtschreibung dürften vielen WsM-Lesern noch im Kopf sein, wenn man an Rechtschreibunterricht, Grammatik, Diktate und vieles andere aus der Schulzeit zurückdenkt. Im Augenblick wird ja heiß diskutiert, ob Kinder lieber nach der bewährten Fibel – wie früher – richtig schreiben lernen oder weiter auch nach Lautschrift dürfen. Lautschrift heißt, erstmal so schreiben, wie man es hört und denkt, es sei richtig. Die Regeln kommen erst später. Das hat aber eine Studie für „schlecht“ befunden, und viele Eltern halten das schon lange für falsch.
Wenn man diese Regel streng anlegt, müsste es öffentlich in Waren oft heißen: Orthographie vier oder fünf, setzen.

So wird in Strelitzer Straße in Waren eine Kaufhauskette mit einem Spruch, bei dem das Hingucken wehtut. „Alles für die Häl- fte, oder noch weniger“, prangt in großen Lettern. Wenn man das ganz genau liest, entstehen wohl mehr Fragen als Antworten. Vielleicht wollten die Profi-Werbemacher das auch so? Und wie war das nochmal mit dem Trennen? Jede Silbe sollte für sich stehen können. Also: „Hälf-te“,wie die WsM-Leser dank profunder Ausbildung wissen.

Solche „Pe-Er-Profis“ meinen ja oft, wenn man gezielt Fehler einbaut, bleibt man im Gespräch. Dann haben wohl viele Lokale und Läden in der Warener Innenstadt ähnliche Berater – oder wie sagt man heute: „Influencer.“ Denn „Kaffee to go“ ist so komisch deutsch-englisch (denglisch)  wie „Action zum Mitnehmen“.

Ähnlich kurios kommt einem „Bayrische Bretzeln“ vor, denn das dürfte „Brezn“ heißen, wenn man Mundart ernst nimmt und das Internet befragt – wenn  es denn überall „Internet to go“ gäbe.


5 Antworten zu “Rechtschreibung – Was kümmert uns das?”

  1. Anke sagt:

    Lieber WsM, ihr solltet nicht über Rechtschreibfehler schreiben und am Anfang des Textes mit einer veralteten, nicht mehr gültigen Rechtschreibregel starten! st darf getrennt werden.
    Grüße
    Anke Dörner

  2. Ingolf sagt:

    Nun ja, man kann in allen Kommentaren, dir irgend jemand macht, die berühmten Haare in der Suppe finden. So auch bei diesem hier von WsM. Fakt ist doch nun mal, dass es mit Rechtschreibung und Grammatik bei vielen unserer Zeitgenossen nicht weit her ist. Schreiben wie gehört, das haben sich manche über das Schulalter hinaus erhalten. Ich rede leider nicht von Ausnahmen. Man mag ja der Meinung sein, richtiges Schreiben und eine einigermaßen gute Grammatik sind doch eher optional. So vermischt man irgendwelche Brocken aus dem Englischen mit deutschen Begriffen und findet das dann noch (wie sagt man das doch gleich?) cool. Es wäre aus meiner Sicht durchaus wünschenswert, wenn wir uns nicht nur unserer deutschen Sprache in Wort und Schrift wieder bewusster werden.

  3. Elimar sagt:

    Das „e“ habe ICH mittels nassem Lappen entfernt.

  4. Elimar sagt:

    In Bayern gibt es Bretzn. Da tue ich gut, mich anzupassen, wenn ich verreise, sonst werde ich Fremdling noch mit „Grüß Gott“ in den Himmel geschickt oder mit „wohltemperierten Grausamkeit remigriert“ (Höcke-Androhung, aber aus Thüringen).

    Hier im frisch denkenden Norden bin ich froh, wenn „Bretzeln“ dransteht, „bayrische“ von mir aus. Dass Netto Schrippen anbietet, kommt Berlinern sicher entgegen. Mir egal, solange in der beleuchteten Glaskiste keine Strippen liegen und ich Brötchenduft riechen kann.

    Solange nicht bis in den letzten Winkel das Internet befragt werden kann, solange ist eine gewisse Grundbildung noch zu gebrauchen. Ob Worte wie Brezn oder Schrippen dazugehören, können wir diskutieren.

    Die Studie darüber, ob man die Rechtschreibung besser gleich mit dem Schreiben beibringt oder danach, hatte kein eindeutiges Ergebnis. Statt über Regelungen solcher Art zu debattieren, sollte man Kindern von Anfang an beibringen, zwischen Angst, den Mund aufzumachen und Respekt zu unterscheiden. Respekt auch vor Menschen, die sich anders als WSM, verschreiben.

  5. petra sagt:

    hälfte haben die nur so getrennt weil es 3 buchstaben und 3 buchstaben sind,, also die hälfte dementsprechend.. ich denk das war so gemacht von der pe-er. ;)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*