
Im Frühjahr haben Ehrenamtliche gemeinsam mit Mitarbeitern des Nationalparks rufende Rohrdommel-Männchen kartiert, um langfristige Entwicklungen der Bestandszahlen im Müritz-Nationalpark zu dokumentieren. Die Auswertung der Erfassung liegt nun vor und das Ergebnis ist positiv. Grundlage der Auswertung sind die im April durchgeführten Synchron-Zählungen. An zwei Terminen wurden in den frühen Morgenstunden die Balzrufe der Männchen zeitgleich an 36 Gewässern erfasst. Jedes rufende Männchen wird dabei als Hinweis auf ein besetztes Brutrevier gewertet.
Die Daten zeigen für den Zeitraum von 2005 bis 2025 einen insgesamt positiven Trend. Es zeichnet sich eine Stabilisierung und teilweise Ausbreitung der streng geschützten Rohrdommel ab.
Während zu Beginn der Erhebungen durchschnittlich 15 bis 20 Rufer und 6 bis 10 Brutreviere gezählt wurden, liegen die aktuellen Werte bei über 30 Rufern und etwa 20 Brutrevieren.
In diesem Jahr wurden am ersten Zähltermin 31 und am zweiten 34 Rufer festgestellt. Im Vergleich zur letzten Erfassung aus dem Jahr 2022 entspricht dies einem Rückgang von fünf Rufern am ersten Termin und einer Zunahme von mindestens zwei am zweiten Termin.
Auch wenn die Spitzenwerte von 2022 nicht ganz erreicht wurden, zeigt sich Lisa Hartz vom Nationalparkamt zufrieden: „Die diesjährige Zählung hat erfreuliche Ergebnisse geliefert. Sie belegt eine stetige Zunahme der Brutreviere. Der insgesamt stabile und langfristig steigende Bestand der Rohrdommel im Müritz-Nationalpark unterstreicht eindrucksvoll die Bedeutung des Schutzgebietes für den Erhalt dieser seltenen Art.“
Optimale Brutbedingungen im Schutzgebiet
Der wasserreiche Müritz-Nationalpark mit seinen vielen Schilf- und Röhrichtzonen bietet der Rohrdommel optimale Bruthabitate: In diesem Jahr waren an 15 Seen vermutlich mindestens 22 Brutreviere besetzt. Der bisherige Höchstwert liegt bei 27 Revieren im Jahr 2022.
„Ein großer Dank geht an die vielen engagierten Freiwilligen, die auch in diesem Jahr an der Zählung teilgenommen haben“, betont Hartz. „Ohne diese tatkräftige Unterstützung wäre die großräumige Synchronerfassung der Rohrdommel nicht möglich gewesen.“
Die Erfassung findet seit 2005 alle drei Jahre im Müritz-Nationalpark statt. 2025 wurde sie zum elften Mal durchgeführt.
Die Rohrdommel zählt zu den streng geschützten Tierarten. Selbst im Müritz-Nationalpark sieht und hört man sie nur noch selten. In Westdeutschland ist die Rohrdommel weitgehend verschwunden, während im Osten noch einige hundert Brutpaare vorkommen – vor allem in der Mecklenburgischen Seenplatte.
Die Rohrdommel ist vor allem durch den Verlust ihres Lebensraums gefährdet, infolge von Zerstörung von Schilfbeständen, Entwässerung und Austrocknung, sowie durch Freizeitaktivitäten an Gewässern, die die Brut stören.
Während der Balz von März bis Juni stößt das Männchen seinen typischen nebelhornartigen, dumpfen Ruf aus. Dieser charakteristische Laut, der bis zu fünf Kilometer weit zu hören ist, hat der Rohrdommel den Beinamen „Moorochse“ eingebracht.
Foto: Roland Weber











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