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Tauchgondel ja, aber nicht am Hafen?

18. April 2015

Wird am neu ausgebauten Warener Hafen eine Tauchgondel installiert oder nicht? In den zuständigen Ausschüssen der Warener Stadtvertretung fand dieser Plan bislang große Mehrheiten. In wenigen Tagen soll nun die gesamte Stadtvertretung entscheiden.

tauchDie Betreiber der Tauchgondeln in Zinnowitz, Sellin, Grömitz und Zingst möchten die Gondel gerne  an der neuen Nordmole des dann umgebauten Hafens errichten – ohne Zuschüsse der Stadt, aber möglichst mit Fördermitteln.

Der FDP-Politiker Toralf Schnur legt zur nächsten Stadtvertretersitzung einen eigenen Antrag vor, der sich mit der Tauchgondel beschäftigt. Darin heißt es, der Tauchgondel-Beteiligungs AG zwar die Errichtung einer Tauchgondel in Waren generell zu ermöglichen, allerdings nicht am Hafen. „…vor dem Hintergrund der Wahrung der einzigartigen und unbezahlbaren Hafensilhoutte“, soll der Altstadthafen als möglicher Standort ausgenommen und nach einem anderen gesucht werden.

Die Tauchgondel AG betreibt derzeit in Zinnowitz, Zingst, Sellin und Grömitz  Tauchgondeln und glaubt nach Auskunft von Vertriebsleiter Torsten Marx, dass es auch in Waren genügend Interessenten gibt, die gerne einmal ein paar Meter abtauchen möchten.

An den bisherigen Standorten nehmen im Jahr um die 230 000 Menschen in den Gondeln Platz und halten sich dann etwa 40 Minuten unter Wasser auf. Allerdings nicht, wie viele vermuten, auf dem Grund, sondern nur etwa drei Meter tief. Die Passagiere schauen in dieser Zeit nicht nur aus dem Fenster, sondern auch einen 3-D-Film.

Die Tauchgondel hat einen Durchmesser von etwa sieben Metern, sitzt auf einem Mast und fährt dort hoch und runter. Die Investitionskosten beziffert Vertriebschef Marx auf rund 1,3 Millionen Euro.

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5 Antworten zu “Tauchgondel ja, aber nicht am Hafen?”

  1. Peter Sohr sagt:

    Das Thema hatten wir schon mehrfach. Egal wie oft man dieses Thema auch aufwärmt wird, es bleibt ein heikles Thema. Die Begründungen für das heiße Thema sind aus meiner Sicht folgende:

    1. Sollen mal wieder Fördergelder benutzt werden, um private Interessen durchzusetzen. Ohne Geld aus Fördertöpfen traut sich kein privater Unternehmer an ein Projekt, sobald es in irgend einer Weise mit Tourismus zu tun hat. Stellt sich im Verlaufe der Nutzung heraus das der Laden nicht läuft und sich nicht rentiert, muss die Stadt einspringen um den Laden „über Wasser“ zu halten. Läuft der Laden, hat die Stadt nichts aber auch gar nichts davon, weder mittelbar oder unmittelbar.

    2. Verstößt es egal wo es an der Müritz gebaut wird, gegen die Regelung der Bebauung der Uferzone. Frei nach dem Motto: Wenn schon nicht am Ufer gebaut werden darf, dann eben direkt im Wasser. Bedenken von Umweltverträglichkeiten und Sicherheitsrisiken beim Betrieb, der Nichtnutzung außerhalb der Saison als auch direkt bei der Errichtung also dem Bau fanden bisher keine Erwähnung. Muss das Ding bewacht werden? Was ist mit Sturm, eventuellen unvorhersehbaren Bootsunfällen? Welchen Schutz gibt es davor? Was passiert, wenn diese Tauchgondel undicht wird? Mit welchen Umweltschäden ist dann zu rechnen? Diese Fälle sind zwar nicht direkt vorhersehbar, aber auch nicht komplett auszuschließen. Vorhersehbar ist zwar das winterliche Eis, aber was passiert dann mit dem Ding? Wer kommt für eventuelle Schäden auf die durch Nichtnutzung bei nicht gerade seltenen stark böigem Westwind passieren. Dabei denke ich auch an Nutzungsausfall für extra angereiste Truppen?

    3. Egal wo dieses Ding stehen soll, es nimmt den Betrachter die freie Sicht auf die Müritz. Hält man sich vor Augen das die Leute an die Müritz kommen um diese geruhsam vom Ufer aus betrachten zu können und das maritime Flair genießen wollen, dann kann so eine hässliche Halbkugel nebst Karten- und unweigerlich notwendiger Toilettenbude einem schon die erwartete freie Sicht auf die Müritz rauben.

    4. Sollte dieses Ding aufgebaut werden dürfen, ist spätestens nach einigen Jahren ein sogenanntes Gewohnheitsrecht eingetreten und der Betreiber wird darauf pochen, an dieser Stelle sein weiteres Wirken zu erstreiten. Dann könnte aus der Glocke sonst etwas werden.

    5. Würde die Stadt mit seinen Entscheidungsträgern die Errichtung mehrheitlich absegnen wollen, sollte sie alle erdenklichen Fälle in einem Planspiel durchexerzieren um auf angesprochene und bisher nicht planbare Fälle gewappnet zu sein um hinterher zwar schlauer zu sein, dafür aber nichts gewonnen zu haben außer eine neue Erfahrung, wie man es hätte besser nicht machen sollen.

    Ich stimme zumindest gegen so eine Glocke im Bereich zwischen Kietzbrücke und Müritz-Fischer, die unübersehbar Risiken beinhaltet. Möge sie am geplantem „Rundbauersatz“ errichtet werden, dort ist das Wasser tief genug und Niemand wird die Sicht genommen.

    • Klaus S. sagt:

      Guten Morgen Herr Sohr.
      Ich sehe das fast genau so wie du. Mann sollte wie Herr Sohr das beschrieben hat, genau aufpassen mit Fördermitteln e.t.c.. Jeder mittelständische Betrieb muß bei einer Neugründung sehen wo er das Geld herbekommt, bestimmt aber nicht von der Stadt oder dem Land als Fördermittel. Warum sollen andere das Risikon tragen wenn einer was neues bauen will.
      Man ließt ja jeden Tag in den Medien wie Fördergelder verschwendet worden sind. Da ist es dann teilweise der Grund gewesen Arbeitsplätze zu erhalten. Das kann hier aber nicht der Fall sein.
      Für den Urlaub an der Müritz finde ich diese Idee gut, denn die Stadt will immer mehr Betten genehmigen, aber Freizeitmöglichkeiten für die Urlauber kann ich an einer Hand abzählen. Es stehen außer in der Hauptsaison und Veranstaltungen jetzt schon genügend Betten leer. Aber der Ruf der Stadt nach mehr Betten kommt wenn Himmelfahrt-und Müritzsail auf einen Zeitraum fallen.Es ist dann zu lesen“Waren und Umgebung ist komplett ausgebucht“ na logisch bei der Terminplanung. Man sollte hier die Termine nicht auf ein festes Wochenende bestimmen sondern sich den Jahreskalender anpassen. Ich wünsche Herrn Schnur das er auf alle Vorgänge die mit dem Antrag zu tun haben genau aufpasst. In diesem Sinne Gruß Klaus S.

  2. Jana sagt:

    Auch ich denke, unsere Stadt sollte sich über Freizeitangebote außerhalb der Saison Gedanken machen. Solch eine Tauchgondel kann größtenteils nur bei Schönwetter genutzt werden. Und wer die Besucher nach ihrer Meinung fragt, die in einer Tauchgondel z. B. in Zinnowitz waren, wird überrascht sein. Aus dem Fenster gucken geht nicht, weil keine Sicht, u d einen Film erwarteten die Wenigsten. Enttäuschung auf der ganzen Linie. Bitte, liebe Stadtvertreter, verbaut nicht den wunderschönen Blick vom Hafen auf die Müritz!

  3. Charly sagt:

    Erst Tauchgondel installieren, dann feststellen, ob unter Wasser überhaupt was zu sehen ist …… Fische? oder Plastiktüten oder so was!

  4. Mikki sagt:

    Bald findet die Müritz Sail 2015 statt. Sicher kommen dort auch wieder die Taucher. Denen mal eine Kamera mitgeben und dann die Investoren fragen, ob es sich wirklich lohnt im Hafen eine Tauchgondel zu installieren. Und bitte daran erinnern, 3D Filme kann man auch über Wasser ansehen.