
Das Unterrichtsangebot „Lebenspraxis“ kann zwei- bis dreimal pro Schuljahr im Rahmen des regulären Unterrichts, in Form eines Projekts, eines Projekttags, eines Umwelttags oder einer Schulwanderung umgesetzt werden. Es umfasst verschiedene Themenbereiche, die eng mit den Inhalten der Rahmenpläne für die Fächer Sachunterricht, Deutsch, Mathematik und Werken verknüpft sind. Im Themenbereich „Ohne Moos nichts los” lernen die Kinder beispielsweise den richtigen Umgang mit Geld. Im Bereich „Bunt und gesund” dreht sich alles um eine gesunde Ernährung. Die Kinder können eine Ernährungspyramide erstellen oder gemeinsam kochen. Im Themenfeld „Hör zu” sind Projekte zum Umgang mit Gefühlen und Emotionen wie Wut und Trauer sowie Übungen zur Stressbewältigung möglich.
Für weiterführende Schulen hat bereits mit Beginn des zweiten Schulhalbjahres der Modellversuch „Globales Lernen: selbstständig, partizipativ und kooperativ“ begonnen. In Projektwochen, Werkstätten oder auch gemeinsam mit außerschulischen Partnern setzen sich Lehrkräfte mit ihren Schülern fächerverbindend mit konkreten gesellschaftlich relevanten Fragen auseinander. Sie sind im Orientierungsrahmen „Globale Entwicklung“ der Kultusministerkonferenz verankert und können die Themenbereiche Mobilität, Bildung, Good Governance, Klimapolitik, Globalisierung, Entwicklungszusammenarbeit und Friedenssicherung umfassen. Schüler lernen, verschiedene Perspektiven einzunehmen, kritisch zu reflektieren und Stellung zu beziehen.







Ich finde diese Projekte sehr wertvoll, da die Schüler so praxisnah Dinge für ihren Alltag erlernen, was an den kleineren Grundschulen aber oft schon vermittelt und praktiziert wird. Sich so auch wieder mehr mit anderen auszutauschen und mehr Gemeinschaft stattfindet. Was ich aber bei allem sehr wichtig finde ist, dass man den Schülern auch aufzeigt, welche Möglichkeiten sie im Außen haben, wenn es ihnen nicht gut geht, oder es in der Familie bzw. mit Freunden, sowie all diesen Gefühlen nicht funktioniert und sie von den Eltern keine Unterstützung erhalten. Auch das liebevollste Zuhause kann nicht alle Bereiche des Lebens abdecken. Was sollen Kinder tun, wenn ihre Eltern plötzlich erkranken, oder ein Elternteil stirbt, wie geht es weiter? Alle Schüler, vor allem bereits in der Grundschule, benötigen ein festes Netzwerk (Familienangehörige/Nachbarn, Freunde, Ärzte, Sozialtherapeuten, Seelsorger usw.), Vertrauen, Motivation, Mut, Stärke und ein sozial geprägtes, gutes Miteinander.