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Vier Versuche, mit dem „Enkeltrick“ an Geld zu kommen

20. Januar 2017

Gestern haben bislang unbekannte Täter bei vier älteren Personen versucht, durch den sogenannten „Enkeltrick“ das Bargeld der Bürger zu ergaunern. Die Neubrandenburger Sprecherin Diana Mehlberg hat die Fälle zusammengefasst und ist sehr froh, dass es bei Versuchen geblieben ist und die älteren Menschen genau richtig reagiert haben. Und sie gibt auch gleich ein paar Tipps.

Im ersten Fall wurde eine 81-jährige Neubrandenburgerin gegen 12:30 Uhr von einer weiblichen Person angerufen, die sich zunächst mit „Käte“ vorstellte. Während des Gesprächs hatte sie sich dann aber als Schwägerin der 81-Jährigen ausgegeben, die einen anderen Vornamen hat. Die unbekannte Anruferin sagte ohne viele Vorworte, dass sie  40.000 Euro benötigt. Die 81-Jährige antwortete daraufhin, dass sie  so viel Geld gar nicht hat.
Sie könnte maximal 3.000 Euro von der Bank holen, aber dazu müsse sie ihre Tochter mitnehmen. Daraufhin antwortete die Unbekannte, dass das doch nicht nötig sei. Die 81-Jährige ließ sich aber nicht umstimmen und wollte unbedingt zunächst mit ihrer Tochter sprechen. Daraufhin wurde das Telefonat beendet.

Im nächsten Fall hat eine 90-jährige Dame aus dem Umland von Neubrandenburg gegen 14:00 Uhr einen Anruf von einer männlichen Person erhalten. Der Anrufer stellte sich dabei nicht vor. Da die 80-Jährige schlecht hört, sprach sie den Anrufer fragend mit dem Namen ihres Sohnes an. Der Anrufer bestätigte, dass er ihr Sohn sei. Als die Dame nach dem Grund des Anrufes fragte, erzählte der unbekannte Anrufer, dass er auf dem Amt in Neubrandenburg sitzt und dringend Geld braucht.

Dann fragte er die 80-Jährige, wie viel Geld sie zu Hause hat. Die Antwort von 300 Euro war ihm zu wenig, er entgegnete ihr, dass er 15.000 Euro braucht und er ein Taxi zu ihr schicken wird, um das Geld abzuholen. Nun kam der 80-Jährigen das Gespräch merkwürdig vor und sie legte auf. Eine telefonische Nachfrage bei ihrem Sohn hat die Gewissheit gebracht, dass es sich bei dem vorherigen Anrufer um einen Betrüger handelt.

Im dritten Fall wurde eine 91-jährige Neubrandenburgerin von weiblichen Person mit einer ihr unbekannten Nummer angerufen. Auf Nachfrage, wer denn am Telefon sei, wurde die 91-Jährige gebeten, dass sie mal raten soll. Als sie dann den Namen ihrer Nichte nannte, bestätigte die Unbekannte dies. Nach einem kurzen Gespräch fragte die Unbekannte, ob sie die 91-Jährige besuchen könne, da sie zufällig in der Gegend sei.

Weiterhin fragte sie, ob sie alleine sei und ob sie sich 200 Euro leihen könnte, die sie noch am gleichen Abend zurückbekommen würde. Jetzt wurde die 91-Jährige stutzig und erkannte auch, dass es sich nicht um die Stimme ihrer Nichte handelt. Daraufhin brach sie das Telefonat ab.

Im letzten bekannten Fall des 19.01.2017 wurde gegen 16:00 Uhr eine 85-jährige Neustrelitzerin von einer männlichen Person angerufen. Er fragte zu Beginn, ob sie ihn nicht erkennen würde.
Darauf antwortete sie nicht, sondern fragte, nach dem Namen des Anrufers. Daraufhin nannte er den Namen ihres Schwagers und sie kamen beide ins Gespräch. Während dessen fragte er die 85-Jährige, ob sie allein zu Hause wäre, da er in der Nähe ist und sie gerne besuchen würde. Das bejahte die Neustrelitzerin.

Daraufhin erklärte er ihr, dass er bei Gericht in Neubrandenburg ist und eine Strafe von 15.000 Euro zahlen muss, die er ihr am nächsten Tag wieder zurückzahlen könne. Diese Aussage kam der 85-Jährigen sehr komisch vor, so dass sie nach seinem Nachnamen und seiner Anschrift fragte. Nachdem es eine kurze Zeit still am Telefon war, beendete der Unbekannte das Telefonat.

Glücklicherweise blieb es bei den vier genannten Anrufen jeweils bei einem Versuch und es kam zu keinerlei Geldübergaben. In allen Fällen haben sich die Betroffenen sehr gut verhalten. Durch
geschickte Nachfragen und Kontrollen haben sie gemerkt, dass die angegebene Identität der Anrufer nicht der Wahrheit entspricht. Auch die Hinzuziehung der echten Angehörigen hat ihr Gefühl des merkwürdigen Anrufes bestätigt. Die Polizei lobt die Betroffenen für ihr feines Gespür.

In diesem Zusammenhang warnt die Polizei noch einmal eindringlich vor Betrügern, die durch eine angebliche familiäre oder freundschaftliche Beziehung das Vertrauen der meist älteren Bürger
erlangen wollen, um sie dann um ihr Erspartes zu bringen. Die Polizei geht davon aus, dass es zu weiteren Versuchen seitens der Betrüger im Bereich des Landkreises Mecklenburgischen Seenplatte kommen kann.

Um nicht selbst Opfer eines solchen Betruges zu werden, beachten Sie folgende Hinweise der Polizei:

  • machen Sie es wie die Damen in Neubrandenburg, Neustrelitz und Umgebung und legen den Hörer auf, denn der echte Schwager, Neffe oder Enkel kommt garantiert persönlich zu Ihnen, wenn er Hilfe braucht!
  • raten Sie nicht, wer am anderen Ende der Leitung ist und nennen Sie keine Namen von Familienangehörigen – seien Sie misstrauisch, wenn sich Unbekannte am Telefon als Verwandte ausgeben
  • lassen Sie sich eine Telefonnummer und den vollständigen Namen des Anrufers geben
  • rufen Sie im Zweifelsfall zurück
  • geben Sie keine Auskunft zu Ihrem Geldvermögen
  • machen Sie keine Angaben zu Ihrem Konto
  • beraten Sie sich mit Ihrer Familie oder Vertrauten
  • übergeben Sie nie Geld an Unbekannte  informieren Sie die Polizei!

2 Antworten zu “Vier Versuche, mit dem „Enkeltrick“ an Geld zu kommen”

  1. Eva sagt:

    Die Tipps sind sehr gut, aber leider sind die älteren Menschen selten mit dem Internet vertraut. Da müssen schon andere Medien genutzt werden um diesen Personenkreis diese Verhaltensregeln mitzuteilen. Eine Postwurfsendung wäre vielleicht hier angebracht.

  2. k.frind sagt:

    Vielleicht sollte man darüber nachdencken,seine Oma oder Opa ihre Daten aus dem Telefonbuch zu löschen,da diese Daten samt Adresse auch im Internet zu finden sind. Trickbetrüger können so nicht nur an Hand des Namens das Alter der Personen abschätzen u anrufen sondern auch Dank Internet auskuntschaften wo genau diese Senioren wohnen. Also das manch ein Trickbetrüger vor Omas Haus steht und um ein Glas Wasser bittet,um sie dann zu bestehlen,wundert mich nicht. Weil wer im Telefonbuch steht,steht auch mit Adresse im Internet.Man kann praktisch jedes Haus mit Wegbeschreibung per Internet finden. Man mus heut zu Tage nicht mehr im Telefonbuch stehen.Wenn man Verwantw,Freunde,Ärtze seine Telefonnummer persönlich gibt,reicht es doch völlig aus

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