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Waren: Ein Weg – zwei Meinungen

20. Juli 2019

Ein Weg verschwindet. Ein Weg, den vor allem Einheimische gerne genutzt haben. Ein Weg, der vom Kurpark auf dem Nesselberg in Waren hinunter in die Papenbergstraße führte und als Abkürzung in die Stadt oder umgekehrt von Einheimischen für einen Spaziergang in den Park genutzt wurde. Diesen Weg gibt es seit einigen Tagen nicht mehr. Das verärgert zum einen Anwohner, zum anderen freut es aber auch Anwohner. Je nachdem, aus welchem Blickwinkel man es betrachtet. Nachdem bei uns zu diesem Thema verschiedene Mails eingegangen sind, haben wir uns mit der WOGEWA in Verbindung gesetzt, denn das städtische Wohnungsunternehmen ist an diesem Weg gerade am Wirbeln. Geschäftsführer Martin Wiechers und Prokuristin Kristin Görlach standen auch sofort Rede und Antwort.

Der besagte Weg, der hinter den neu gebauten WOGEWA-Häusern hinauf zum Kurzentrum führt, gehört noch dem Kurzentrum, wird aber in Kürze an die WOGEWA verkauft. „Das Kurzentrum braucht den Weg nicht mehr, da es seit dem Bau des neuen, behindertengerechten Weges durch die Stadt eine bessere Alternative gibt“, so WOGEWA-Chef Martin Wiechers. Zwar sei der jetzt verschwundene Weg in den vergangenen Jahren auch von den Gästen des Kurzentrums genutzt worden, aber ein ganz offizieller sei er nie gewesen. „Dem Kurzentrum ist es lieber, wenn die Gäste den neuen, offiziellen und vor allem sicheren und barrierefreien Weg nutzen“, so Kristin Görlach.

Viele Mieter der WOGEWA würden den Wegfall des Weges begrüßen, da nun weniger Spaziergänger direkt an ihren Wohnungen vorbeigehen würden. Andere wiederum bedauern den Wegfall, weil es für sie der kürzere Weg hoch zum Kurpark gewesen sei.

Für die WOGEWA gebe es darüber hinaus weitere Vorteile: Die Mieter wohnen ruhiger, der Hang hinter dem neuen Wohnhaus werde „geschmeidiger“, also nicht mehr so steil wie eine Wand und das wiederum spare bei der Gestaltung der Außenanlagen mindestens 60 000 Euro.

Das angrenzende Wäldchen übrigens soll auf jeden Fall erhalten werden.


14 Antworten zu “Waren: Ein Weg – zwei Meinungen”

  1. Ingo sagt:

    Es ist eigentlich Schade. Dieser Weg prägte das Stadtbild nicht erst seid gestern. Ich bin am Seeufer aufgewachsen. Wir haben als Kinder dort im Wäldchen gespielt und auf dem sind wir im Winter geradelt. Für den Profit der großen Wohnungsgesellschaften müssen solch kleinen reste Natur in unserem tollen Luftkurort auch noch weichen. Und die Erinnerungen. So dass man hier leider nur noch sagen kann. Erholen sich sich gut hier in Waren Müritz wo es viele Wohnhäsuser gibt, zwischen denen es sich lohnt zu spazieren.

    Gruß Ingo aus Waren

  2. WRN sagt:

    ,, Das angrenzende Wäldchen übrigens soll auf jeden Fall erhalten werden.“

    Die paar Bäume können doch auch noch weg. Ist in Waren doch kein Problem🤨. Das Wäldchen war mal viel grösser, aber durch den Klinik Bau wurde es schon sehr zerstört(verkleinert) . Bin am Nesselberg aufgewachsen , war mal eine schöne Gegend , aber wenn man das sieht wie’s da jetzt aussieht . Total zugebaut. Da hat man kein verlangen mehr, da mal wieder zu wohnen.

  3. Netti sagt:

    Ich bin ebenfalls der Meinung . Es ist schade, dass den Einheimischen die Individualität genommen wird, die sie von Kindheit an kannten.
    Somit ist heutzutage wieder mal ein Stück Stadtcharakter verloren gegangen und man muss sich die neuen Wege mit den Touristen teilen. Es ist einfach nur schade.

  4. Meitzner sagt:

    Den Aufwand, so einen Weg zurückzubauen, treibt niemand, ohne dass es sich lohnt. Sonst würde er einfach verwahrlosen. Mal sehen was dort passiert, was für ein Projekt aus dem Hut gezaubert wird, dem unsere Stadtvertreter dann nur noch planmäßig zustimmen brauchen. Bestimmt hat unsere Verwaltung mit der Wogewa GmbH schon eine Idee, einen Investor, eine Baufirma und eine Baumpflegefirma. Aber psssst. immer schön scheibchenweise, wie bisher.

  5. 00schneider sagt:

    Der Weg gehörte dem Kurzentrum. Ist die Stadt nicht daran beteiligt? Eine riesige Sauerei ist das. Zumal wer hat hier eigentlich das Sagen, die Kurgäste oder die Warener? Es ist der kürzeste Weg in die Stadt für die Gäste. Und für uns halt ein Spazierweg. Vielleicht hat die Wogewa ja falsch geplant mit dem Neubau? Nöööö. Die machen immer alles richtig. Deswegen auch Prokurist und GF. Ach ja, und auch das ist eine städtische Gesellschaft. Wasn Zufall. Am besten alle Warener werden umgesiedelt- dahin wo sie nicht stören. Dann könnte es aber mit dem Steueraufkommen knapp werden. Vielleicht sind solche Spirenzien dann nicht mehr möglich. Warener- lässt uns auswandern, die machen eh alle was sie wollen. Wir sind hier nicht mehr gefragt.

  6. Ingolf sagt:

    Der Urzustand von Waren wird sicherlich, wie in anderen Orten, nicht erhalten bleiben. Allerdings habe nicht nur ich den Eindruck, dass unsere schöne Stadt immer mehr nach dem Wunsch geldgebender Lobbyisten gestaltet wird. Die letzten urwüchsigen Ecken werden begradigt, und wehe, wenn auf den neu angelegten Rasenflächen „Unkraut“ wächst.
    Objekte wie “ Mare Müritz“ mögen dem geneigten Besucher von außerhalb eine Augenweide sein. Das, was den Reiz unserer Region ausmacht, wird aber offensichtlich nach und nach den Anforderungen des Tourismus und den Auflagen der EU weichen.
    Man mag über meine Einwände denken, was man will. Trotzdem meine ich, im Namen vieler Waren er zu schreiben.

    • Christine sagt:

      Was ist falsch an Mare Müritz. Sieht schick aus, nicht zu hoch …. besser als zuvor das hässliche Grundstück. Was sollte Ihrer Meinung nach dort hin?

      • Waltraud Meitzner sagt:

        Christine, es ist einfach:
        Wenn die Entscheidung in der Verwaltung nicht von vornherein für den gönnerhaft auftretenden Großinvestor gefällt worden wäre und unsere Stadtvertreter das ausnahmsweise mal nicht kadavergehorsam abgesegnet hätten, sondern wenn sich Bürgermeister & Verwaltung im Bürgerauftag verstehen würden, wenn die Bauamtsleitung nicht immer wieder mit großherzoglichem Selbstverständnis Gemeingut an Grundstücken an dahergelaufene Flitzpiepen verramschen würde, wenn Stadtvertreter Bürgerinteressen über kleinliche Vorteile bestimmter Seilschaften stellen würden, dann wäre dort Platz für:
        – mehrere kleine Objekte statt gefühlt kilometerlanger weißer Einheitsfassaden,
        – dazwischen auch mal nicht bei der 12.18 einquartierte Geschäfte verschiedener Art, wie Paddelbootverleih
        – eine naturnahe, nicht privatisierte Uferzone statt Schwimmsteganlage mit hunderten Motorbootsdümpelplätzen,
        – Grünanlagen mit echten Bäumen anstelle der faktischen Totalabholzung,
        – eine die Sinne ansprechende Wegeführung statt Großparkplatz in der Feißneck-Uferzone
        – in die Bebauung unsichtbar integrierten Fahrzeugabstellplätze.
        Das bleiben Träume in einer Stadt, die von einem sprichwörtlichen Filz regiert wird. Wahlen konnten bisher daran schwer was ändern, weil die sich als haute volaute begreifende Schicht parteiübergreifend verfilzt ist.

  7. Marion Müller sagt:

    Ich finde es schon erstaunlich zu lesen, dass der Weg der Wogewa noch gar nicht gehört und er trotzdem schon seit Wochen aufgerissen und zerstört ist. Wenigstens ist jetzt verständlich wieso diese Aktion bei der damaligen Vorstellung des Bauvorhabens nicht erwähnt wurde.
    Das Wäldchen soll in jedem Fall erhalten bleiben??? Man sehe es sich zur Zeit bitte mal an, Wurzeln raus gerissen die unter dem Weg waren und große Äste abgerissen und abgebrochen.
    Diese Bäume werden es sicher auch nicht überleben.
    Meines Wissens gab es Weg und Wäldchen schon lange vor dem Bau des Kurhotels und natürlich auch vor dem Bau des neuen Wogewa Hauses. Nur ein paar Bewohner dieses Hause könnten sich evtl. freuen weil dann niemand mehr in ihre Fenster sehen kann, aber sie sind doch eingezogen und wussten, dass der Weg da ist.
    Die ganze Angelegenheit ist mehr als traurig und lässt einen als Warener Bürger wütend und hilflos zurück, sehr, sehr schade!

  8. Ingolf sagt:

    Sehr geehrte Christine, natürlich war das alte Sägewerk und das verwahrloste Grundstück rundherum alles andere als schön. Optisch ist es jetzt so, wie man es mag, und das ist auch gut so. Allerdings war meiner Information nach „Mare Müritz“ ursprünglich eine Etage weniger geplant. Na ja, und während der Bauphase sind ja auch u.a. über Nacht einige Bäume mehr gefallen als offiziell geplant waren. Ich sehe meine Äußerungen im Konsens zur Gesamtentwicklung der baulichen Veränderungen in unserer Stadt. Und da kann man schon einen gewissen Trend ablesen, wie ich meine. Alles hat seine zwei Seiten. Fortschritt ist gut, und Tourismus ist nun einmal unser „Haupteinkommen“. Trotzdem sollte diesen Erfordernissen nicht alles geopfert werden.

  9. Vera Luttmann sagt:

    Für mich ist es nicht nachvollziehbar, dass der Weg am Nesselberg für parkende Autos weichen muss?!
    Wir als Mieter des Nesselberges haben jetzt den weiteste Weg in den Park.
    Das jetzt noch kleine Wäldchen ist schon sehr in Mitleidenschaft gezogen.
    Ich als Mieter der Wogewa wurde über den Bau des Wohnhauses im Vorfeld informiert, warum nicht über die Entfernung des Weges?
    Was ist an dem Gerücht, dass für die Baumaßnahme kein Bauantrag vorliegt, oder mit der Baumaßnahme eher begonnen wurde als es vom Bauamt bestätigt wurde?

  10. Mario sagt:

    Es ist schade, dass sich die Wogewa als städtisches Unternehmen einreiht in die Zahl der Umweltsünden der anderen großen Bauprojekte. Und mal ehrlich – die Ausrede mit dem „nicht ins Fenster gucken lassen wollen“ ist ziemlicher Blödsinn. Wenn der Weg ordentlich hergerichtet werden würde, wäre es das viel eher eine Steigerung der Wohnqualität als ohne den Weg. Die Anwohner könnten den Kurpark viel besser nutzen. Vielleicht hat der Geschäftsführer der Wogewa nochmal ein Einsehen. Oder ist dieser Weg seitens der Kurzentrumbetreiber nicht mehr gewollt?

  11. Jens1965 sagt:

    Warum sucht man nicht einen Kompromiss, der beiden Seiten gerecht wird. Den Erhalt des Weges für alle und eine Bepflanzung am Weg, die dafür sorgt das den Mietern des neugebauten Hauses nicht in die Fenster geschaut werden kann. Denn wenn der Weg entfernt wird, werden viele den kurzen Weg durch das Wäldchen wählen um in den Park zu gelangen oder den kürzeren Weg in die Stadt zu nehmen. Der Weg sollte erhalten werden und gut begehbar schmaler ausgebaut werden. Und nicht den Interessen einzelner weniger zum Opfer fallen.

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