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Wem glaubt das Gericht ?

11. November 2015

Am Amtsgericht Waren muss sich morgen erneut ein Mann verantworten, der eine junge Frau als „Scheiß Türkin“ beschimpft und vor ihr ausgespuckt haben soll. Dem 67-Jährigen wird Beleidigung vorgeworfen, erklärte ein Gerichtssprecher.

AmtsgerichtDer Fall soll sich im Juni 2014 in der Neustrelitzer Innenstadt ereignet haben. Die Staatsanwaltschaft hatte einen Strafbefehl über 600 Euro gegen den Mann erlassen, gegen den dieser aber Rechtsmittel eingelegt hatte.
Der Beschuldigte streitet die Vorwürfe bisher vehement ab. Er habe die junge türkische Frau an dem Tag gar nicht gesehen, hatte er bei der ersten Verhandlung vor knapp zwei Monaten erklärt.  Die Frau wolle sich für einen anderen Fall nur an ihm rächen.

Der Fall muss jetzt neu verhandelt werden, da ein anderer Richter beim ersten Anlauf im September noch keine Entscheidung fällen wollte und jetzt in den Ruhestand gegangen ist.

Der Beschuldigte hatte bei der Polizei ausgesagt, er habe einen Bruder, der ihm ähnlich sehe und auch zeitweise in der rechten Szene unterwegs war. Vielleicht habe die junge Frau sie damals ja verwechselt. Nein, sie sei sich ganz sicher, meinte die junge Frau im September als Zeugin.

Diesen Bruder hatte der erste Richter damals auch als Zeugen geladen, aber der Mann kam nicht. Da Aussage gegen Aussage stand, wurde die Verhandlung nochmal vertagt. Nun beim zweiten Anlauf soll der Bruder des Neustrelitzer Beschuldigten doch noch gehört werden. Inzwischen befasst sich ein neuer Richter mit dem Fall, der also komplett von vorn beginnt.


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