Anzeige
Anzeige

Wo ist die historische Kunstsammlung? – Neubrandenburg mit beeindruckendem „Brandzimmer“

5. Dezember 2018

Wie macht man eine zerstörte Stadt und zerstörte Kunst sichtbar? Diesen Versuch hat jetzt die Kunstsammlung Neubrandenburg mit Hilfe des Künstlers Simon Schubert unternommen – und ein erstaunliches Ergebnis vorgelegt. Es heißt „Das Brandzimmer.“
Damit wird an die fast völlige Zerstörung der Neubrandenburger Innenstadt erinnert, die sich vom 28. bis 29. April 1945 ereignete. Ähnliche schlimme Zerstörungen gab es in Städten wie Demmin, Malchin, Pasewalk oder Anklam, wo überall in den Trümmern damals auch viele Menschen noch starben.

Seither gilt auch die alte Neubrandenburger Kunstsammlung, die eigentlich im großherzoglichen Palais auf dem Markt untergebracht war, als verschollen. Doch Neubrandenburg schuf sich 2006 eine Tiefgarage auf dem Markt, so dass es archäologische Grabungen gab. Und dort gab es Funde, die die Historiker verblüfften.

Teile von mehr als rund 100 Vasen und Skulpturen aus Meissner Porzellan, Terrakotta-Figuren und Bronzearbeiten wurden gefunden. Die Fundstücke befanden sich vermutlich in Vitrinen im herzoglichen Palais, dass einstürzte und samt Inhalt in den Keller stürzten. Dort blieben sie, der Platz war zu DDR-Zeiten überpflastert.

Trotz der Zerstörungen konnten einige der Porzellankunstwerke des Meissners Christian Gottfried Jüchtzer (1752-1812) schon restauriert werden und sind sie jetzt im „Brandzimmer“ zu sehen. Dies ist ein eigener Raum, den Schubert aus geschwärztem Papier gestaltet hat, das täuschend echt, Möbel und sogar das „brennende Palais“ darstellt.

Dieses Kunstkabinett soll in der Wollweberstraße dauerhaft an Neubrandenburgs letzte Brandkatastrophe erinnern. Deshalb sind auch viele Scherben sowie Reste von Skulpturen und Bronzen zu sehen. „Viele Figuren haben Brandspuren und das ist unsere Geschichte“, sagte eine Kunsthistorikerin. Doch die Hoffnung, dass noch weitere Stücke der verschollenen Sammlung wieder auftauchen, die zu den wertvollen ihrer Zeit gehörte, geben die Neubrandenburger nicht auf. Eine Zeitzeugin will sich erinnert haben, dass große Teile der Sammlung vor dem Einmarsch der Roten Armee weggebracht wurden. Dieses Verschwinden gilt als eines der letzten Kunst-Rätsel aus jener Kriegszeit.

Kunstsammlung: https://www.kunstsammlung-neubrandenburg.de/veranstaltung/

Öffnungszeiten:
Mittwoch 10:00 bis 17:00 Uhr
Donnerstag 10:00 bis 19:00 Uhr
Freitag 10:00 bis 17:00 Uhr
Samstag 11:00 bis 17:00 Uhr
Sonntag 11:00 bis 17:00 Uhr


Anzeige

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*