

Und das war passiert:

Nicht so der Landwirtschaftsminister, der in einer Pressemitteilung erklärte, dass Untersuchungen ergeben hätten, dass der Mann von einem Wolf-Hund-Hybriden gebissen worden sei. DNA-Proben – zwei Rissabstriche, Speichel an Stoff des Pullovers, Haare an Pullover – hätten einen Hund als Angreifer identifiziert. Außerdem habe man Kotproben vor Ort genommen. „Die untersuchten Kotproben waren an dem Ort der Attacke genommen worden. Das heutige Untersuchungsergebnis bestätigt unsere Aussage: Auf Basis aller vorliegenden Daten ergibt sich kein Hinweis auf die Beteiligung eines Wolfes oder Wolf-Hund-Hybriden. In unserem postfaktischen Zeitalter vermag diese wissenschaftlich fundierte Aussage die Gerüchteküche vielleicht nicht zu schließen. Für mich ist die Sache damit jedoch erledigt. Nicht erledigt sind jedoch verleumderische Aussagen, die im Zusammenhang mit dem Vorfall über meine Person getätigt wurden. Diese werden wir zur Anzeige bringen“, so Minister Backhaus erbost.
Doch wer hat die Proben überhaupt entnommen und vor allem, lief alles fachgerecht und vorschriftsmäßig ab? Das ist nach Ansicht von Thomas Diener nämlich überaus wichtig.
Kot-Spuren als Beweis?

„Nach dem Angriff sind von der Firma Umweltplanung Schuchardt in der Nähe des vermeintlichen Wolfsbisses Kotproben genommen worden. Diese Strecke ist eine beliebte Gelegenheit für viele Dorfbewohner, mit ihren Hunden regelmäßig Gassi zu gehen; Kotproben von Hunden in diesem Bereich und allen anderen Feldwegen bis zum Dorf sind keine Seltenheit“, so Thomas Diener. Auch beim betroffenen Jäger seien erst Tage später Proben von seinen Kleidungsstücken genommen worden. „Wenn da keine Hundehaare gefunden worden wäre, hätte es mich gewundert, da er selbst zwei Jagdhunde besitzt“, zweifelt der CDU-Politiker die Untersuchung an.
Als was hat Backhaus Anzeige erstattet?
In Dieners Anfrage heißt es weiter: „Bei den endgültigen Proben-Ergebnissen zur Kern-DNA, die für eine Individualisierung nötig wären, war bei sämtlichen 4 Proben entweder die Probenqualität nicht ausreichend oder eine Artbestimmung nicht möglich. Bei der ‚gröberen‘ Vorbestimmung über die mtDNA wurden insgesamt drei Haplotypen gefunden: H11, H19 und Be3. Bei der späteren Kontrolluntersuchung der beiden eigenen Hunde wurden ebenfalls die Haplotypen H11 und H19 gefunden. Wie ist hier der inhaltliche Zusammenhang mit dem vermeintlichen Wolfsbiss herzustellen?“
Nachfragen von Diener im zuständigen Ordnungsamt der Stadt Röbel hätten zudem ergeben, dass in diesem Bereich keine freilaufenden oder „wolfsähnliche“ angemeldete Hunde bekannt seien
Bei allen Ungereimtheiten, die Minister Backhaus mit Anzeigen gegen Skeptiker beantwortet, möchte Thomas Diener in seiner Anfrage zudem wissen: Wogegen richtet sich diese Anzeige? In welcher Funktion ist diese Anzeige erstattet worden (Minister, Abgeordneter, Privatperson) und wer trägt die Aufwendungen und Kosten?“
Der Politiker abschließend gegenüber „Wir sind Müritzer“: „Man hat den Eindruck dass hier nicht alles so gelaufen ist, wie es sollte, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.“
Foto unten: Thomas Diener mit der CDU-Landtagsabgeordneten Ann Christin von Allwörden








Wenn man im Fernsehen sieht, wie akribisch bei Kriminalfällen ermittelt wird, mit diesen weißen Schutzanzügen, um Verschmutzungen des Beweismaterials zu verhindern, da erscheint die Beweissicherung in diesem Falle wie eine Farce. Der Herr Minister erinnert mich in dieser Situation an solche Menschen, die in einem Konflikt mit der Faust drohen, wenn man noch ein Wort sagt. Entweder Klappe halten, oder es gibt was… Unter anderem stellt sich mir die Frage, ob wir jemanden, der so reagiert, als Minister überhaupt brauchen. Er selber ist ja auch nicht gebissen worden. Bei solcher Verletzung hätte er wohl ganz schön gezuckt – oder eben dem angreifenden Tier mit sofortiger Anzeige gedroht. Dann wäre er stracks in besagtes Labor gelaufen und die hätten in nunmehr vollständiger Verwirrung festgestellt, dass er sich wohl selber gebissen hat. Es kann dann höchstens noch der Yeti oder ein Vertreter der Präastronautik für die Bissattacke verantwortlich sein. Denn Wölfe, ja die beißen doch nicht. Ironieende.
Ja unser Till ist nun schon soooooooo lange Minister,da ist das Nervenkostuem manchmal ein bisschen dünn,was soll’s,mit dem Wolf ist nicht zu spaßen,wenn im besagten Wald was eindeutig Wolfsgebiet ist,etwas passiert ist sollte man das auch denjenigen glauben und nicht Drohungen aussprechen. Nur mal so nebenbei gesagt,es gibt Probleme in der Kyritzer Heide und auch den Belower Wald mit Hybridwoelfen,das aber schon viele Jahre.Es darf nicht soviel darüber geredet werden,damit die Bevölkerung nicht beunruhigt wird.So,wenn das veröffentlicht wird werde ich wohl auch verklagt,werde es überleben.Der Wolf ist jetzt hier angekommen,habe es einmal erlebt ihn in freier Natur zu sehen,Ruppiner Heide,schön und ein bisschen schaurig zugleich.mit freundlichen Grüßen
Die Äußerung des Ministers zeigt, das er die Sorgen der/des Bürger/s nicht Ernst nimmt.
in Niedersachsen wurden mutmaßliche Angriffe auf Menschen auf dieselbe Art und Weise behandelt.
wenn hier das Wolfsbüro(!) mit DNA-Aufnahmen, Spurensicherung und Tathergangsermittlung zuständig ist – anstatt Polizei und Staatsanwaltschaft – ist äußerst naheliegend, welches Ergebnis im Sinne der Wölfe und deren Nutznießern, das Wolfsbüro, herauskommen muss.