
Während der Zahn-OPs überwachten Tierärzte vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin (IZW) die Narkose der Bären. Sie untersuchten den Gesundheitszustand, nahmen Blut ab und fertigten Ultraschall- und Röntgenbilder an. Bei Bärin Hanna führten sie eine Zahnsteinbehandlung durch.
Zum ersten Mal wurde an Bären im zudem eine Stammzellentherapie durchgeführt. Dafür wurde Hanna und Balou Fettgewebe entnommen. Die darin enthaltenen sogenannten regenerativen Zellen wurden aufbereitet und ihnen in die Gelenke injiziert – eine Therapie zur Behandlung von Arthrose. Die Stammzellentherapie ist eine großzügige Spende der InGeneron GmbH aus München, Spezialist auf dem Gebiet der Stammzellenforschung. Für sie war es die erste Behandlung von Bären.
Angefutterter Winterspeck erleichtert die Arbeit
„Wir sind froh, dass wir noch kurz vor der Winterruhe diese massiven Zahnprobleme beseitigen konnten. So können die Bären die Winterruhe gut überstehen“, sagte Dr. Zahnarzt Dr. Marc Loose.

Alle fünf Bären sind nach Auskunft von Bärenexperte Carsten Hertwig gut aus der Narkose erwacht und zurück in ihren Gehegen. „Meinen herzlichen Dank an die Ärzte, die unsere Bären so professionell und liebevoll behandelt haben – jetzt können die fünf tierischen Patienten endlich wieder kraftvoll zubeißen und sich einen dicken Winterspeck anfuttern.“
Der Hamburger Zahnarzt Dr. Marc Loose ist einer der wenigen Spezialisten auf dem Gebiet der Wildtierzahnmedizin. Für VIER PFOTEN engagiert er sich seit 2006 ehrenamtlich und saniert die von Karies befallenen Gebisse der geretteten Tiere. Seine mobile Praxis enthält speziell für die Tiere angefertigte Feilen, Bohrer, diverse chirurgische Instrumente und ein mobiles Röntgengerät. Die Bären im Bärenwald behandelt er ehrenamtlich.
Fotos: BÄRENWALD Müritz, Gisela Hentschel und Thomas Oppermann













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