Sie ist wohl die bekannteste Einwohnerin der Gemeinde Torgelow am See, doch ihren Nachnamen kennen die wenigsten. „Wir gehen mal fix zu Bärbel“ ist ein Satz, den man in dem idyllisch gelegenen Ort fast täglich hört. Gemeint ist Bärbel Gerhardt, 68 Jahre alt und noch voll im Berufsleben. Bärbel betreibt den Landmarkt in Torgelow am See – einer der wenigen seiner Art, die in Mecklenburg-Vorpommern überlebt haben. Ihre Kunden: Einwohner der Gemeinde, aber zumeist Schüler des Privaten Internatsgymnasiums. Für viele der rund 250 Mädchen und Jungen gehört der Gang zu Bärbel oder zum „Landi“ zur täglichen Routine. Bei Bärbel gibt’s nämlich nicht nur das weltbeste „Landi-Toast“, sondern für die Schüler auch immer liebe Worte.

Vor 30 Jahren eröffnete dann das Private Internatsgymnasium – ein Glücksfall für die heute 68-Jährige. Denn schnell entdeckten die Schüler, die eigentlich rundum versorgt werden im Internat, ihren „Landi“. Das urige Haus, das nach wie vor in jedem Winkel an die DDR erinnert, zieht einfach an. Und die niedrigen Preise, die Bärbel bis heute hält. Egal ob Süssigkeiten, Softgetränke oder eben das „Landi-Toast“ – die Schüler sind sehr dankbare Kunden. Sie kaufen nicht nur bei Bärbel, sie halten sich bei ihr auch auf, erzählen ein bisschen, nehmen einfach eine Auszeit vom Internatsgymnasium. Vor allem so um 13 Uhr heißt es dann manchmal auch Schlange-Stehen vor dem Markt. Ganz so wie früher zu Konsum-Zeiten.

Wer mal etwas Abwechslung haben möchte, wählt Pizza, die Bärbel auch in die Mikrowelle schiebt, oder Wiener Würstchen – ebenfalls für 70 Cent. Manchmal reichen auch ein paar Haribo-Süssigkeiten. Die kennen auch die einheimische Kinder sehr gut, denn sie dürfen sich jeden Tag zwei Teile gratis abholen. Sogar Toast nur mit Ketchup gibt’s für die Torgelower Mädchen und Jungen umsonst. Das ist typisch Bärbel, eine Frau mit großem Herz. Dabei wirft der „Landmarkt“ absolut kein Vermögen ab. „Ich werde nicht reich damit, aber ich bin zufrieden“ so die 68-Jährige, Mutter von zwei Mädchen, Oma von fünf Enkelkindern und auch schon einmal Uroma.

Das liegt sicher nicht nur am berühmten Toast, sondern auch an ihrer mütterlichen Art. Sie kennt die meisten Schüler, weiß, wie sie ihren Snack mögen und hat für alle ein freundliches Wort. Hin und wieder musste sie auch schon mal bei heftigem Liebeskummer trösten oder Ratschläge geben, wenn die Zensuren gerade mal nicht so gut ausgefallen sind oder eine schwierige Klassenarbeit ansteht. „Tante Bärbel“ hat ein offenes Ohr, „Tante Bärbel“ hört zu, „Tante Bärbel“ ist einfach immer da. Und sie muss sich auch keine Sorgen machen, dass die Kids und Teens über die Stränge schlagen – ein Wort von ihr reicht, und im Laden ist wieder Ordnung.
Die Öffnungszeiten von „Bärbels Landmarkt“ sind übrigens ganz auf das Private Internatsgymnasium zugeschnitten. Bärbel Gerhardt weiß, wann die Schüler Pause oder Schulschluss haben, sie kennt die Ferienzeiten oder auch lange Wochenenden, sie schickt die Kinder los, wenn die verpflichtende Studierzeit beginnt, damit sie nicht zu spät kommen.

Ein Glück, denn so können die Torgelower und Schüler des Internatsgymnasiums noch ganze viele „Landi-Toasts“ bei ihrer „Tante Bärbel“ essen oder einfach nur ein bisschen in einem der nur noch wenigen Landmärkte abhängen.











Eine schöne Geschichte ! Wir hatten damals Rosi, direkt auf dem Hochschulgelände. Bärbel und Rosi gehören zu den Frauen, an die sich alle gern erinnern.
Toll, dass es solche Läden und liebe, fleissige Leute noch gibt. Halte durch Bärbel!!!!!
Wir wünschen ein frohes Weihnachtsfest
Die Rentner von der Backofenstrasse
Ja das ist auch so sie macht was sie kann meine Kinder sind auch gerne hin gegangen. Weiter so und noch viele schöne Jahre
Auch wenn ich nicht im Torgelower Internat oder überhaupt mal vor Ort gewesen bin, hat mich dieser wunderbare Artikel dazu animiert, dort mal vorbeizuschauen. Als Warener habe ich es nicht weit. Vielen Dank an Bärbel für dieses tolle Engagement. Sowas brauchen wir heute mehr denn je.
Hallo Bärbel
Es ist schon lange her das ich in jungen Jahren in
dem KONSUM gewesen bin . Als die Dorfbewohner ganz normal dort eingekauft haben und davor ihr Feierabendbierchen getrunken haben. Ein schöner Artikel.
Eine schöne AAdventszeit
Grüße aus Röbel
Frau Gehardt hat den besten Pfeffi – gönn ich mir immer nach der Schicht. Der Toast ist auch nicht von schlechten Eltern