Auch in diesem Jahr in der Woche rund um den 5. Mai rückt das MediClin Müritz-Klinikum ein Thema in den Mittelpunkt, das im Klinikalltag wie auch im privaten Leben eine zentrale Rolle spielt: Händehygiene. Der internationale Aktionstag erinnert daran, wie wirkungsvoll gründliches Händewaschen und Händedesinfizieren Infektionen verhindern können – und wie wichtig es ist, dieses Wissen im Alltag konsequent anzuwenden.
Warum findet der Tag am 05.05. statt? Das Datum ist bewusst gewählt: Die beiden Fünfen stehen symbolisch für die fünf Finger jeder Hand – und damit für die zentrale Botschaft des Aktionstages. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) möchte damit verdeutlichen, wie einfach und gleichzeitig entscheidend gute Händehygiene ist. Der Tag soll weltweit daran erinnern, dass saubere Hände Leben retten können – besonders im Gesundheitswesen.
„Händehygiene ist eine der einfachsten und gleichzeitig effektivsten Maßnahmen, um Infektionen zu vermeiden – sowohl für unsere Patienten als auch für unser Personal“, betonen Antje Zädow und Susanne Minke, Hygienefachkräfte des Müritz-Klinikums. Sie ergänzen: „Wir erleben jeden Tag, wie entscheidend saubere Hände für die Sicherheit im Krankenhaus sind. Der Tag der Händehygiene ist eine gute Gelegenheit, dieses Bewusstsein weiter zu stärken.“
I
m Warener Krankenhaus wurde von den Hygienefachkräften anlässlich des Aktionstages für die Mitarbeiter ein „Room of Horror“ vorbereitet – ein Patientenzimmer, das bewusst voller Fehler steckt, um typische Hygienemängel sichtbar zu machen. Die Szene stellt eine MRSA‑positive Patientin dar, doch im Raum finden sich zahlreiche Situationen, wie sie nicht sein dürfen: Der Isoständer vor der Tür ist unbestückt, ein Isolationsschild fehlt komplett, die Bettdecke liegt auf dem Boden, ein benutzter Schieber steht auf dem Nachtschrank. Die Infusion ist falsch mit Kochsalz bestückt, der Verband ist durchgeblutet, das Bett unnötig hochgestellt. Selbst der Rollstuhl ist alt, zerkratzt und mit beschädigter Oberfläche, und aus dem Wäschesammler hängt schmutzige Wäsche heraus. Im Rahmen der QM‑Sitzung der Hygienebeauftragten der Station wurde der „Room of Horror“ gemeinsam begangen – und sorgte für überraschte Gesichter. Statt einer klassischen, eher trockenen Hygieneschulung erwartete die Mitarbeiter ein mit zahlreichen Fehlern gespickter Raum. Die Reaktionen reichten von ungläubigem Staunen bis hin zu ehrlicher Betroffenheit: Viele waren schockiert über die Vielzahl an Hygienemängeln, die sich in der Szene fanden.
Die Hygienefachkräfte Antje Zädow und Susanne Minke betonen, dass keiner dieser Fehler frei erfunden ist – vielmehr handelt es sich um Situationen, die im Klinikalltag vereinzelt tatsächlich vorkommen können, wenn auch nicht in dieser geballten Form. Alle Fehler wurden von den Mitarbeitern erkannt, gemeinsam besprochen und fachlich eingeordnet. Die Übung zeigte eindrucksvoll, wie wichtig Aufmerksamkeit und Routine im Umgang mit Hygienemaßnahmen sind und wie wertvoll solche praxisnahen Schulungsformate für die Sensibilisierung im Arbeitsalltag sein können.
Schon gewusst?
20–30 Sekunden Händewaschen reichen aus, um die meisten Keime zu entfernen – ideal ist es, währenddessen ein kurzes Lied im Kopf mitzuzählen.
Bis zu 80 Prozent aller Infektionen werden über die Hände übertragen. Händehygiene ist damit eine der wirksamsten Schutzmaßnahmen überhaupt. Schmuck an den Händen wie Ringe oder Armbänder kann die Keimzahl deutlich erhöhen, da sich darunter Feuchtigkeit und Mikroorganismen sammeln. Smartphones gehören zu den am stärksten belasteten Alltagsgegenständen – regelmäßiges Reinigen lohnt sich.
Alkoholbasierte Händedesinfektion wirkt schnell und zuverlässig und ist besonders im medizinischen Bereich unverzichtbar.
Händehygiene schon bei den Kleinsten

„Unser Ziel ist es, Händehygiene nicht nur als Pflicht, sondern als selbstverständlichen Teil der täglichen Routine zu verankern“, sagt Susanne Minke. „Wenn jeder aufmerksam bleibt, können wir gemeinsam einen großen Beitrag zur Infektionsprävention leisten.“
Das Klinikum setzt dabei auf regelmäßige Schulungen, interne Kampagnen und leicht zugängliche Desinfektionsmöglichkeiten in allen Bereichen. Auch Patienten werden aktiv einbezogen und ermutigt, selbst auf gute Händehygiene zu achten.









