Am kommenden Dienstag, 21. Januar, werden die Ärzte des MediClin Müritz-Klinikums in einen ganztägigen Warnstreik treten. Seit Monaten fordert der Marburger Bund als Vertretung der Mediziner die Geschäftsführung des Hauses zu Tarifverhandlungen auf, um erstmals einen arztspezifischen Tarifvertrag zu verhandeln. Denn nicht einmal den gibt es am Warener Krankenhaus. Die Mediziner machen sich nach Informationen von „Wir sind Müritzer“ große Sorgen um den Fortbestand des Hauses, denn aufgrund der fehlenden Regelungen wandern immer mehr Ärzte ab, die Gewinnung von neuem Personal ist aufgrund der wenig einladenden Bedingungen fast aussichtslos. „Wir sind schon ziemlich verzweifelt, dass uns die Geschäftsführung zu dem Streik zwingt, aber wir sehen derzeit keine andere Möglichkeit, da es von der Chefetage nicht einmal Gesprächsbereitschaft gibt“, so verschiedene Ärzte gegenüber „Wir sind Müritzer“. Dabei gehe es nicht in erste Linie um die Gehälter, sondern um die Arbeitsbedingungen, die deutlich schlechter seien als in anderen Krankenhäusern.
Der Streik beginnt am Dienstag mit der Schicht um 7 Uhr, die Notfallversorgung ist auf jeden Fall gesichert.
„Die Tarifbindung ist überfällig“, sagt Dr. Claudia Hellweg, Vorsitzende des Marburger Bundes Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. „Viel zu lange haben die Ärztinnen und Ärzte im Müritz-Klinikum die einseitig vom Arbeitgeber vorgegebenen Arbeits- und Vergütungsbedingungen akzeptiert, obwohl diese nicht mehr zeitgemäß und nicht marktgerecht sind“, so Hellweg weiter. Damit soll jetzt Schluss sein.
Der Marburger Bund habe einen auf das Haus zugeschnittenen Tarifvertrag entwickelt, der die Belange der Ärzte abbilde. Dazu würden insbesondere vernünftige und marktgerechte Regelungen zur Arbeitszeit und zum Bereitschaftsdienst und eine adäquate Vergütung gehören.
Etwa zehn Arztstellen derzeit unbesetzt

Nach Informationen von „Wir sind Müritzer“ sind derzeit etwa zehn Arztstellen am Warener Krankenhaus unbesetzt, weitere Abgänge drohen.
MediClin weigere sich jedoch beharrlich, der Forderung der Ärzte nachzukommen, und gestalte die Arbeits- und Vergütungsbedingungen nach Gutsherrenart einseitig. Das führe dazu, dass die Arbeitsbelastung gegenüber anderen Krankenhäusern um ein Vielfaches höher sei, die Bezahlung aber um mehr als zehn Prozent zurückliege.
Es gehe also um nicht mehr, aber auch um nicht weniger, als die Vereinbarung fairer, mit anderen medizinischen Einrichtungen vergleichbaren Bedingungen, damit auch zukünftig engagierte Ärzte eine gute medizinische Versorgung in Waren und Umgebung sicherstellen könnten.
Durch den Warnstreik werde es zu Einschränkungen am Müritz-Klinikum kommen, beispielsweise bei nicht dringlichen, verschiebbaren Operationen. Um die Notfallbehandlung der Patienten zu gewährleisten, habe der Marburger Bund den Abschluss von Notdienstvereinbarungen angeboten. Die Klinikleitung sei verpflichtet, eine Notbesetzung zu gewährleisten, diese werde zudem durch die Ärzteschaft selbst sichergestellt.

Der Marburger Bund ist der mitgliederstärkste Interessenverband für Ärzte und Medizinstudenten und eine Fachgewerkschaft für Ärzte in Deutschland.
Die streikenden Ärzte werden am Dienstag ab etwa 7.30 Uhr am Kreisel unterhalb der Weinbergstraße stehen, um öffentlichkeitswirksam auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Der Austausch mit Interessierten ist dabei ausdrücklich erwünscht.












Findet meine volle Zustimmung ! Mir wird jetzt schon Angst und Bange wenn ich daran denke was uns in Zukunft bevorsteht,
im Gesundheitswesen und in unserem arg gebeutelten Bildungssystem. Auf der ganzen Linie totales Versagen der Politik.
Ich stehe hinter den Ärzten. Von Ihnen und dem Pflegepersonal wurde ich nicht enttäuscht. Wenn die Geschäftsführung nicht Gesprächsbereit ist, dann ist sie von der Verantwortung zu entbinden.
Leider muss man sich wahrscheinlich Um orientieren.
Dieser Streik war mehr als überfällig! Niemand sollte es Patienten zumuten wollen, noch mehr auf die 1-2 h entfernten Krankenhäuser im Umland ausweichen zu müssen, weil die Versorgung durch Personalmangel vor Ort gefährdet ist. Ärzte sind leidensfähig, aber irgendwann ist es genug.