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Ex-Warener: „Stadt sollte sich schämen“

9. November 2018

Folgenden Leserbrief haben wir heute von einem ehemaligen Warener, der mehrere Wochen im Jahr an der Müritz verbringt, bekommen: „Ich habe lange überlegt, ob ich Ihnen schreibe, aber ich finde diese Missachtung unserer Geschichte so schrecklich, dass ich darauf aufmerksam machen möchte. Zum Gedenken an die Reichspogromnacht erinnern heute sehr viele Politiker und Medien an die schlimmen Verbrechen gegenüber Juden. Das ist richtig und gut. Ich finde aber, dass dieses Gedenken nicht nur auf einen Tag beschränkt sein sollte.
Als ehemaliger Warener kenne ich die Stolpersteine am Neuen Markt und fand es gut, dass die Stadt wie viele andere europäische Städte auch, so an ehemalige jüdische Einwohner, die großes Leid erleben mussten, erinnert. Was damit aber in Waren passiert ist einfach nur eine große Schande.
Auf den Stolpersteinen kratzen Stühle einer Gaststätte, dicke Fettflecken des dort angebotenen Essens verdrecken die Stolpersteine, Zigarettenstummel liegen herum. Das ist kein Gedenken. Die Stadt tritt dieses so wichtige Anliegen mit Füßen und sollte sich dafür schämen.“


3 Antworten zu “Ex-Warener: „Stadt sollte sich schämen“”

  1. K.Frind sagt:

    Ich habe in Neustrelitz auch schon gesehen,das von Kindern das Eis auf Stolpersteine tropft u wie Erwachsende ihre Zigaretten mit den Fuß darauf ausdrücken.Eine Absicht steckte aber nicht dahinter,weil im Getümmel achten die meisten Menschen nicht auf die Steine. Was die Pogromnacht betrifft sollten sich eher die Politiker schämen.Was nützt es wenn sie genau heute daran gedenken u traurige Gesichter ziehen,wärend ein paar Straßen weiter die Nazis oder sogenannten Rechten ihre Fahnen schwingen,genau heute am Gedenktag.Da klingt das Gedencken irgendwie nach Heuchelei. Und das ganze sogar noch im Wahlkreis der Bundeskanzlerin.Sehr vorbildlich.

  2. Hermann W. sagt:

    Lieber anonymer Ex-Warener, was schlagen Sie denn vor? Soll man evtl. die Stolpersteine einzäunen. Es sind Stolpersteine und die werden wie das übrige Pflaster genutzt und es ist in jeder anderen Stadt nicht anders.

  3. oscar sagt:

    Mare Müritz und ein selbsternannter Investor Schmidt sind eben wichtiger, als ehrendes Gedenken an die, die für unsere Generation durch die Hölle in den Tod gegangen sind.
    In Malchow standen auf diesen Stolpersteinen heute brennende Kerzen und lagen Blumen. Das ist der Unterschied zwischen den beiden Stadtverwaltungen.

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