Getreideernte in MV bisher unter Durchschnitt

19. Juli 2023

Die Landwirte Mecklenburg-Vorpommern blicken mit gemischten Gefühlen auf die diesjährige Getreide- und Rapsernte. Nach ausreichend viel Regen im Frühjahr kamen ab Mai sechs Wochen Trockenheit. Das hat bei der Gerste bereits Spuren hinterlassen. „Die Ernte war bisher unterdurchschnittlich“, sind sich Toni Jaschinski von der Agrargesellschaft Chemnitz und Landes-Bauernpräsident Detlef Kurreck einig. Die Erträge schwanken – je nach Sand- oder Lehmboden – zwischen 60 und 90 Dezitonnen pro Hektar. Das liegt unter dem langjährigen Mittel. Insgesamt kein Superjahr, aber auch keine Katastrophe, so der Tenor bei der Ernte-Pressekonferenz. Ob das in diesem Sommer so bleibt, wird sich erst noch zeigen.

So stehen nun der Weizen und der Raps zum Dreschen an. Derzeit ist es aber entweder zu kalt für die Reife oder zu nass zum Dreschen. Deshalb legen die Landwirte eine kurze Pause beim Ernten ein, können aber schon die abgeernteten Gerstenfelder neu bearbeiten. Überall sieht man bereits Kraniche und Störche, die ihre Chancen ebenfalls nutzen.

Mit einer Anbaufläche von fast 200 000 000 Hektar Raps ist Mecklenburg-Vorpommern der größte Rapsproduzent in Deutschland vor Sachsen-Anhalt. Dazu kommen vor allem Weizen, Gerste und Roggen, aber immer öfter auch wieder Hafer, der mit den teils trockenen Standorten sogar besser klarkommt. 

Das Problem der Bauern: Die Getreidepreise sind wieder auf das übliche Niveau gefallen, die Kosten für die Bestellung der Äcker und die Düngung lagen aber wegen der wirtschaftlichen Situation mit hohen Dünge- und Energiepreisen sehr hoch. Man hoffe, auf bessere Erträge bei Weizen und Raps, hieß es. Und auch eine gute Botschaft gibt es: Den Herbstfrüchten wie Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln habe der letzte Regen sehr gut getan.


Kommentare sind geschlossen.