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Nächster Etappenerfolg bei Sanierung der Mecklenburger Backstuben

Neuigkeiten in Sachen Insolvenz der Mecklenburger Backstuben, und zwar positive: In dieser Woche fand am Amtsgericht Neubrandenburg ein Vor-Ort-Termin im Sanierungsverfahren des Warener Unternehmens statt. Dabei hatten die Gläubiger die Möglichkeit, sich mit dem Unternehmen, dem überwachenden Sachwalter und dem Gericht abzustimmen. Außerdem wurde die Insolvenztabelle, zu der die Gläubiger ihre Forderungen anmelden mussten, vom Gericht bestätigt. Auch Sachwalter, Rechtsanwalt Christian Graf Brockdorff von der Kanzlei BBL Brockdorff sowie der Gläubigerausschuss wurden in ihrem Amt bestätigt. Damit seien nun die Voraussetzungen geschaffen, dass die Geschäftsführung in Eigenverwaltung den gerichtlichen Sanierungsplan entwickeln kann. „Dadurch ist eine gemeinsame Lösung und die erfolgreiche Beendigung des Verfahrens in greifbare Nähe gerückt“, heißt es in einer Pressemitteilung.
Das am 1. März eröffnete gerichtliche Verfahren in Eigenverwaltung wurde nötig, da der traditionsreiche Bäcker durch stark gestiegene Kosten und die allgemeine Kaufzurückhaltung in eine wirtschaftlich angespannte Lage geraten war.

Aufseiten der Bäckerei sind die Beteiligten guter Dinge: „Wir freuen uns sehr, dass wir das Gericht, den Sachwalter und die Gläubiger mit unseren bisherigen Fortschritten überzeugen konnten. Nun können wir mit dem finalen Sanierungsplan die nächste große Etappe angehen. Dabei sind wir unseren Gläubigern und Kunden enorm dankbar für das anhaltende Vertrauen und unseren Mitarbeitern für die Treue und das Engagement für unser Unternehmen. Wir werden auch weiterhin unser Bestes tun, um diesem Vertrauensvorschuss gerecht zu werden“, sagt Geschäftsführer Günther Neumann. Im Rahmen der Sanierung in Eigenverwaltung führt er das operative Geschäft mit seinen Töchtern gemeinsam fort.

Neue Produkt-Kreationen

Trotz des Verfahrens läuft der Geschäftsbetrieb wie bisher uneingeschränkt weiter. Zudem sind vom Traditionsbetrieb eine ganze Reihe Maßnahmen zur Neuaufstellung entwickelt und umgesetzt worden. Dazu zählen beispielsweise Verbesserungen bei der Bündelung von Bestellungen, im Wareneinsatz und bei den Retouren. Einige wenige unrentable Filialen mussten schließen. Die Arbeitnehmer werden nun aber fast vollständig in anderen Filialen beschäftigt. Weitere Schließungen sind nicht geplant.

Daneben wurde ein Innovationsteam aufgestellt, das gemeinsam an neuen Produkt-Kreationen arbeitet. Die Gebäcktaschen, Kirsch-Netti, Apfel-Franky, und das neue Krustenbrot rein aus Dinkelmehl mit einer Teigruhe von zwei Tagen sind erste Ergebnisse aus diesem Prozess. Das Ziel ist, von Kunden künftig noch stärker als regionaler, handwerklicher und kreativer Filialbäcker wahrgenommen zu werden.

Positive Aussichten für erfolgreiche Sanierung

Auch der vom Gericht bestellte Sachwalter, Rechtsanwalt Graf Brockdorff, der die Gläubigerinteressen im Verfahren wahrt, blickt optimistisch auf die weitere Sanierung: „Mit dem jetzigen Termin bei Gericht hat sich bestätigt, was ich die ganze Zeit in der Eigenverwaltung erlebt habe: Die Geschäftsführung und das Team sind enorm engagiert. Die Zusammenarbeit mit den Gläubigern ist durchweg konstruktiv und von beiderseitigem Lösungswillen geprägt. Alle stehen hinter dem gemeinsamen Sanierungsansatz, der hier entwickelt wird. Ich denke, er wird genau an den richtigen Stellschrauben für die Befriedigung der Gläubiger und eine sichere Zukunft des Unternehmens drehen“, erklärt der Sachwalter.

Die aktuelle Situation des in Mecklenburg-Vorpommern fest verankerten Familienbetriebs ist das Ergebnis eines anhaltenden, branchenweiten Kostendrucks. Verschärft wurde die Lage durch die konjunkturbedingte Kaufzurückhaltung der Verbraucher. Da sich früh abzeichnete, dass außergerichtliche Maßnahmen nicht zur Stabilisierung der Liquidität ausreichen würden, fiel die Entscheidung auf ein geordnetes Sanierungsverfahren. Die Geschäftsführung stellte am 19. November 2025 einen Antrag auf gerichtliche Sanierung in Eigenverwaltung. Unterstützt wird diese seither in allen insolvenzrechtlichen Fragen von den Rechtsanwälten Michael Busching und Nils Krause sowie ihrem Team der Kanzlei Ecovis. Daneben wird der Familienbetrieb durch das Team um Sven Peters von der Beratungsgesellschaft Centuros kaufmännisch begleitet.

Die Mecklenburger Backstuben GmbH hat ihre Ursprünge im Jahr 1981 als Großbäckerei. Seit 2005 ist das Unternehmen vollständig familiengeführt. Rund 400 Mitarbeiter arbeiten am Hauptsitz in Waren und in 52 Filialen daran, die Region täglich mit frischen Backwaren zu versorgen.

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