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Grippe, Rücken, Depressionen: Längste Fehlzeiten im Nordosten 

29. April 2020

Trauriger Spitzenwert im Nordosten: Mit 22,1 Krank­heitstagen fehlten Erwerbstätige aus Mecklenburg-Vorpom­mern im Jahr 2019 so lange wie in keinem anderen Bundesland. Das geht aus einer aktuellen Auswer­tung der BARMER hervor. „Es ist erschreckend, dass die Fehlzeiten im Nordos­ten um mehr als 20 Prozent über dem Bundesschnitt von 18,2 Krankheitstagen liegen“, sagt Henning Kutzbach, Landesgeschäfts­führer der BARMER in Meck­lenburg-Vorpommern. Warum Arbeitnehmer hier überdurchschnittlich lange krankge­schrieben sind, ließe sich jedoch nicht pauschal beantworten. „Es gibt für regionale Besonderheiten bei der Arbeitsunfähigkeit verschiedene Gründe, zumal die Fehlzei­ten auch unter den Städten und Landkreisen variie­ren“, so Kutzbach. Demnach blieben Erwerbstätige aus Schwerin und Umge­bung im Schnitt 19,9 Tage krankheitsbedingt dem Job fern. In Demmin waren es 24,2 Tage und in Parchim sogar 24,7 Tage.

Atemwegserkrankungen waren im Vorjahr der häufigste Grund für eine Krank­schreibung. Unter Grippe, Husten oder einem grippalen Infekt litt jede zweite Frau und jeder dritte Mann aus Mecklenburg-Vorpommern. Rein statis­tisch blieb jeder Beschäftigte deswegen drei Tage der Arbeit fern. „Bei den Atemwegsleiden haben wir im Vergleich zum Vorjahr einen leichten Rückgang, da die Grippewelle in der letzten Saison relativ milde verlief“, so Hen­ning Kutzbach.

In diesem Jahr sähen die Zahlen aufgrund der Corona-Pandemie vermutlich ganz anders aus.  Eine aktuelle Analyse zeigt, dass sich die Krankschreibungen wegen Atemwegsproblemen bei der BARMER bundesweit im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt hätten. Kutzbach: „Wir müssen uns darauf einstellen, dass die ohnehin schon hohen Fehlzeiten im Nordosten dieses Jahr nochmal höher ausfallen.“

Männer leiden häufig unter „Rücken“, Frauen unter Depressionen

Lange Fehlzeiten verur­sachten im letzten Jahr vor allem Muskel-Skelett-Erkran­kungen. Hierun­ter fallen erfahrungs­gemäß oftmals Rücken­schmerzen. Jeder männliche Beschäftigte war damit rein statistisch gesehen 5,1 Tage, und damit 25 Prozent länger als der Bundesdurchschnitt, krankgeschrieben. Ebenfalls lange Fehlzeiten im Land verursachten Depressionen, Angststörungen oder an­dere psychi­sche Erkrankungen. Besonders betroffen waren hierzulande weibli­che Beschäftigte mit jeweils 5,7 Krankheitstagen.
„Die Zahlen zei­gen, wie wich­tig es ist, auf die körperliche und seelische Gesundheit zu achten“, stellt Kutz­bach fest. Die BARMER biete hierfür Online-Kurse zu den Themen Bewegung, Ernährung und psychische Gesundheit an. Damit könne man von zu Hause aus etwas für sein Wohlbefinden tun. Mehr zu den kostenlosen Online-Kursen unter www.barmer.de/kursangebote.

Weitere Ergebnisse zu AU-Daten und Fehlzeiten für Mecklenburg-Vorpommern: www.barmer.de/p015129


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