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Kommune lässt Grundstücke versteigern – mit Solaranlage

7. März 2020

Wenn man Steuern und Abgaben nicht rechtzeitig oder auch gar nicht zahlt, drohen Zwangsmaßnahmen – das dürfte jedem klar sein. Eine besonders drastische Maßnahme hat nun die Gemeinde Neverin nordöstlich von Neubrandenburg ergriffen. Weil ein Grundstückseigentümer über Monate keine Zahlungen leistete, hat die Kommune ein Verfahren zur Zwangsversteigerung betrieben.
Das Besondere: Auf dem größten der drei Grundstücke – etwa 48 000 Quadratmeter an der Straße nach Friedland – steht ein ganzer Solarpark, der 2015 dort errichtet wurde.

Für die Zwangsversteigerung, die am 30. März geplant ist, sind bisher Verkehrswerte der drei Grundstücke angegeben. So soll allein die Solarparkfläche 337 000 Euro bringen, die beiden anderen Flächen, auf denen auch Hallen und Trafohäuser stehen,  etwa 74 000 Euro.

Die Solarstrom liefernde Anlage wird von einem Unternehmen aus Süddeutschland betrieben und ist laut Gutachten nicht Teil des Versteigerungspakets. Für sie gibt es einen Pachtvertrag, der über 20 Jahre läuft, und den die Käufer möglichst mit übernehmen sollen. Warum der Grundstückseigentümer seiner Abgabepflicht nicht nachkam, ist bisher nicht bekannt.

Gleich neben den Versteigerungsflächen befindet sich der ehemalige Wertstoffhof der Region, auf dem Arbeiter einer Firma aus der Müritz-Region derzeit einen weiteren Solarpark errichten. Dieser habe aber nichts mit der Versteigerung zu tun, versichern die Mitarbeiter.

Die Solarparks in der Region Friedland, die nicht weit von der Autobahn 20 entfernt liegt, sind in der Vergangenheit mehrfach Ziel von Langfingern gewesen. So wurde gerade erst der Diebstahl von fast 100 Solarmodulen aus Ramelow gemeldet, zuvor waren größere Mengen an Wechselrichtern aus anderen Solarparks demontiert worden und verschwunden. Wohl auch deshalb sind bei den neueren Anlagen gleich “Rundumüberwachende Säulen” installiert, wo das Gelände aus der Ferne “im Auge behalten werden kann.”

https://www.zvg.com/mecklenburg-vorpommern/neubrandenburg/611k49-18.html


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