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Kreistag fordert Erhalt für kompletten Klinik-Maximalversorger

7. Dezember 2022

Der Kreistag der Mecklenburgischen Seenplatte war sich diesmal einig. Einstimmig haben die Abgeordneten am Montagabend einen Antrag zum Erhalt des Perinatalzentrums-Level-1 im Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg  beschlossen. Gleichzeitig wurden die Einwohner auf Antrag von Landrat Heiko Kärger (CDU) aufgefordert, die laufende Petition an den Bundestag zu unterzeichnen. Das sei wohl die letzte Hoffnung, das drohende Aus für die medizinische Maximalversorgung am größten Krankenhaus der Seenplatte noch abzuwenden, hieß es.
Bis Ende Dezember werden mindestens 50 000 Unterschriften gebraucht, damit sich der Bundestag überhaupt nochmal mit dem Thema befasst.

Im Auge haben die Petitionsverfasser vor allem die Fallzahlen, die vom Gemeinsamen Bundesausschuss in Berlin vorgegeben wurden. Diese dürften nicht das alleinig entscheidende Kriterium sein, wie es ja auch schon Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Landessozialministerin Stefanie Drese (SPD) gefordert hatten – leider bisher ohne Erfolg.

Bei diesen Festlegungen aus Berlin werde aber die Erreichbarkeit von Kliniken gar nicht berücksichtigt, kritisierten mehrere Redner. Dabei seien im Saarland, das halb so groß wie der Landkreis Seenplatte ist, sogar bei zwei Kliniken Ausnahmegenehmigungen erteilt worden. 

Klinikgeschäftsführerin Gudrun Kappich hatte die Kreistagsmitglieder zuvor informiert, was alles durch ein Aus für das Level-1-Zentrum  bedroht wäre. So könne die Ausbildung von Kinderärzten nicht mehr so vollständig erfolgen wie bisher. Und als entscheidendes Argument, Extrem-Frühchen sollten – wie Neugeborene überhaupt – eigentlich gar nicht transportiert werden müssen. Wenn Neubrandenburg das Level-1-Zentrum verliert, sollen betroffene Eltern nach Greifswald, Rostock oder Berlin ausweichen.

Hier geht’s zur Petition: https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2022/_10/_07/Petition_139965.$$$.a.u.html


Eine Antwort zu “Kreistag fordert Erhalt für kompletten Klinik-Maximalversorger”

  1. Hans -Jürgen Schaal sagt:

    Hier zeigt es sich wieder ein mal sehr deutlich, dass, worum es auch immer geht, die Bewohner von MV nur das 5 te Rad am Wagen sind. Die Besonderheiten dünn besiedelter Gebiete werden nie berücksichtigt.
    Das ist ja auch kein Wunder, da in diesem Wirtschaftssystem nur der maximale Gewinn zählt, und nicht der Mensch.