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Mecklenburgische Seenplatte: Zahl der Arbeitslosen leicht gestiegen

2. März 2021

„Der Arbeitsmarkt im Kreis Mecklenburgische Seenplatte hält – auch wegen der Kurzarbeitergeldregelungen – dem zweiten Lockdown weiter stand. Zwar haben die Corona-Eindämmungsmaßnahmen seit Herbst Folgen für den Arbeitsmarkt,  aber bei weitem nicht wie im ersten Lockdown. Die Betriebe – auch die, die stark von der Covid-19-Pandemie betroffen sind – halten nicht nur an ihren Beschäftigten fest – sie suchen verstärkt neue Arbeitskräfte, sagte Thomas Besse als Leiter der Arbeitsagentur.
Im Februar waren an der Mecklenburgischen Seenplatte 178 Menschen mehr arbeitslos gemeldet als im Januar. Insgesamt 12.816. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 9,8 Prozent. Im Vergleich zum Februar des Vorjahres sind es 831 Arbeitslose mehr.

Thomas Besse: „Von einem starken Winter war auf dem Arbeitsmarkt nichts zu spüren. Auch wenn die Zahl der Arbeitslosen im Februar das erste Mal nach drei Jahren wieder gestiegen sind. Die gute Nachricht: Die Betriebe suchen schon jetzt verstärkt neue Arbeitskräfte.“
Auch wenn die Corona-Eindämmungsmaßnahmen seit November sichtlich zu deutlich geringeren Einbrüchen als im Frühjahr 2020 führen, sind die Auswirkungen der Corona-Krise aber deutlich zu sehen.

Der Arbeitsmarktexperte bekräftigte zudem seine Aussage, „dass es erstaunlich ist, dass der Arbeitsmarkt im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte dem seit Dezember geltenden Lockdown – mit Schließungen von Gastronomie und Einzelhandel – standhält. “Die Corona-Eindämmungsmaßnahmen seit November wirken sich nicht so stark auf den Arbeitsmarkt aus wie der erste Lockdown. „Zu Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020 gab es viele Entlassungen, danach aber kaum mehr und auch während des zweiten Lockdowns nicht – auch nicht von Betrieben, die stark von der Covid-19-Pandemie betroffen sind.“

Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie sind je nach Branche unterschiedlich. „Während Unternehmen im Baubereich oder den technologieorientierten Dienstleistungen nur selten von der Viruskrise betroffen sind, zeigen sich in den konsumnahen Dienstleistungen wie bei Friseuren und dem Einzelhandel deutlich stärkere Auswirkungen“, sagte Besse.

Weiterbildung födern

Sobald die notwenigen Corona-Maßnahmen zurückgenommen werden können, gehen man davon aus, dass, „der Konjunkturmotor schnell wieder anspringen wird“.. Vor allem Fachkräfte werden dann vermutlich schnell wieder in Arbeit finden können. „Wir wissen allerdings auch, dass Menschen, die nicht über ausreichende Qualifikationen verfügen, es schwer haben werden, den Weg zurück in den Job zu finden. Wir –  die beiden Jobcenter und die Arbeitsagentur im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte – gehen auf diese Arbeitsuchenden zu und prüfen mit ihnen gemeinsam, mit welchen Qualifizierungen sie wieder Fuß am Arbeitsmarkt fassen können. Unser Ziel ist es, aktiv die berufliche Weiterbildung dieser Menschen zu fördern, bis hin zu vollwertigen beruflichen Abschlüssen. Die Unterstützung und Förderung von Qualifizierung ist uns ein wichtiges Anliegen, denn am Arbeitsmarkt werden vor allem qualifizierte Bewerber*innen gesucht.“

Kurzarbeit verhindert tausende Entlassungen

Unternehmen, die durch die Krise Einschränkungen erleiden, reagieren mit personalpolitischen Maßnahmen wie beispielsweise mit Kurzarbeit, um das eingesetzte Arbeitsvolumen kurzfristig zu reduzieren. Besse: „Kurzarbeit hat im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte tausende Entlassungen verhindert. Ich habe die Hoffnung, dass unsere Betriebe in der andauernden Krise weiter auf Kurzarbeit setzen und so Entlassungen im großen Stil verhindern.“

Die Arbeitsagentur Neubrandenburg hat im vergangenen Jahr knapp 30 Millionen Euro für Kurzarbeitergeld – inklusive der Ausgaben für Sozialversicherungsbeiträge – investiert. Auch die aktuellsten Zahlen vom Februar (vorsorgliche Anzeigen) zeigen nach Darstellung des Arbeitsagenturchefs, wie stark Kurzarbeit gegen Arbeitsplatzverluste wirkt. Allein im Februar 2021 sind mithilfe von Kurzarbeit etwa 2.150 Jobs gerettet worden.

Ohne Kurzarbeit läge die Arbeitslosigkeit noch einmal deutlich höher. Im Februar wurde für 2.155 Menschen im Landkreis vorsorglich Kurzarbeit angezeigt. Nach aktuellen Hochrechnungen befanden sich im September 2020, 2.176 Mitarbeitende aus 501 Unternehmen in Kurzarbeit.

Zu- und Abgänge

740 Männer und Frauen mussten sich im Februar nach dem Verlust ihres Arbeitsplatzes im Kreis Mecklenburgische Seenplatte neu oder erneut arbeitslos melden. Das sind 560 oder 43 Prozent weniger als im Januar. 106 oder 12,5 Prozent weniger als im Februar 2020.

503 Arbeitslose konnten ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt beenden. Das sind 171 oder 25,4  Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Damit übersteigen im Februar die Arbeitslosmeldungen aus Beschäftigung (740) die Arbeitsaufnahmen (503).

Nach Personengruppen entwickelte sich die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahresmonat recht unterschiedlich, allerdings waren bei allen Anstiege gegenüber dem Vorjahresmonat zu verzeichnen. Die Spanne der Veränderungen reicht im Februar von +3% bei 50-Jährigen und Älteren bis +21% bei Ausländern.

Insgesamt 4.389Personen erhielten im Februar im Kreis Mecklenburgische Seenplatte Arbeitslosengeld, 132 mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) lag im Februar bei 15.492. Gegenüber Februar 2020 war dies ein Rückgang von 826 Personen.

Gemeldete Arbeitsstellen

Der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen im Kreis Mecklenburgische Seenplatte ist auf 2.476 Stellen gestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat (Februar 2020) bedeutet dies einen Rückgang von 25. Die Arbeitskraftnachfrage der Unternehmen lässt sich eindeutiger am Zugang an offenen gemeldeten Stellen ablesen: Im Vergleich zum Vormonat stieg der Stellenzugang um 254 – zum Vorjahresmonat sank er um 135.

Die größte Nachfrage gab es im November aus den Bereichen:  Callcenter und Zeitarbeit (399 freie Stellen im Bestand), Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung (331), im Baugewerbe (326), im verarbeitenden Gewerbe (248) sowie Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (244).


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