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Mit „Knorpelchips“ dem Knie eine zweite Chance geben

Wenn das Knie schmerzt, die Schulter bei jeder Bewegung zieht oder sportliche Aktivitäten plötzlich zur Belastung werden, denken viele Menschen schnell an ein künstliches Gelenk. Gerade in Deutschland werden im internationalen Vergleich überdurchschnittlich viele Gelenke durch Endoprothesen ersetzt. Doch nicht immer ist das die beste oder einzige Lösung. Am Krankenhaus Demmin – Träger ist der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte – verfolgt Dr. Sebastian Gebhardt, Oberarzt für Unfallchirurgie und Orthopädie, einen anderen Ansatz. Gelenke sollen möglichst lange erhalten bleiben – mit modernen ganzheitlichen Therapien, gezielter Ursachenforschung und aktiver Mitarbeit der Patienten.
Dabei liegt Gebhardts Schwerpunkt vor allem auf der gelenkerhaltenden Orthopädie von Knie und Schulter. Besonders häufig betrifft das Menschen zwischen 40 und 70 Jahren – eine Generation, die aktiv bleiben möchte, sich bewegen will und für die ein künstliches Gelenk bei medizinischen Problemen und Gelenkverschleiß oft noch keine passende Lösung darstellt.

„Ein Gelenkersatz ist manchmal notwendig und medizinisch sinnvoll – aber eben nicht immer der erste Schritt und die beste Wahl“, betonte der Orthopäde. „In vielen Fällen gibt es gute Möglichkeiten, Beschwerden zu lindern, Funktionen zu verbessern und das eigene Gelenk noch viele Jahre oder grundsätzlich zu erhalten.“

Viele Stellschrauben statt nur einer Lösung

Im Mittelpunkt steht dabei ein ganzheitlicher Blick auf den Menschen. Denn Schmerzen im Knie entstehen selten nur im Knie selbst. Häufig spielen Fehlstellungen der Beinachse, frühere Sportverletzungen, Instabilitäten der Kniescheibe, Meniskus- oder Knorpelschäden, Haltungsprobleme oder auch andere Erkrankungen eine Rolle. Auch Gewicht, Alter, Stoffwechsel, Ernährung und das individuelle Bewegungsverhalten beeinflussen die Gelenkgesundheit erheblich.

Deshalb beginnt die Behandlung nicht im Operationssaal, sondern mit einer gründlichen Ursachenforschung. Ergänzend kommen konservative Therapien wie entzündungshemmende Medikamente, gezielte Krankengymnastik, Kraft- und Ausdauertraining sowie eine gesunde Ernährung oder Injektionstherapien zum Einsatz.
„Gerade Bewegung und Ernährung spielen eine größere Rolle, als viele vermuten. Regelmäßiges Krafttraining stabilisiert das Gelenk, verbessert die Beinachsenkontrolle und kann beispielsweise die Kniescheibe entlasten. Ausdauertraining wirkt ebenfalls entzündungshemmend. Gleichzeitig können Zucker, stark verarbeitete Lebensmittel und gesättigte Fettsäuren Entzündungsprozesse fördern, während Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und Omega-3-Fettsäuren das Gelenkmilieu positiv beeinflussen“, so der 37-Jährige, der zu dem Thema auch aktiv forscht.

„Wir können in den meisten Fällen an mehreren Stellschrauben drehen“, erklärte Gebhardt. „Es geht nicht nur darum, ein MRT-Bild zu beurteilen, sondern den gesamten Menschen zu verstehen. Der Patient muss zudem selbst aktiv an seiner Heilung mitwirken – das ist entscheidend für den langfristigen Erfolg.“
Zu den häufigsten operativen Therapien in seinem Bereich gehören die Behandlung von Sportverletzungen wie Kreuzband-, Meniskus- und Knorpelschäden, die Stabilisierung der Kniescheibe bei Instabilitäten, Achskorrekturen bei Fehlstellungen sowie gelenkerhaltende Schulteroperationen etwa beim Impingementsyndrom, eine schmerzhafte Einengung im Schultergelenk.

Moderne Knorpeltherapie mit der Minced-Cartilage-Methode

Ein besonderer medizinischer Schwerpunkt von Dr. Gebhardt ist die sogenannte Minced-Cartilage-Methode – ein modernes Verfahren zur Behandlung von Knorpelschäden im Knie. Dabei wird während eines einzigen minimalinvasiven Eingriffs gesunder körpereigener Knorpel aus einem wenig belasteten Bereich des Gelenks entnommen und in sehr kleine Knorpelchips zerkleinert.
Diese winzigen Knorpelstücke werden anschließend mit aufbereitetem körpereigenem Blutplasma vermischt. Daraus entsteht eine formbare biologische Masse, die direkt in den geschädigten Knorpelbereich eingebracht wird. Dort dient sie als Grundlage für die Regeneration des Knorpelgewebes. Fixiert wird das Material mit einem speziellen Gel, sodass es stabil im Defekt verbleibt.
Die gesamte Behandlung erfolgt in einer arthroskopischen Operation, also besonders schonend über kleine Zugänge. Geeignet ist das Verfahren vor allem für kleinere bis mittlere Knorpelschäden – etwa nach Sportverletzungen oder bei beginnenden degenerativen Veränderungen. Auch junge Fußballer oder Handballer konnten bereits erfolgreich am Kreiskrankenhaus Demmin behandelt werden und wieder schmerzfrei in ihren Sport zurückkehren.

Für dieses Verfahren hat das Kreiskrankenhaus Demmin in eine medizinische Zentrifuge investiert. Damit wird das Eigenblut des Patienten aufbereitet, um sogenanntes konditioniertes Plasma zu gewinnen. Dieses enthält Wachstumsfaktoren, die die Regeneration des Knorpels unterstützen, Entzündungsfaktoren reduzieren und das gesamte Gelenkumfeld verbessern.
Auch wissenschaftlich beschäftigt sich der Facharzt intensiv mit dieser Methode. Im Rahmen seines Clinician Scientist Programms forschte er an der Universitätsmedizin Greifswald zur Verbesserung der Knorpelregeneration und zur frühen Arthrosebehandlung. „Die Minced-Cartilage-Methode ist für mich ein sehr spannender Weg zwischen konservativer Therapie und großem Gelenkersatz“, hob er hervor.  „Wir können damit gezielt Schäden behandeln, die Ursache mitdenken und Patienten gelenkerhaltend therapieren.“

Wissenschaft, Praxis und Leidenschaft für Bewegung

Seit Oktober 2025 ist Oberarzt Dr. Gebhardt in der Klinik für Chirurgie im Bereich der Unfallchirurgie und Orthopädie am Kreiskrankenhaus Demmin tätig. Nach seinem Medizinstudium in Mainz und Stationen unter anderem in Hannover, Irland, Pforzheim und an der Universitätsmedizin Greifswald bringt er umfangreiche Erfahrung in Sportorthopädie, Arthroskopie und gelenkerhaltender Chirurgie mit. 
Aufgewachsen ist er in der hessischen Rhön bei Fulda. Neben seiner klinischen Arbeit ist er Mannschaftsarzt beim Oberligisten TSG Neustrelitz und engagiert sich besonders in der Ausbildung von Assistenärzten. 

Seine eigene Sprechstunde findet immer dienstags und donnerstags von 8 bis 12.30 Uhr im MVZ für Chirurgie am Kreiskrankenhaus Demmin statt. Termine können digital oder telefonisch vereinbart werden. Weitere Informationen unter www.kkh-demmin.de/mvz/chirurgie-demmin.

Privat fühlt sich der zweifache Vater in Mecklenburg-Vorpommern sehr wohl. Seine Leidenschaft gilt dem Wassersport – Segeln und Surfen – ebenso wie dem Radrennsport. Wissenschaftlich weiterzuarbeiten und neue Therapien weiterzuentwickeln, bleibt für ihn jedoch ein zentrales Ziel. Wichtig ist ihm auch der enge Austausch mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten in der Region, um Patientinnen und Patienten frühzeitig Möglichkeiten der Gelenkerhaltung aufzuzeigen.

Bild: Dr. Sebastian Gebhardt (li.) und Assistenzarzt Simon Clemens mit der Zentrifuge für das Minced-Cartilage-Verfahren. Am Kreiskrankenhaus Demmin steht die fundierte Ausbildung junger Ärztinnen und Ärzte im Fokus.

Foto: KKH Demmin

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