
Wie funktioniert die sakrale Neuromodulation?
Die sakrale Neuromodulation gilt als innovativer Therapieansatz bei Funktionsstörungen des Beckenbodens. Dabei stimuliert ein kleiner, implantierter Schrittmacher gezielt Nerven im Kreuzbeinbereich, die unter anderem für die Kontrolle von Darm und Blase verantwortlich sind.
Kurz erklärt:
Anwendungsgebiete: Stuhlinkontinenz, Harninkontinenz sowie Blasenentleerungsstörungen
Vorteile: minimal-invasiver Eingriff, hohe Erfolgsquote, verlässliche Vorhersage des Therapieerfolgs durch eine vorgeschaltete Teststimulation, Kostenübernahme durch die Krankenkassen
Besonderheit: Erst wenn konservative Behandlungsformen nicht ausreichen, stellt die SNM eine wirksame und nachhaltige Therapiealternative dar
„Ich habe ein Stück Lebensqualität zurückgewonnen“
Einer der behandelten Patienten beschreibt seine Erfahrung eindrücklich: „Ich habe jahrelang unter meiner Erkrankung gelitten und vieles ausprobiert. Erst durch den Eingriff habe ich wieder ein Stück Lebensqualität zurückgewonnen. Ich bin sehr dankbar, dass es diese Möglichkeit hier in Waren gibt.“
Wichtiger Beitrag zur regionalen Versorgung

Das Müritz-Klinikum gehört zu den wenigen Einrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern, die diesen spezialisierten Eingriff anbieten. Nachdem sich andere Anbieter aus der Schrittmacherversorgung zurückgezogen hatten, konnte die Kooperation mit der Firma Medtronic erfolgreich wiederbelebt werden. Mit diesem erfahrenen Hersteller steht dem Klinikum nun wieder ein verlässlicher Partner zur Seite.
Die zuständige Regionalvertreterin aus dem Berliner Umland begleitet die Operationen regelmäßig und unterstützt das Team mit technischer Ausstattung und fachlicher Expertise. Implantiert wird vor allem das InterStim™-X-System, bei dem die Patienten ihren Schrittmacher über ein mitgeliefertes Smartphone inklusive App selbst steuern können. Ein besonderer Vorteil: Das System ist MRT-fähig, sodass keine Einschränkungen bei notwendigen Untersuchungen entstehen.
Der im oberen Gesäßbereich nahezu „versteckt“ implantierte Schrittmacher ermöglicht zudem, körperliche Aktivitäten weitgehend wie gewohnt auszuüben. Die Geräte haben eine Lebensdauer von etwa zehn Jahren und lassen sich bei Bedarf problemlos austauschen.
Ausblick: Weiterer Ausbau des Angebots

Beide Ärztinnen und Ärzte sehen großes Potenzial für die Zukunft: „Wir möchten dieses Verfahren stärker publik machen. Der Bedarf an Aufklärung über Kontinenz- und Blasenentleerungsstörungen, an fachgerechter Diagnostik, individueller Beratung und differenzierten Therapieangeboten reicht weit über unsere Region hinaus. Blasenschwäche und Stuhlinkontinenz sind behandelbar – sprechen Sie uns an.“







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