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MV: Krankenstand trotz Corona-Pandemie konstant

4. September 2020

Trotz Corona-Pandemie ist der Krankenstand in Mecklenburg-Vorpommern im ersten Halbjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben. Mit 4,9 Prozent liegt er über dem Bundesdurchschnitt (4,2 Prozent). Laut DAK-Gesundheitsreport waren an jedem Tag des ersten Halbjahres von 1.000 Arbeitnehmern 49 krankgeschrieben. Bei den Atemwegserkrankungen gab es ein Absinken der Fehltage auf 153 Tage je 100 Beschäftigte. Insgesamt liegen die Fehlzeiten durch Erkältungen, Grippe & Co. damit weit unterhalb des schweren Grippejahres 2018.

Der DAK-Report für Mecklenburg-Vorpommern zeigt auch: Es gibt einen Anstieg der Fehltage im ersten Halbjahr 2020 bei Muskel-Skelett-Erkrankungen und Seelenleiden, wie beispielsweise Depressionen.

Die aktuelle Analyse der DAK-Gesundheit zeigt die Entwicklung des Krankenstandes im vergangenen Jahr und die wichtigsten Veränderungen im ersten Halbjahr 2020 auf. Demnach hatten im ersten Halbjahr 2020 DAK-versicherte Beschäftigte in Mecklenburg-Vorpommern durchschnittlich genauso viele Fehltage wie im Vorjahreshalbjahr: 8,9 Tage.

Im Monatsvergleich war der Krankenstand 2020 vor allem im Lockdown-Monat März mit 6,2 Prozent erhöht. Im April ging der Krankenstand bereits auf 5,7 Prozent zurück. In den Monaten Mai und Juni erreichte er mit 3,7 beziehungsweise 2,7 Prozent Tiefstände. „Entgegen der Erwartungen ist ein nachhaltiger Anstieg der Arbeitsunfähigkeit ausgeblieben, obwohl es wegen der Pandemie noch bis Ende Mai die telefonische Krankschreibung gab“, erklärt Sabine Hansen, Landeschefin der DAK-Gesundheit in Mecklenburg-Vorpommern.
„Das zeigt, dass einfache Lösungen für das Krankschreibungs-Geschehen sehr sinnvoll sind.“ Die DAK-Gesundheit begrüßt deshalb die vom Gemeinsamen Bundesausschuss beschlossene Krankschreibung per Videosprechstunde. „Wir müssen nicht nur bei COVID-19, sondern bei vielen Erkrankungen generell die Ansteckungsgefahr für das Praxispersonal und für andere Patienten mit bedenken. Wenn neue Formen der Kommunikation die persönliche Begegnung in der Arztpraxis ergänzen, ist das ein wichtiger Fortschritt.“

Rückenschmerzen ganz oben auf der Skala

Über die Hälfte aller Fehltage im ersten Halbjahr 2020 lassen sich auf drei Krankheitsarten zurückführen: An erster Stelle stehen Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems. Sie steigen zum Vorjahreszeitraum um elf Prozent und sind für mehr als jeden fünften Fehltag (23 Prozent) von Arbeitnehmern verantwortlich. Danach folgen Atemwegserkrankungen mit 17,2 Prozent. An dritter Stelle – mit einem Plus von 13 Prozent – liegen psychische Leiden mit 16,1 Prozent Anteil am Gesamtkrankenstand. Die Fehltage aufgrund von Atemwegsproblemen sanken von 154 im ersten Halbjahr 2019 auf 153 Fehltage je 100 Beschäftigte. Damit liegt das Niveau weit unter dem des schweren Grippejahres 2018 (213 Fehltage). „Auch dies zeigt, dass sich die Hygienemaßnahmen zur Eindämmung der Epidemie bewährt haben,“ so Sabine Hansen.

Der DAK-Gesundheitsreport für Mecklenburg-Vorpommern analysiert neben dem ersten Halbjahr 2020 auch die Fehlzeiten des vergangenen Jahres. Die Vollauswertung des gesamten Jahres 2019 zeigt: Der Krankenstand sank von 2018 auf 2019 von 5,2 Prozent auf 5,1 Prozent. An erster Stelle standen ebenfalls Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems wie Rückenschmerzen. Sie waren für knapp jeden fünften Fehltag von Beschäftigten in Mecklenburg-Vorpommern verantwortlich (22,6 Prozent).  Danach folgten psychische Erkrankungen wie beispielsweise Depressionen mit einem Anteil von 16 Prozent am Gesamtkrankenstand. An dritter Stelle standen Atemwegserkrankungen wie Grippe, Bronchitis oder Sinusitis mit 14,5 Prozent.

Für die aktuelle Krankenstands-Analyse wertete das Berliner IGES Institut die Daten von rund 69.000 DAK-versicherten Beschäftigten in Mecklenburg-Vorpommern für das erste Halbjahr 2020 sowie für 2019 aus.


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