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MV: Wirtschaft rechnet mit langsamer Erholung

13. Mai 2020

Die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus schlägt voll auf die Wirtschaft im Land durch. So erwarten etwa drei Viertel der Unternehmen im Jahresverlauf massive Umsatzeinbußen. Zwölf Prozent befürchten sogar eine Insolvenz. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Blitzumfrage der Industrie- und Handelskammern in Mecklenburg- Vorpommern (IHKs in MV), an der sich insgesamt 573 Betriebe aus den Branchen Industrie, Bau, Handel, Dienstleistungen, Verkehr und Gastgewerbe beteiligt hatten. „Zwar fallen die Zahlen für MV etwas günstiger aus als die für Deutschland insgesamt. Der Weg zur Normalität wird dennoch sehr steinig. Die wirtschaftspolitischen Maßnahmen und die schon umge- setzten oder angekündigten Lockerungen geben den Unternehmen aber Hoffnung“, so Torsten Haasch, Hauptgeschäftsführer der geschäftsführen- den IHK der Landesarbeitsgemeinschaft.

Demnach hat sich die Stimmung im Einzelhandel zum Beispiel etwas verbessert. Aktuell rechnen zehn Prozent der Unternehmen mit Umsatzrückgängen von mehr als 50 Prozent für dieses Jahr. In der Vorumfrage Ende März gaben dies noch 28 Prozent der befragten Einzelhändler an. Auch der Anteil der Unternehmen, die keine negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf ihre Geschäfte spüren, ist seitdem von zwei auf jetzt neun Prozent gestiegen. Und von den Unternehmen, die aktuell noch mit negativen Auswirkungen der Krise zu kämpfen haben, erwarten die meisten eine Erholung in der zweiten Jahreshälfte. Nur im Gastgewerbe und der Reisewirtschaft sind wegen der längeren behördlichen Einschränkungen und des saisonalen Geschäfts die Erwartungen pessimistischer.

Investitionen werden zurückgefahren

Um die Belegschaft über die Krise hinweg halten zu können, haben viele Unternehmen ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. 71 Prozent der Unternehmen wollen ihre Beschäftigten halten. Mehr als ein Viertel der Unternehmen geht davon aus, dass Personal abgebaut wird.

Auch die Investitionsabsichten haben sich in der Krise drastisch verschlechtert. Ein Drittel der Unternehmen plant die Investitionen zurückzufahren. Der hohe Verlust an Eigenkapital in der Krise wird die Investitionsplanungen auch dann, wenn die Umsätze sich erholen, weiter drücken. Für die mittelfristigen Wachstumsaussichten in MV ist dies eine Belastung.


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