
Grund dafür ist die neue Umweltgesetzgebung, wie Bernard M. Kemper als Chef des Unternehmens EEW Energy from Waste GmbH (Helmstedt) gegenüber „Wir sind Müritzer“ sagte. EEW hatte die Müllverbrennung von Nehlsen 2015 übernommen. Diese ist unter anderem für Pfanni und andere Großbetriebe wichtig, weil sie Strom und Dampf liefert, der den Betrieben nutzt und damit viele Arbeitsplätze in der Region sichern hilft.

Das nutzt auch der Rohstoffgewinnung, denn der Phosphor im Klärschlamm kann zu 90 Prozent aus der Asche zurückgewonnen werden, wie Experten wissen. Damit will Deutschland viele Importe sparen.
„Viele Stavenhagener wissen, dass das Ganze einige Nachteile, aber auch viele Vorteile bringt“, sagte Bürgermeister Stefan Guzu. So kann der Ort auch Strom aus der Anlage bekommen, der bei der Verbrennung gewonnen wird. Auch Fernwärme sei möglich, hieß es. Die Stavenhagener hatten vor allem zusätzlichen Lkw-Verkehr befürchtet. Die Betreiber rechnen mit etwa 22 Lastwagen, die pro Tag kommen.
Dafür hat Guzu aber auch schon eine Idee, denn Stavenhagen hat wegen der vielen Betriebe schon lange eine Umgehungsstraße für die B 194 gefordert. Vielleicht geht es nun schneller.
Hinter EEW stehen übrigens inzwischen chinesische Geschäftsleute. Die Firma, die als Verbrennungsspezialist gilt, wurde 2016 als erste große deutsche Technologiefirma vom Konzern Beijing Enterprises Holdings Limited übernommen. Diese seien vor allem daran interessiert, wie Deutschland seine Umweltprobleme löst, sagte Kemper.








Ein chinesisches Staatsunternehmen interessiert sich für die Lösung von Deutschlands Umweltproblemen??
Mit den Plänen der EEW habe ich mich letztes Jahr wegen gleicher Pläne bei Hamburg beschäftigt. Meines Wissens nach haben sie noch keine Technologie, um Phosphor zurück zu gewinnen. Der Satz dazu ist hier im Artikel auch schwammig geschrieben. Bei Hamburg waren auch fehlende Angaben zur künftigen Schadstoffbelastung, zur Lagerung des Klärschlamms und seiner Rückstände, zu Havarieplänen, zum augenscheinlich geplanten “Mülltourismus“ etc. ein Problem. Ist in Stavenhagen wahrscheinlich nicht anders. Baubeginn war bei Hamburg trotz ausstehender Antworten, massiver Proteste und der Nähe zu einem Naturschutzgebiet trotzdem schon und dass, obwohl noch keine endgültige Genehmigung vorliegt…
Ich drücke allen betroffenen Anwohnern in Stavenhagen die Daumen, dass die zukünftigen Belastungen nicht so schlimm werden wie befürchtet… zu stoppen ist das Ganze ja anscheinend nicht.