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So wenig Schwangerschaftsabbrüche wie seit 20 Jahren nicht

4. März 2020

In Mecklenburg-Vorpommern wurden im vergangenen Jahr 2309 Schwangerschaften abgebrochen und damit 86 weniger als 2018. „Das ist der niedrigste Stand seit über 20 Jahren“, so Sozialministerin Stefanie Drese unter Berufung auf das Statistische Landesamt. Als einen wesentlichen Grund für zurückgehenden Zahlen sieht die Ministerin das wohnortnahe und flächendeckende Netz von Schwangerschaftsberatungsstellen in Mecklenburg-Vorpommern. Insgesamt halten im Land 42 Beratungsstellen ihre Angebote nach dem Schwangerschaftskonfliktgesetz vor. „Die Schwangerschaftskonfliktberatung dient der Bewältigung eines eingetretenen Schwangerschaftskonflikts“, sagte Drese heute in Schwerin.

Das Land fördert die Schwangerschaftsberatungsstellen im Jahr 2020 mit 3,26 Millionen Euro. Das sind rund 114.000 Euro mehr als 2019.

Durch die Beratung soll die Frau in der Lage sein, in voller Kenntnis des Für und Wider, eine Entscheidung zu treffen. Die Schwangerschaftsberatung wird ergebnisoffen geführt, obgleich sie sich von dem Bemühen leiten lässt, die Frau zur Fortsetzung der Schwangerschaft zu ermutigen und ihr Perspektiven für ein Leben mit dem Kind zu eröffnen. Die Beratung geht von der Verantwortung der Frau aus. Sie soll ermutigen und Verständnis wecken, nicht belehren oder bevormunden.

Drese: „Die qualifizierten Mitarbeiter leisten eine sehr gute Arbeit. Sie bieten Beratung und Hilfe vor, während und nach der Schwangerschaft an. Ich werbe bei Frauen, aber auch Männern sehr stark dafür, diese qualifizierten Angebote gerade auch in Krisensituationen zu nutzen“, sagte Ministerin Drese.

Für Frauen in Notsituationen weist Ministerin Drese zudem auf die Möglichkeit der vertraulichen Geburt sowie auf das bundesweite Beratungstelefon „Schwangere in Not – anonym und sicher“ hin. Für eine kostenlose und qualifizierte Erstberatung können Schwangere sich rund um die Uhr an das Hilfetelefon unter der Nummer 0800/ 40 40 020 wenden. Die Beratung ist kostenlos und wird mehrsprachig angeboten.


2 Antworten zu “So wenig Schwangerschaftsabbrüche wie seit 20 Jahren nicht”

  1. Besorgter Bürger sagt:

    Dann, so denke ich, wird es wohl im gleichen Zeitraum so wenig Schwangerschaften wie seit 20 Jahren nicht gegeben haben.

  2. Ingolf sagt:

    Ich begrüße es, dass dieses Thema überhaupt einmal formuliert wird. Ebenso, dass für Notlagen Hilfsangebote gemacht werden. Schön ist es, wenn Frauen Mut gemacht wird, ihr Kind zur Welt zu bringen. Es gibt aber so viele Konfliktsituationen, und da kann es keine Patentrezepte geben.
    Die Frage ist sicher auch, wie können Frauen/Familien damit umgehen, die sich so sehr ein Kind wünschen und dieser Wunsch unerfüllt bleibt.
    Ja, Belehrungen und Bevormundungen sind wie bei vielen anderen Themen eher nicht hilfreich. Verständnis, Hilfe und Zuwendung richten bestimmt mehr aus.