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Stein auf Stein im Hafendorf Müritz– Ferienapartments im Bau

26. Oktober 2018

Während rund um die Müritz immer wieder die Investitionsversprechen platzen, gibt es im Süden einen, der still und leise baut: Harald Kuhnle, der seit 20 Jahren dabei ist, das Gelände der alten Rechliner Schiffswerft zum Wassersportzentrum im südlichen Mecklenburg auszubauen. Im Oktober war wieder ein Meilenstein erreicht.

Grund zum Feiern im Hafendorf Müritz: Im Dachstuhl des ersten Gebäudes der Marina Müritz Apartments baumelt der Richtkranz. Direkt daneben wartet schon das zweite Gebäude auf den Dachstuhl und ein paar Meter weiter liegt der Grundstein für weitere zwei Gebäude. „Wenn alles nach Plan läuft“, so Mit-Bauherr Christian Langhoff, „stehen hier im Sommer 2019 vier Häuser mit zusammen 20 schönen Ferienapartments mit Blick auf Müritz und Classee.“

Wie kam es dazu?

„Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man etwas Schönes bauen.“  Kaum ein Zitat passt besser auf das Hafendorf Müritz, als das von Goethe. Wer weiß schon noch, wie es vor 20 Jahren hier aussah?

Alte Hallen, der große Turm, eine halb kaputte Sliprampe. „Steine, aus denen ich etwas bauen konnte, waren genug vorhanden“, schildert Harald Kuhnle seinen ersten Eindruck. Gab es hier schlechte Vorzeichen, die Kuhnle davon hätten abhalten sollen, das Gelände zu übernehmen? „Jede Menge! Altlasten im Boden, 1100 ehemalige gefrustete Mitarbeiter der Schiffswerft, fehlende Ahnung von Immobilien und allem, was nicht mit Maschinenbau, Wassersport und Tourismus zu tun hatte.“

Mit 41 Jahren war Harald Kuhnle Besitzer einer Industriebrache und hatte ein paar Millionen Schulden. Er hatte das Gelände 1997 bei einer Zwangsversteigerung erworben. Es gibt nichts zu beschönigen: Das Projekt hätte ihn fast ruiniert. Umweltausgleichsmaßnahmen, die Armleuchteralge, das Arbeitstempo in den Behörden, die eine oder andere Wirtschaftskrise, eine echte Bombe unter einem Hallenfundament – manch Stein legte sich ihm gut getarnt in den Weg.

Aufgeben war keine Option. „Es hing nicht nur meine eigene Existenz am Erfolg dieses Projektes, sondern auch die von 80 Mitarbeitern und ihren Familien. Es blieb nur: Dranbleiben, durchhalten, dicke Bretter bohren, hin und wieder ein Gericht bemühen, kämpfen.“ Er habe nie den Glauben an das Grundstück verloren. „Vielleicht war ich der einzige, der das touristische Potenzial erkannt hat. Ein Vorteil, sicher. Aber zwischendurch wäre es nett gewesen, wenn ein großer Hotelkonzern oder ein Touristik-Riese das auch erkannt hätte.“ Immer mehr einzelne Investoren ließen sich vom Sonnenuntergang an der Müritz begeistern, so ging es Stück für Stück voran.

Während in den Städten die Wohnungspreise explodieren und andere Ferienimmobilienentwickler an der Müritz die zu erwartende Wertsteigerung gleich beim Erstverkauf mit ansetzen, sind die Preise der Marina Müritz Apartments eher moderat: Ab 177.310 Euro brutto (149.000 € netto) zahlt man für ein knapp 60 Quadratmeter großes Apartment mit Wasserblick. Auf Wunsch übernimmt die Kuhnle-Group auch Vermarktung und Bewirtschaftung des Apartments.

Die Entwicklung des Hafendorfs Müritz zum wassertouristischen Zentrum der Südmüritz schreitet damit wieder ein Stück weiter voran. Seit Anfang 2002 ist aus einer Industriebrache in Traumlage nach und nach ein Feriendorf mit großem Wassersportangebot, Werftservice und dem besten Sonnenuntergang geworden.

Aber: Es sind noch nicht alle Steine verbaut. „Wir hoffen immer noch auf einen Hotelinvestor, außerdem könnte man einige der noch vorhandenen Hallen durch weitere Apartmenthäuser ersetzen.“

Foto unten: Das ehemalige Werftgelände des VEB Schiffswerft Rechlin (Luftbild von 1995)


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