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Trauer um ehemaligen stellvertretenden Landrat

9. März 2019

Es gibt nicht viele Politiker, denen man diese Eigenschaft zuspricht, aber Siegfried Konieczny charakterisierte eines ganz besonders: Er war herzlich, überaus herzlich. Eine Herzlichkeit, die nicht gespielt war, die man ihm gerne abgenommen hat, und die unwahrscheinlich gut tat. Der ehemalige Vize-Landrat des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte ist am Donnerstag nach schwerer Krankheit, die er lange Zeit ganz tapfer und hoffnungsvoll bekämpft hat, im Alter von 59 Jahren gestorben.
Siegfried Konieczny gehörte der Partei „Die Linke“ an, doch bei seiner Arbeit stand das nie im Vordergrund. Er interessierte sich für Menschen, egal, was sie dachten, fühlten, meinten und egal, welcher Partei sie angehörten.

„Ich habe Herr Konieczny am Montag noch besucht und selbst da hat er noch Optimismus ausgestrahlt. Er war ein besonderer Mensch, ein  Mensch, der sehr viel Lebensfreude verbreitet hat. Bis zuletzt. Als stellvertretender Landrat war Siegfried sehr loyal und hat beispielsweise in der Flüchtlingskrise immer den Überblick behalten, ohne in Hektik oder in Panik zu verfallen“, so Landrat Heiko Kärger (CDU) gestern gegenüber „Wir sind Müritzer“. Aufgrund seiner Erkrankung musste der Demminer vor einiger Zeit seine Arbeit und damit auch den Job als stellvertretender Landrat aufgeben.

Eine, die Siegfried Konieczny noch viel besser kannte, ist Bettina Paetsch (CDU). Die ehemalige und letzte Landrätin des nicht mehr existenten Müritzkreises hat sehr eng mit dem Politiker zusammengearbeitet und war darüber hinaus mit ihm befreundet. Und zwar schon, als Siegfried Konieczny noch Landrat des alten Kreises Demmin war.
„Wir hatten sofort einen Draht zueinander. Wir waren ja beide Neulinge, bei ihm konnte ich mir sicher sein, dass er es ernst meint. Parteien haben bei uns nie eine Rolle gespielt, es ging nur um die Sache und die Menschen in unserer Region“, so Bettina Paetsch gestern. Genau wie die einstige Müritzkreis-Landratin war auch Siegfried Konieczny einer derjenigen, der sich nie mit der ungeliebten Kreisgebietsreform und den jetzigen Riesen-Kreisen anfreunden konnte und bis zuletzt auch gegen die Umsetzung der Reform gekämpft hat. Dass die Sinnhaftigkeit der Großkreise in Mecklenburg-Vorpommern auch heute noch nicht nachgewiesen ist, gibt beiden inzwischen Recht.

„Wenn Siegfried in einen Raum kam, war der Raum hell. Man kann das gar nicht beschreiben“, sagt Bettina Paetsch. Auch sie hat den Verstorbenen vor wenigen Tagen noch einmal besucht, mit ihm geplaudert, über Gott und die Welt geredet, und auch über den Tod. „Er wollte es so.“ „Ich habe nicht nur einen lieben und verlässlichen ehemaligen Kollegen verloren, sondern einen Freund, der mir viel bedeutet hat“, sagte die einstige Landrätin.

Siegfried Konieczny hinterlässt eine Ehefrau, vier Kinder und vier Enkelkinder, die er über alles geliebt hat. Im Juni wäre er 60 Jahre alt geworden.

 


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