
Die Universitätsmedizin Rostock hat am gestrigen Mittwochabend ab 19 Uhr eine unangekündigte Übung zur Versorgung bei einem Massenanfall von Verletzten (MANV) durchgeführt. Im Mittelpunkt stand die Bewältigung eines simulierten Busunglücks mit 20 verletzten Personen. Die Übung dauerte rund zwei Stunden und lief parallel zur regulären Notfall- und Patientenversorgung, die durchgehend sichergestellt war. Beteiligt waren rund 40 Mitarbeiter aus dem vorgesehenen Besetzungsplan, etwa 30 Freiwillige der Rostocker Simulationsanlage (RoSaNa), die die Patienten darstellten, sowie fünf Beobachter.
Als überregionaler universitärer Maximalversorger bereitet sich die Universitätsmedizin Rostock regelmäßig auf besondere Krisensituationen vor. „Wir tragen Verantwortung weit über Rostock hinaus und müssen in Ausnahmesituationen schnell, sicher und koordiniert handeln können. Solche Übungen sind unverzichtbar, damit im Ernstfall jeder Ablauf sitzt“, sagte Dr. Christiane Stehle, Vorstandsvorsitzende und Ärztliche Vorständin der Universitätsmedizin Rostock.

Geübt wurde die Versorgung im Interdisziplinären Notfallzentrum gemeinsam mit mehreren Fachbereichen. Eingebunden waren unter anderem Mitarbeiter der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie sowie der Klinik und Poliklinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie. Damit wurde die interdisziplinäre Zusammenarbeit trainiert, wie sie bei realen Großschadensereignissen erforderlich ist.
Für das Szenario wurden die Verletzten nach dem Berliner Sichtungsalgorithmus eingeteilt. Simuliert wurden sechs lebensbedrohlich verletzte Personen, acht schwerverletzte Personen sowie sechs leicht verletzte Personen. „Wir trainieren unter realistischen Bedingungen, wie Patientinnen und Patienten gesichtet, priorisiert und medizinisch versorgt werden. Entscheidend ist, dass viele Berufsgruppen unter Zeitdruck als eingespieltes Team funktionieren“, erklärte Dr. Tarek Iko Eiben, Chefarzt des Interdisziplinären Notfallzentrums und stellvertretender Medizinischer Koordinator.
Neben den medizinischen Abläufen standen auch Alarmierungswege, Raumordnung, Sicherheit und Kommunikation im Fokus. Beobachterinnen und Beobachter dokumentierten die Prozesse, um Stärken und Verbesserungsmöglichkeiten systematisch auszuwerten. „Eine wirksame Abarbeitung von Großschadensereignissen beginnt mit klaren Strukturen und geübten Schnittstellen. Deshalb prüfen wir in solchen Lagen bewusst auch Wege, Zuständigkeiten und Entscheidungsprozesse“, betonte Dr. Katja Waldeck, Leiterin der Stabsstelle Sicherheitsmanagement.
Bildquelle: Martin Börner







