Anzeige
Anzeige

Warenerin: “Sanfter Tourismus war versprochen. Wir haben ihn zu wenig eingefordert.”

28. August 2020

Sie wollte zum Nachdenken anregen und hat auf eine kleine Diskussion gehofft. Dass ihr Leserbrief aber eine so große Resonanz hervorruft, hätte Regina Cleemann nicht gedacht. Sowohl auf unserer Facebook-Seite als auch auf der Homepage kommentierten zahlreiche Warener die Zeilen von Regina Cleemann, die geschrieben hat, warum sie immer noch nicht weiß, welchem Bürgermeister-Kandidaten sie am 13. September ihre Stimme geben soll. Die Warenerin hat offenbar den Nerv vieler Einwohner getroffen, vor allem ihre Bedenken in Sachen Tourismus und Natur teilen sehr viele Leser.
Aufgrund der von ihr ausgelösten Diskussion meldet sich Regina Cleemann noch einmal zu Wort – mit konkreten Vorschlägen:
“Liebe Warener, es tat offenbar vielen Menschen gut, Probleme anzusprechen, die uns seit Jahren auf der Seele liegen und es tat gut, zu spüren mit den Gedanken nicht allein zu sein. Doch wie geht es nun weiter.
Der Begriff Bürgermeister sagt es eigentlich schon. Er ist ein Bürgermeister und kein Tourismussklave.

Wir sollten jedem Kandidaten noch einmal die Frage stellen nach seiner Meinung und seinen Plänen zum Schutz der Natur. Das ist ein grundlegendes Problem, das sowohl die Lebensqualität der Warener berührt, als auch die der Urlauber, die sich Erholung versprechen in einer gesunden wald- und wasserreichen Umgebung. Dazu brauchen wir als erstes ein grundlegendes Gutachten über den Zustand unserer Binnenmüritz. Die Erklärungen für das Niedrigwasser nützen keinem. Was verträgt dieser wunderschöne Teil unseres größten Binnengewässers noch an Auswüchsen des Tourismus?

Nicht auf das Recht verzichten, Einfluss zu nehmen

Weiterhin sollten wir alle mitarbeiten an einem Konzept, das die Bedürfnisse und Wünsche der Warener beinhaltet und das ein wichtiges Arbeitsprogramm des Bürgermeisters für seine Amtszeit darstellt, und über deren Erfüllung er regelmäßig rechenschaftspflichtig ist.

Wir brauchen außerdem dringend ein Gesetz, das verhindert, aufgekauften bezahlbaren Wohnraum in Ferienwohnungen zu wandeln. Wir sind in erster Linie eine kleine Stadt und kein Touristenzentrum mit angeschlossenem Wohnraum für die Eingeborenen.

Und jetzt sollten wir gut überlegen, wem trauen wir diese zukunftsweisende Aufgabe als Bürgermeister zu. Meine persönlichen Auswahlkriterien sind: Welche Antwort erhalte  ich  auf die Naturschutzfrage? Kann jemand, der an Immobilien gut verdient, so einer Verantwortung gerecht werden? Wer hat das Format, sich durchzusetzen und abzuwägen ?

Auf keinen Fall sollten wir auf unser Recht verzichten, zu versuchen, Einfluss geltend zu machen auf die Entwicklung unserer Stadt. Meckern kann jeder, das braucht man auch mal, hilft aber keinem.

Besser spät als nie

Am 5. September findet noch einmal eine Veranstaltung zur Vorstellung der Bürgermeisterkandidaten statt. Ich hoffe sehr, dass es auch im offensichtlich geplant lockeren Rahmen ernsthaft um unsere gemeinsamen Interessen geht. Und ich hoffe, dass sich unsere Kandidaten noch einmal äußern. Keine Antwort ist auch eine Antwort.

Wir haben unsere Stadt in den Jahren nach der Wende aufblühen sehen. Sanfter Tourismus war versprochen. Wir haben ihn zu wenig eingefordert. Das Ergebnis liegt vor uns. Noch ist es nicht zu spät. Es liegen viele Möglichkeiten vor uns, Warens traumhafte Natur zu bewahren und den Gegensatz von Lebensqualität der Warener und Tourismus aufzuheben und beidem gerecht zu werden. Besser spät als nie.

Ich wünsche uns viel Erfolg bei unserer gemeinsamen Aufgabe.

Regina Cleemann


9 Antworten zu “Warenerin: “Sanfter Tourismus war versprochen. Wir haben ihn zu wenig eingefordert.””

  1. MaikWaren sagt:

    Liebe Frau Cleemann, schade, daß Sie nicht auf dem Wahlzettel stehen. Sie haben eine sehr kluge Sichtweise. Es geht nicht GEGEN den Tourismus, sondern ein harmonischen Miteinander. Doch das gibt es eben seit Jahren nicht mehr in Waren. Wer sich darüber aufregt wird schnell als Touristen-Hasser hingestellt. Dabei wollen wir nur das erhalten was den Tourismus überhaupt möglich macht – unsre einzigartige Natur. Ich danke Ihnen für die Denkanstöße und hoffe, dass auch die Kandidaten ganz genau lesen. Wäre schön, hier mal wieder was von Ihnen zu lesen.

  2. Warener Bürgerin sagt:

    Liebe Frau Cleemann,
    auch ich würde Sie zu gerne auf dem Stimmzettel sehen. Ihre Ausführungen sprechen mir so aus der Seele.
    Es hat sich auf Ihren Leserbrief hin nur ein Kandidat gemeldet. Aber eher bockig als aufgeschlossen. Statt auf die Sorgen der Bürger einzugehen, schrieb er, man hätte ja bei seiner öffentlichen Rede dabei sein können. Wir alle haben mit unserem Privatleben selbst viel um die Ohren. Ich finde es schwierig, sich über die Kandidaten zu informieren. Vielleicht schafft „Wir sind Müritzer“ es, noch eine Übersicht mit allen Zielen der einzelnen Kandidaten zu veröffentlichen. Dazu wäre natürlich auch der Hintergund eines jeden sehr wichtig. Vielleicht würden uns allen so eine Zusammenfassung helfen.

    Zudem finde ich auch, dass sich die Kandidaten dem Leserbrief und den Kommentaren noch vor der Wahl stellen sollten. Das ist doch aktuell ihre größte Chance! Warum nutzt sie keiner von Ihnen??

    Ich hoffe auf eine Stadtentwicklung im Einklang mit der Natur und den Bewohnern!! Tourismus kann eine wichtige Rolle spielen, aber muss sich den Besürfnissen der Natur und Anwohner immer unterordnen.

  3. Martin Süß sagt:

    Ja Frau Kleemann, Sie haben in der Tat den Nerv vieler Warener getroffen.
    Ich glaube auch nicht, das unsere Bürger generell gegen den Tourismus sind, schließlich leben viele davon.
    Aber der Einklang mit der Natur muss passen!
    Und wir brauchen auch keine Hotelhochburgen mehr, auch im Interesse der existierenden Hoteliers.
    Ich werde das Gefühl nicht los, dass auch weiterhin nach Bauplätzen gesucht wird, um die Tourismusbranche voranzutreiben.
    Da muss nur ein Investeror kommen und mit Geldscheinen wedeln und schon wird man schwach.
    Und mit Ferienwohnungen und weiteren Hotels, lässt sich natürlich das meiste Geld verdienen.
    Wenn es noch bebaubare Flächen gibt liebe Bürgermeisterkandidaten und auch Stadtvertreter, dann tut was für unsere Bürger.
    Ich weiß, dass es schwehr wird Investoren zu finden,
    die z.B. eine Schwimmhalle bauen. Und dann kommt noch hinzu, dass jemand diese so einigermaßen gewinnbringend oder kostendeckend betreiben muss.
    Und da gibt es ja auch noch das Versprechen eines damaligen Bürgermeisters, das dem Röbeler Bürgermeister gegeben wurde, in Waren keine Schwimmhalle zu bauen, weil es sonst mit dem Betreiben des Spaßbades in Röbel schlecht aussieht. Aber damals hat eben auch noch niemand daran geglaubt, dass Klink einmal platt gemacht wird. In Waren sollte man sich in Zukunft auf die wichtigeren Dinge konzentrieren und nur noch Bauten zulassen, die im Intersse unserer Bürger stehen. Und dazu gehört z.B. eben auch eine Schwimmhalle, Tennishalle oder auch eine kombinierte Mehrzweckhalle für kulturelle und sportliche Events, auch außerhalb der Saison.
    Weiterhin muss die Beseitigung der Dreckecke Tunnelunterführung am Bahnhof in Angriff genommen werden. Das ist ein Schandfleck für unsere Stadt und hinterlässt auch für Touristen keinen guten Eindruck. Aber hier haben wir es wieder: Eine Sanierung und ein behindertengerechter Ausbau kostet viel Geld aber bringt keine zukünftigen Einnahmen wie. z.B. ein neues Hotel oder Parkhaus in der Innenstadt!
    Für jeden Mist werden Fördergelder beim Land oder Bund beantragt, warum nicht für dieses Projekt.
    Und die Deutsche Bahn muss hier auch mit in die Pflicht genommen werden.
    Wie Frau Kleemann schon geschrieben hat: Es ist noch nicht zu spät, den Kurs für die zukünftige Stadtplanung zu ändern,
    aber es steht bereits 5 Minuten vor 12.

  4. Leon Ahrens sagt:

    Liebe Warener Mitbürger,
    ich finde es immer wieder interessant zu sehen oder zu lesen wie sehr die Warener Bürger sich ihrer Natur erfreuen. Das ist schön, doch zugleich stellt sich mir die Frage warum man dann in einer Stadt lebt und nicht auf dem Land oder im Wald. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, Natur ist wichtig, der Schutz unseres Merkmals ist wichtig. Aber genauso wichtig ist eine funktionierende Stadt.

    Waren ist nun mal ein beliebter Wohnungsort und um weiterhin gut für die Mitbürger zu wirtschaften ist nun mal Geld notwendig. Diese Einnahmen nur aus Tourismus zu generieren sehe auch ich sehr kritisch, eine Diversifizierung des Wirtschaftsstandortes Waren würde uns bei dem Erhalt helfen und weniger Stress bereiten.

    Ich würde mich mit meinen noch recht jungen Jahren über einen Bürgermeister freuen, der etwas von Wirtschaft und Natur-/Klimaschutz versteht. Das eine muss das andere nicht ausschließen. Im Gegenteil, es kann sich sogar ergänzen und uns mehr Angebote (entschuldigen Sie bitte meine einfache Wortwahl) für die jüngeren Mitbürger bescheren und nicht noch mehr Wanderkurse wo 90% der Teilnehmer Rentner sind. Wenn wir irgendwann eine schrumpfenende Stadt mit weiter schrumpfenendem Angebot sehen wollen, weiter so. Aber die Zukunft liegt nun mal in der Jugend.

  5. Regina Cleemann sagt:

    Zunächst bitte ich Sie um Entschuldigung, dass ich mich noch einmal mit meinen Ergüssen zu Worte melde, aber ich habe den Eindruck, dass es genau zu diesem Zeitpunkt wichtig wäre, sich die Zeit vor 30Jahren noch einmal in Erinnerung zu rufen. Danke Herr oder Frau BB für diesen versteckten Hinweis.

    Es gab Zeiten des gemeinsamen Stolzes und der Freude über unsere aufblühende Stadt. Waren war stark und stolz.
    Waren ist schön , hieß es damals , und dem war nichts hinzuzufügen.

    Erinnern wir uns an die Aufbruchjahre unserer Stadt. Ich beziehe mich bewusst nur auf die Hinterlassenschaften der Politik in den Städten in dieser Zeit.
    Anfang der Wendejahre war Waren grau, hatte viele , viel zu viele öde Plätze , viele kaputte Häuser und kaputte Hausfassaden und eintönige Neubaugebiete.
    Ich erinnere an den Hafen, er wirkte gruselig, hatte eine einsame Eisenbahnspur und wirkte einsam und verlassen. Die Speichergebäude hier und am Kietz standen herum , ob sie damals noch eine Funktion hatten, ist mir nicht bekannt.

    Was für eine Aufbauleistung haben die Verantwortlichen für unsere Stadt bewirkt. Sie hatten Visionen. Es war kaum zu fassen ,was man aus einem vor sich hin dämmermden Hafen, der dieses Wort kaum verdiente ,aus nutzlosen Speichergebäuden , schad- und lückenhaften Fassaden und eintönigen Neubaugebieten alles schaffen konnte.
    Die gärtnerische Architektur am Hafen ist ein Gediicht. Die Bepflanzungen künden von der Liebe zum Detail. Die Umgestaltung und die einfühlsame Füllung von Baulücken, am besten sichtbar von der Strandstraße aus, wirkt zauberhaft, die Fassadengestaltung der alten Häuser bewundernswert.
    Man kann gar nicht alles aufzählen.
    Jeden Städtepreis hätten die verantwortlichen Stadtplaner und die privaten Bauherren damals verdient.
    In diesen Gründerjahren haben sich Menschen, an der Spitze unser damaliger Bürgermeister Günter Rhein, für unsere Stadt stark gemacht.
    Und ich bin sicher , sie trugen damals die Stadt im Herzen und keine Dollarzeichen in ihren Augen .
    Und genauso sicher bin ich mir ,dass nicht damals schon ,,Zwänge und Notwendigkeiten” in den Stadtentwicklungskonzepten vor 30 Jahren festgeklopft wurden , die die empfindliche Störung der Schönheit unserer nach sich ziehen, wie es Herr oder Frau BB im Kommentar meint. Und über ,,Weltfremdheit” bei diesem fragwürdigen Hinweis möchte ich gar nicht erst reden.

    Dass diese prächtige ,in ihrer Natur einzigartige Stadt gezeigt werden will und zu einem Besuchermagnet wird , ist gewollt und jedem Warener klar.
    Vieles hat sich in den letzten Jahren verändert, es ist gekippt.
    Aus bezahlbaren Wohnraum wurden und werden immer mehr Ferienwohnungen
    Die einfühlsame Architektur scheint keine Rolle mehr zu spielen. Es entstehen protzige Häuser und hässliche Bauten. Das Grün verschwindet zunehmend aus der Stadt
    Der Hafen wurde zubetoniert und weiterer Beton ist in Sicht.
    Immer mehr Besitzer von Ferienwohnungen.setzen auf besenrein, indem sie ihre Höfe zupflastern und sich der Schottergartenbewegung anschließen.
    Der Anblick der Stadt von verschiedenen Standpunkten aus hat Schaden genommen. Waren ist NOCH schön
    Aber wie lange? Oder anders gefragt :
    Wie viel Tourismus verträgt eine Stadt , ohne Schaden zu nehmen ?
    Wer übernimmt die Verantwortung?
    Oder ist das etwa schon das Moderne und Jüngere, was uns einer der Bürgermeisterkandidaten so eindringlich verspricht ?

    Was bleibt für die Einwohner Warens ?
    Der Personenkraftverkehr wurde so weit kaputtgespart , dass viele in das Auto gezwungen werden. Besonders die älteren Menschen haben darunter zu leiden
    Das Verkehrsaufkommen hat so weit zugenommen , dass es kein Wunder ist , wenn aus einem Teil der Bevölkerung die Forderung kommt, einen einzigartigen Teil der Natur unserer Stadt zu zerstören, um eine Umgehungsstraße zu bauen.

    Wie geht es weiter ?
    Hat das Dollarzeichen in den Augen tatsächlich das große Herz , das in unsere Stadt gesteckt wurde , besiegt ?

    Die meisten Kandidaten auf der Liste haben wie ich als Kinder die Einzigartigkeit unserer Natur in der Stadt erlebt, haben hier gespielt, sich ausgetobt und wissen, wie wichtig das Grün, die gesunde Luft und der freue Blick gerade auch für die nachfolgende Generation sind.
    Und der Klimawandel ist erst im Kommen .Dass wir ihn noch nicht so stark erleben , sollte uns mit Dankbarkeit und nicht mit Sorglosigkeit erfüllen.
    Gehen wir behutsam mit dem um ,was uns anvertraut wurde.
    Das ist im Sinne der hier lebenden Menschen und der Besucher unserer Stadt.

    • Mario sagt:

      Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Klingt fast wie ein Script oder Fragekatalog für das Wahlforum am Samstag.
      Eine Aussage oder Feststellung möchte ich aber klar hervorheben: ein Bürgermeister braucht eine Vision für Waren. Und genau das ist unter dem jetzigen BM leider nicht erkennbar. Auch die anderen Kandidaten tun sich da grösstenteils etwas schwer.

  6. Erika sagt:

    Liebe, liebe Frau Cleemann,

    nur selten finde ich die Zeit um in “sozialen” Netzwerken zu lesen und noch seltener gebe ich zu allem meinen Senf dazu. Ihr Artikel hat sich herumgesprochen und ich danke Ihnen für jeden einzelnen Satz, den Sie schreiben. Ich bin in Waren geboren und habe über 30 Jahre für den Tourismus gebarbeitet. Die Entwicklung dieser Branche hat mich in den letzten Jahren immer mehr erschüttert und ich habe vor etwa einem Jahr aufgegeben. Bewusst entschied ich mich auszusteigen. Davon zu leben, ist das EINE, überzeugt zu sein das ANDERE. Von Jahr zu Jahr wird unsere Stadt voller und voller. Von Jahr zu Jahr werden die, die sich hier erholen wollten, ja WOLLTEN, immer unzufriedener gereizter, genervter. Gaststätten, Imbissbuden, Ausflugsziele, PARKPLÄTZE usw. sind gnadenlos überfüllt, weil wir dem Zustrom gar nicht mehr gerecht werden können. Wenn eine Gruppe von Radfahrern neben einem Tisch steht und genervt stöhnt, weil die Gäste, die dort sitzen nicht schnell genug essen, dann hat das in meinen Augen mit Erholung nichts mehr zu tun. Das ist keine Ausnahme, sondern die Regel und es ist nicht übertrieben. Wie kann sich ein Gast in unserer Stadt wohlfühlen, auf der Jagd nach einem Platz für das Auto oder Sitzplatz für ein Mittagessen oder Eisbecher? Dementsprechend sind die Gäste auch gelaunt und das wird von Jahr zu Jahr deutlicher. Wäre ich als Tourist, mit der Hoffnung auf einen schönen Urlaub, an der Müritz gelandet und hätte diese Zustände, würde ich sofort wieder abreisen und nicht mehr wiederkommen. Die immer dünner werdenden Grünanlagen machen die Situation nicht ein Stück besser. Ob die Wasserqualität der Müritz KURORT-tauglich bleibt, wage ich auch zu bezweifeln, wenn der Hafen weiter und weiter aus allen Nähten platzt, weil kaum noch ein Blatt zwischen all die Boote passt. Ja, auch mir hat der Tourismus jahrelang den Arbeitsplatz gesichert, aber inzwischen sind die Bedingungen für Personal in der Gastronomie z.B. kaum noch zumutbar. Als Einheimische wünsche ich mir mehr Vorausdenken im Umgang mit dem Tourismus.
    Liebe Frau Cleemann, Sie haben sich in mein Herz geschrieben. Vielen Dank dafür.
    Mit freundlichen Grüßen
    Erika B.

  7. Warener Jung sagt:

    Sehr geehrte Frau Cleemann, sehr geehrte Frau Erika B. !

    Ich bin 64 Jahre alt (oder jung ?) und gebürtiger Warener ! 10 Jahre meines Lebens durfte ich in der Fremde erleben (Lehre, Wehrdienst, Studium). Trotzdem hat es mich immer wieder in unsere schöne Heimatstadt zurückgezogen. Ich möchte Ihnen beide aus tiefster Seele Recht geben. Besser konnte man die gegenwärtige Situation nicht beschreiben.
    Irgendwann ist die Wanne voll. Wenn selbst Einheimische einem davon abraten sich ab 11:00 Uhr in die Stadt zu begeben,
    sollten wir nachdenklich werden, bevor irgendwann einmal nur ein großer Scherbenhaufen übrig bleibt. (Leere Geschäfte,
    Hotels, Pensionen und Gaststätten). Meine Hoffnung auf Besserung sind leider gering, denn ich glaube, es zählt nur noch der schnöde Mammon !

  8. Ein Warener sagt:

    Corona hat die Menschen verändert. Sie sind nur noch am meckern, mit sich selbst unzufrieden usw. Warum wird jetzt gemeckert über den Tourismus. Den gibt es seit mehreren Jahren in diesem Umfang. Die kurze Zeit in dem wir hier Gäste haben, sollten wir mit den Touristen nutzen. In der Zeit von November bis März April sind kaum Gäste hier. Hier machen sogar Geschäfte, Hotels und Restaurants zu. Dann meckern die Warener wieder, weil sie nicht Essen gehen können. Und das Waren veraltert, wissen wir auch schon seit Jahren. Kein Kurkonzert am Hafen, keine Disco keine Tanzbar usw. Wenn für paar Monate was los ist, ist es auch wieder nicht richtig.
    Wenn Corona wieder vorbei ist, kommen eh wieder weniger Urlauber. Die fahren dann alle wieder ins Ausland.
    Und mir hat noch nie einer gesagt, ich solle nicht in die Stadt gehen, da sie voll ist.
    Und wenn wir den Tourismus nicht hätten, würde Waren nicht so gut aus sehen, wie es heute ist. Man braucht ja bloß 30km weiter in Norden gucken, wie die Städte noch immer aussehen und das 30 Jahre nach der Wende.
    Für mich ist das Meckern auf sehr hohen Niveau.