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Aus “Müritz rundum ” soll “Seenplatte rundum” werden

10. Juni 2020

Das Projekt “Müritz rundum” hat viel Zuspruch, sollte aber bald ausgebaut und noch moderner werden. Das hat Verkehrsingenieur Christoph Gipp den Beteiligten und Interessierten jetzt mit auf den Weg gegeben, die gestern zum “Zukunftsforum” in die Müritz-Sparkasse kamen. Der 44-Jährige Experte hat die Auswirkungen des nachhaltigen Nahverkehrsprojektes untersucht. “Ich würde mich freuen, wenn sie größer denken und eine Gästekarte 2.0 entwickeln”, war sein Fazit. Alles müsse zudem digital funktionieren: Am besten mit dem Smartphone sich auch ausweisen oder bezahlen, mit dem der Gast ohnehin nach den günstigsten oder für ihn interessantesten Angeboten schaut. Die Konkurrenz schlafe nämlich nicht, meinte Gipp mit Blick auf den Spreewald, Usedom oder den Darß, wo ähnliche Angebote entwickelt werden.

Größer Denken hieße auch mit Plau am See, Rheinsberg oder Neustrelitz sowie Feldberg in Kontakt zu treten, aber auch kleine Gemeinden wie Kargow nicht zu vergessen. Nationalparkleiter Ulrich Messner erzählte, dass in Speck jetzt schon Urlauber fragten, warum sie nicht auch kostenlos mit den Bussen mitfahren können. Auch in Federow sei das so, hieß es. Entsprechende Gespräche dazu laufen bereits, sagte Verbandschef Bert Balke. Es gibt aber gesetzliche Hürden: So erlaubt das Kommunalabgabengesetzes im Nordosten kleinen Kommunen bisher wohl nicht, Tourismusabgaben zu erheben. Da müsse sich was ändern, forderten etliche Touristiker und auch der Vorsitzende des Tourismusverbandes Wolf-Dieter Ringguth. In Brandenburg habe man das schon geändert.

Kein Nörgeln bei der Kurabgabe

Generell komme “Müritz rundum” großartig bei Gästen an, meinte Kati Strasen, Hotelchefin im Kleinen Meer. “Früher haben die Urlauber bei der Bezahlung der Kurabgabe genörgelt, heute macht das keiner mehr”, sagte Röbels Bürgermeister Andreas Sprick. Die Gäste wüssten nun, was sie bekommen für ihre Abgabe. Das falle in allen Orten auf. Und die Gäste forderten so etwas auch ein, um weniger mit dem Auto, sondern mehr mit Bussen oder Rad unterwegs zu sein – Klimaschutz gleich inklusive.

Doch es gibt auch hausgemachte Probleme, die verbessert werden könnten, sagte Kati Strasen: “So ist der Fahrplan noch erklärungsbedürftig ,und manchmal kommen Radurlauber nachmittags nicht mehr mit dem Bus aus Röbel zurück, weil die Radanhänger zu voll sind. Hier müsse optimiert werden.

Bis zum Kummerower See

Ein ganz klares Statement gab Warens Bürgermeister Norbert Möller ab. “Die Akzeptanz der Kurabgaben ist enorm gestiegen und Waren profitiert am meisten von Müritz rundum.” Alle anderen Kommunen sollen auch etwas davon haben, stärkte Möller den Machern des Rundum-Tickets in der jetzigen Form den Rücken. Das sieht auch Gerd Schröter aus Klink so, der etwaige Debatten um das Rundum-Ticket in Waren derzeit nicht verstehen kann. Die absolut meisten Tagestouristen kommen auch über dieses Projekt in das Heilbad und sorgen hier für Umsatz und Kaufkraft.

Torsten Grahn von der MVVG stellte klar: Ohne Müritz rundum wäre das Angebot zum Nationalpark-Ticket, das 2017 nur 46 000 Nutzer hatte, bereits geschrumpft worden und auf anderen Streckenabschnitten auch. Nun seien in der Saison bis zu 93 000 Gäste unterwegs. “Wir haben wieder volle Busse, ein ganz wundervolles Problem”, sagte Grahn. Die MVVG denke auch darüber nach, das Rundum-Ticket Richtung Kummerower See zu erweitern – dann könnte man ja eine Tour auch per Rad absolvieren. Aus “Müritz rundum” könnte auf diesem Wege ein “Seenplatte rundum”-Angebot werden.


3 Antworten zu “Aus “Müritz rundum ” soll “Seenplatte rundum” werden”

  1. Toralf Schnur sagt:

    Es ist schon sehr bedauerlich, dass die Fakten ohne Not ignoriert und falsche Tatsachen immer wieder behauptet werden. Die Aussage von Herrn Gerd Schröter aus Klink ist ein tolles Beispiel, denn auf Seite 3 der „MÜRITZ RUNDUM” – Kooperationsvereinbarung heißt es: „Darüber hinaus sind Jahreskurkarteninhaber und Tageskurkarteninhaber der Projektgemeinden von der Bemessung ausgeschlossen. Sie bekommen keine „MÜRITZ RUNDUM” Gästekarte und damit auch keinen Zugang zum Angebot „MÜRITZ RUNDUM”.“. Es ist also offenkundig falsch, dass Tagestouristen das Angebot nutzen, wie behauptet. Leider ziehen sich derartige Behauptungen immer und immer wieder durch die gesamte Diskussion.

  2. Timo sagt:

    Herr Schnur, lesen sie bitte richtig!

    “Die absolut meisten Tagestouristen kommen auch über dieses Projekt in das Heilbad”
    ist etwas anderes als “… über dieses Projekt in die Region”

    Das bedeutet:
    Ein Berliner Tourist, der für eine Woche in Röbel auf dem Campingplatz wohnt, bekommt eine Müritz-Rundum-Karte und fährt damit auch mal in die Stadt Waren (Heilbad).
    Er ist somit ein Tagestourist in Waren Müritz (Heilbad).
    Ein Berliner Tourist, der nur für einen Tag von Berlin nach Waren Müritz (Heilbad) fährt und abends zurück ist wohl eher die Seltenheit und der wäre eine Tagesgast ohne Berechtigung für Müritz Rundum.
    Der “Röbeler Tourist” ist ein Tagestourist im Heilbad und bringt Kaufkraft nach Waren und würde nach Meinung von Herr Schröter seltener oder weniger oft ohne Rundum-Ticket nach Waren fahren und eher in Röbel bleiben und dort die Kaufkraft erhöhen. Hier profitiert also die Stadt Waren als größte und attraktivste Stadt am meisten von dem Ticket.

    Ob nun wirklich die “absolut meisten Tagestouristen” in der Region urlauben und dann für einen Tag nach Waren kommen oder ob eher Urlauber auf der Durchreise vom Süden an die Ostsee den Großteil der Tagestouristen ausmachen, kann wohl niemand wirklich beantworten. (“absolut meisten”)

  3. tm sagt:

    “… Alles müsse zudem digital funktionieren: Am besten mit dem Smartphone sich auch ausweisen oder bezahlen …”

    Mobiles Internet im Müritz-Nationalpark? Da würde ich mich nicht drauf verlassen. Weder Telekom noch Vodafone bieten dort eine vollständige Abdeckung.

    https://www.vodafone.de/hilfe/netzabdeckung.html
    https://www.telekom.de/zuhause/netz/breitbandausbau-deutschland/mecklenburg-vorpommern
    https://www.computerbild.de/fotos/cb-Tests-Handy-Die-schlimmsten-Funkloecher-in-allen-Netzen-22695167.html

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