Dasha und Lelya fühlen sich pudelwohl im Bärenwald Müritz

27. Juli 2023

Baden, klettern, buddeln: Die Braunbärenschwestern Dasha und Lelya haben sich rund einen Monat nach ihrem Umzug vom ukrainischen Bärenwald Domazhyr in den Bärenwald Müritz gut eingelebt. Dazu beigetragen haben sicherlich auch die Maßnahmen, die während der Eingewöhnungsphase ergriffen wurden: In den ersten Tagen wurde der Besucherweg weiträumiger um das Gehege herumgeführt, so dass die beiden Bären sich in aller Ruhe mit ihrer neuen Umgebung anfreunden konnten. Inzwischen sind die Braunbärinnen ganz entspannt und können beobachtet werden, wie sie gemeinsam unter schattigen Bäumen ruhen, wie Dasha auf Bäume klettert oder wie beide baden, ihr Futter suchen und neue Beschäftigungsmöglichkeiten erkunden.  

„Dasha ist eindeutig die Mutigere in dem Geschwister-Gespann. Sie geht voran, wenn es gilt, etwas zu erkunden. Wenn Dasha vorangeht, findet auch Lelya den Mut, zu folgen“, berichtet Cheftierpflegerin Marie Unland. Relativ schnell haben sich Dasha und Lelya auf das Tierpfleger-Team eingestellt. „Sie kommen blitzschnell, wenn wir sie rufen. Natürlich liegt es daran, dass sie schlau sind und unser Auftauchen mit leckerem Bärenfutter verbinden. Eines ist aber auf alle Fälle klar: Wir haben die beiden Bärinnen ins Herz geschlossen.“

Lelya leidet nach wie vor unter gesundheitlichen Beeinträchtigungen: Ihre Fellprobleme sind bei genauem Hinschauen zu erkennen. Und auch das Problem ihrer Scheinschwangerschaften kann nach wie vor auftreten. Die gesundheitlichen Probleme waren der Grund für die Umsiedlung von Dasha und Lelya, die nur ein Leben zu zweit kennen und nicht getrennt werden sollten. In Deutschland ist die Behandlung Lelyas durch die Wildtier-Veterinäre des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung Berlin unkomplizierter zu gewährleisten als unter den aktuellen Bedingungen des Krieges in der Ukraine. 

„Wir geben den Bärinnen nun weiter Zeit, sich einzugewöhnen. Es ist geplant, Lelya im kommenden Jahr einer Operation zu unterziehen, bei der sie kastriert werden soll. Wir gehen davon aus, dass mit dieser OP ihre Scheinschwangerschaften der Vergangenheit angehören“, betont Cheftierpflegerin Marie Unland. 

Das Interesse der Besucher des Bärenwaldes an den beiden Neuzugängen ist unterdessen groß. Viele haben die Berichte im Fernsehen zum Umzug von Dasha und Lelya gesehen oder in der Zeitung gelesen und wollen nun die ukrainischen Bärinnen beobachten. „Es ist wunderbar zu sehen, wie viele Menschen Anteil nehmen und sich für die Dasha und Lelya begeistern können“, sagt Petra Konermann, Pressesprecherin im Bärenwald Müritz. 

Aus katastrophalen Haltungsbedingungen gerettet

Bereits am 29. Oktober 2019 hatte VIER PFOTEN die beiden damals 14-jährigen Braunbärinnen in der Ukraine erfolgreich gerettet und in das Bärenschutzzentrum Domazhyr bei Lwiw gebracht. Dasha und Lelya wurden zuvor als Touristenattraktion in einem Hotelrestaurant in Skole, Westukraine, gehalten. Sie verbrachten die meiste Zeit ihres Lebens in einem kleinen Betonkäfig und wurden nicht artgemäß mit süßem Brei und Brot gefüttert. Sie hatten keinen Zugang zu frischem Wasser und keine Beschäftigungsmöglichkeiten. Da die Eigentümer planten, das Gelände nach der Schließung ihres Geschäfts zu verkaufen, war VIER PFOTEN von den ukrainischen Behörden gebeten worden, die Bären in fachkundige Obhut zu nehmen.

Restaurantbären werden in winzigen Käfigen in der unmittelbaren Nähe von Restaurants, Bars, Hotels und anderen öffentlichen Freizeit-Einrichtungen zum Anlocken von Besuchern gehalten. In den meisten Fällen wurden diese Bären als Jungtiere aus der Wildnis entnommen und/ oder illegal gehandelt, bevor sie in schrecklichen Bedingungen untergebracht wurden. VIER PFOTEN engagiert sich seit 1998 für Bären in Not und hat seither 36 Restaurantbären in Europa, retten und in den eigenen Bärenschutzzentren und Partnerprojekten unterbringen können. Die Organisation hat sich zum Ziel gesetzt, die illegale und nicht artgemäße Haltung von Bären in Europa zu beenden und wird sich auch weiterhin für Bären in dieser Haltungsform einsetzen. Der Fokus liegt hierbei auf der Rettung der letzten Restaurantbären in Slowenien und in der Ukraine.

Im Bärenwald Müritz leben dreizehn Braunbären, die von VIER PFOTEN aus katastrophalen Haltungsbedingungen gerettet wurden. Auf dem 16 Hektar großen Gelände in einem naturbelassenen Wald finden sie hier einen Lebensraum, der ihren natürlichen Bedürfnissen entspricht, können sie ihr natürliches Verhalten wiederentdecken. Die Tiere können sich jederzeit zurückzuziehen und nach Belieben Parkbesucher und Artgenossen aus dem Weg gehen. Viele der Bären haben erst hier zu ihrem natürlichen Verhalten zurückgefunden und sind nach ihrer Ankunft im Bärenwald zum ersten Mal in Winterruhe gegangen. 

Fotos: Vier Pfoten


Eine Antwort zu “Dasha und Lelya fühlen sich pudelwohl im Bärenwald Müritz”

  1. Siegrun Reckter sagt:

    Ich habe ihren Beitrag mit sehr großem Interesse gelesen.
    Ich verfolge ja auch immer die aktuellen News vom Bärenwald Müritz.
    Daher weiß ich schon sehr viel von ihren Bären die dort leben.
    Meine Frage ist nun,Lelya soll ja laut ihres Beitrags nächstes Jahr operiert/kastriert werden.
    Da wird Sie ja dann auch untercNarkose gestellt werden,wird Lelya diese Narkose überstehen?
    Weil ich schon von viBären gelesen habe das Sie diese nicht überstanden haben.
    Das wäre dann sehr schade für Dadha ihre Schwester.
    Können Sie mir da nähere Infos darüber zukommen lassen.
    Mit besten Dank S.Reckter