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Gefahr durch Trockenstress: Unsichtbares Risiko für Autofahrer

7. September 2018

Es war windstill, die Sonne schien. Ein schöner Spätsommerabend eben. Als Francesco Köllner (28) die Landstraße zwischen Wittstock und Wredenhagen befuhr, ahnte er noch nicht, was gleich passieren würde. Nur wenige Meter vor ihm löste sich ein tonnenschwerer Ast aus einer Eiche und krachte auf die Straße. Trotz Vollbremsung konnte Köllner den Zusammenstoß nicht verhindern. Glücklicherweise verletzte sich Francesco Köllner nur leicht. Bis auf eine kleine Kopfplatzwunde hat er den Unfall fast unbeschadet überstanden. Aber warum lösen sich Äste urplötzlich aus augenscheinlich völlig gesunden Bäumen?

Raimund Engel (Foto rechts) von der Landesforstbehörde Brandenburg liefert dafür eine Erklärung. „Nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern sondern auch aus Brandenburg und Sachsen-Anhalt werden aktuell Fälle gemeldet. Aus heiterem Himmel stürzen teils tonnenschwere Äste von den Bäumen. Dabei handelt es sich nicht nur um Trockenäste, sondern insbesondere auch um belaubte Astpartien. Dieses Phänomen tritt infolge der noch immer andauernden Trockenheit auf. Ganz gleich ob Eichen oder Kastanien“, sagte Engel.

Und dieses Problem wird sich noch weiter verschärfen. „Sobald die ersten Herbststürme übers Land fegen, werden wir überall mit massiven Baumbrüchen rechnen müssen. Den Pflanzen fehlt die eigene Elastizität. Sobald der Druck im Baum zu groß wird, stürzen die Äste einfach herunter“, so Engel. „Selbst wenn es demnächst regnen sollte, wird es noch mehrere Wochen dauern bis die Bäume aus diesem Trockenstress herauskommen“, ergänzte Engel.

Autofahrer sollten in den nächsten Tagen ihre Augen aber nicht in die Baumkronen richten, sondern weiterhin immer den Blick auf den Verkehr richten. „Ein Anzeichen für drohende Gefahr könnten einzelne kleinere Äste auf den Straßen sein. Hier sollten die Autofahrer aufmerksam bleiben“, sagte Engel.

Für Francesco Köllner war der Mittwochabend aber ein Schock. „Niemals hätte ich damit gerechnet, dass plötzlich eine halbe Baumkrone auf die Straße stürzt.“ Sein Transporter ist nur noch Schrott, der komplette Motorblock war durch den Aufprall herausgerissen.

„Wir werden Unfälle nie ganz verhindern können. Es bringt jetzt auch nichts, jeden einzelnen Baum auf Standfestigkeit zu prüfen. Alle Bäume werden in regelmäßigen Abständen kontrolliert. Das reicht in der Regel auch aus“, sagte Engel.

Text und Fotos: Susan Ebel


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