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Paketzusteller und Postboten besonders oft krank

13. Dezember 2019

Mehr als 300 Millionen Pakete verschicken die Deutschen zur Weihnachtszeit – und jedes Jahr werden es mehr. Dass Briefträ­ger, Paketzusteller und Kurierfahrer gerade in der Vorweihnachtszeit belastet sind, macht sich auch gesundheitlich bemerkbar:

Beschäftigte aus der Branche sind überdurchschnittlich häufig und lange krankgeschrieben, so Auswertungen der BARMER zu Fehlzeiten der Top 100 Berufe im Jahr 2018. Zusteller aus Mecklenburg-Vorpommern fehlten demnach im Vor­jahr durchschnittlich 31,3 Tage. Im Vergleich: Mecklenbur­ger aller Branchen meldeten sich im gleichen Zeitraum 22,2 Tage arbeitsunfähig.

„Bedenklich ist, dass die Fehlzeiten der Pa­ketzusteller und Postboten den ohnehin schon sehr hohen Schnitt an Krank­heits­tagen im Land um nochmals 40 Prozent überschreiten“, sagt Henning Kutz­bach, Landesgeschäftsführer der BARMER.

Die hohen Fehlzeiten der Zusteller schlagen sich auch im Krankenstand nie­der. Dieser liegt bei 8,6 Prozent, das heißt von 1000 Beschäftigten fehlten im Jahr 2018 täglich 86 krankheitsbedingt im Job (Durchschnitt MV: 6,1 Prozent). Am ge­sündesten sind laut BARMER-Daten Softwareentwickler. In dieser Branche kam jeder Beschäftigte nur auf 7,7 Krankheitstage, der Krankenstand lag bei zwei Prozent. Eine positive Entwicklung gibt es in der Zustellerbranche im Land den­noch: Während im Jahr 2015 noch über 65 Prozent der Beschäftig­ten min­des­tens einmal krankgeschrieben waren, sind es mittlerweile nur noch etwas mehr als 60 Prozent.

Rückenschmerzen als häufigste Diagnose

Mehr als ein Drittel aller Fehltage der Zusteller wurden im Vorjahr in den Mo­na­ten Januar, Februar und Dezember verzeichnet. „Das zeigt, dass die Be­schäf­tigten gerade in der Zeit vor und nach Weihnachten belastet sind. Es führt zu der Frage, ob wirklich alle Geschenke im Internet bestellt werden müssen“, merkt Henning Kutzbach an.

Häufigste Ursache einer Krankschrei­bung sind in der Branche Rückenschmerzen, gefolgt von psychischen Er­krankungen. Über 45 Prozent aller Ausfälle lassen sich auf diese beiden Krankheitsarten zurück­führen. Alarmierend ist vor allem der hohe Anstieg bei den psychischen und Verhaltens­störungen um mehr als 10 Prozent im Ver­gleich zu 2017. „Um Paket­fahrer zu entlasten, könnte man vielleicht bei der nächsten Lieferung ein paar Schritte ent­gegengehen – und sich mit einem Lä­cheln und einem kleinen Dan­keschön be­danken.


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