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Flugzeug-Abstürze: Einwohner der Region mit vielen Schutzengeln

24. Juni 2019

Kann man von Glück sprechen, wenn ein Unglück ein Menschenleben gekostet hat? Ja, meinen Einwohner von Nossentin und Nossentiner Hütte. Denn sie entgingen heute Nachmittag nur knapp einer Katastrophe. Kurz nach 14 Uhr sind in unmittelbarer Nähe von Wohnhäusern zwei Eurofighter der Bundeswehr abgestürzt. „Es hat geknallt, dann flog ein Flugzeug ganz dicht über unser Haus hinweg, einige Meter weiter stieg dann eine Rauchwolke auf“, berichtet eine Anwohnerin aus Nossentin. Kurze Zeit später sieht sie eine weitere Rauchwolke aus Richtung Nossentiner Hütte und denkt sofort an ihre sechsjährige Tochter, die dort den Kindergarten besucht. Und tatsächlich liegt die zweite Absturzstelle nicht weit von der Kindertagesstätte in Nossentiner Hütte entfernt.
Wer gesehen hat, wie dicht die Wracks an Wohnhäusern liegen, wer die großen Teile der Maschinen, die kilometerweit verstreut lagen, entdeckt hat, gibt den Einwohnern Recht: Es war Glück, dass niemand am Boden zu Schaden kam. Aber die Einwohner trauern auch um den Piloten, der bei diesem Unglück – Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen spricht vom schwersten Unfall der Luftwaffe seit Jahren – sein Leben ließ.

Die sechsjährige Tochter der Nossentiner Einwohner freut sich, als ihre Eltern in den Kindergarten kamen. Wie andere Kinder auch war sie verängstig und hat geweint. „Unsere Erzieher haben gleich den Notruf gewählt und wir haben den Qualm gesehen“, berichtet die Kleine, die in Kürze in die Schule kommt. Sie versteht noch nicht so genau, was passiert ist, beobachtet aber sehr interessiert die vielen Polizisten, Bundeswehrangehörigen und Journalisten direkt vor ihrer Haustür in Nossentin. Und natürlich unzähligen Einsatzfahrzeuge, die vorbei rasen, sowie die Hubschrauber, die in der Luft kreisen. Zu dieser Zeit werden im sozialen Netzwerk bereits Videos vom Absturz geteilt, diskutiert, aber leider auch respektlos kommentiert

Mit einem Hubschrauber der Luftwaffe kommt Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen an den Unglücksort und wird bereits von MV-Innenminister Lorenz Caffier erwartet. Sie redet von einem schweren Tag für die Bundeswehr und spricht den Angehörigen des verstorbenen Piloten ihr Beileid sowie Mitgefühl aus.
Die Ministerin wirkt schockiert und berichtet, dass kurz vor 14 Uhr drei Eurofighter in Rostock-Laage zu einem Übungsflug gestartet sind – ohne Munition. Etwa 20 Minuten später kam es dann aus bislang noch nicht geklärter Ursache zu einer „Berührung“ von zwei Flugzeugen. Beide Schleudersitze, so die derzeitigen Erkenntnisse, haben ausgelöst. Die beiden Kampfflugzeuge stürzten ab – eines am Denkmal in Nossentin, das andere etwa zehn Kilometer entfernt auf einem Feld in Nossentiner Hütte.

Die Einsatzkräfte aus der Müritz-Region – Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst – waren sehr schnell vor Ort und verhinderten in Nossentin einen Waldbrand. Denn dort, wo das Flugzeug abgestürzt ist, herrscht bereits hohe Waldbrandgefahr. Zu diesem Zeitpunkt setzen die Müritzer Einsatzkräfte ihr Leben aufs Spiel, denn sie wissen nicht, ob Munition an Bord war oder nicht. Sie zeigen aber keine Angst, sondern machen ihren Job.

Die Polizei hat die Absturzgebiete inzwischen weiträumig abgesperrt und leitet nachrückende Einsatzkräfte sowie die Journalisten, die aus dem gesamten Land ankommen, zu seiner Sammelstelle nach Nossentin. Polizisten rücken aus, um die Wälder und Felder abzusuchen – nach Flugzeugteilen, aber auch nach den Piloten.

Einer kann nach etwa einer Stunde in etwa 20 Metern Höhe in einem Baum in Nossentiner Hütte gefunden werden. Die Einsatzkräfte sind erleichtert, dass er sich bemerkbar macht – er lebt. Die Bergung aus der Höhe war kompliziert, aber auch das gelingt den Rettern relativ schnell. Der verletzte Pilot wird mit einem Rettungshubschrauber, der auf dem Sportplatz in Nossentiner Hütte gelandet ist, in eine Klinik nach Rostock geflogen. Wie es ihm geht und wie alt er ist, möchte die Verteidigungsministerin noch nicht sagen.

Etwa eine weitere halbe Stunde später werden Leichen-Teile in der Nähe von Silz gefunden. Sie stammen, wie man jetzt weiß, von dem zweiten Piloten. Den Bundeswehrangehörigen, die vor Ort sind, steht die Trauer um ihren Kameraden ins Gesicht geschrieben. Einer von ihnen zittert, als er mit einem Vorgesetzten spricht und muss die Tränen zurückhalten.

Inzwischen hat die Bundeswehr die Einsatzleitung übernommen, die vielen Polizisten vor Ort sind „nur noch“ Helfer. Das Gebiet um die Absturzstellen bleibt weiterhin gesperrt. Es ist jetzt militärischer Sicherheitsbereich und wird streng bewacht. Und zwar nach Auskunft eines Bundeswehrsprechers so lange, bis auch das letzte Flugzeugteil gefunden wurde.

Die Einwohner von Nossentin werden in der kommenden Nacht sicherlich nicht viel schlafen können. Zu frisch sind die Ereignisse des Tages, zu drängend die Frage: Was, wenn die Flugzeuge nur einige Meter weiter abgestürzt wären?

Diese Frage stellen sich heute viele Menschen in Deutschland, die über das Unglück durch die verschiedenen Medien erfahren haben. Denn nicht nur hier an der Müritz üben Bundeswehrpiloten über bewohnten Gebieten.

 


19 Antworten zu “Flugzeug-Abstürze: Einwohner der Region mit vielen Schutzengeln”

  1. Maren Splitt sagt:

    Ich selbst bin Mutter eines Bundeswehrsoldaten und ich habe auch immer Angst um meinen Sohn und mir kommen die Tränen bei diesem Unglück und bei dem Gedanken an die Angehörigen, denen ich aus tiefstem Herzen mein aufrichtiges Beileid aussprechen möchte. Mein Dank gilt allen Retter dort vor Ort.

  2. Thomas Döring sagt:

    Wenn nur wenige hundert Meter neben einem ein Kampfjet aufschlägt, in einem Bundesland, das eine Touristenhochburg ist, dann frage ich mich, müssen wir das ertragen oder sollten wir langsam etwas gegen diesen Wahnsinn tun. Ich habe beide Jet’s vom Himmel fallen sehen aus nächster Nähe in Nossentiner Hütte und ich schwöre, ich werde etwas dagegen tun. Thomas Döring Gönnen

  3. Balou sagt:

    Ich muß Herrn Döring recht geben. Es kamm wie es kommen mußte, man hat immer gesagt irgendwann passiert es.
    In den Nachrichten wurde gesagt die Air Compat Übungen werden hier geflogen weil es angeblich ein Dünn
    besiedeltes Gebiet ist. Die Müritz und Umland ist eine Touristen Hochburg. Es heißt ja nicht umsonst LUFTKURORT.
    Die Bundeswehr soll mit ihren kaputt gesparten Schrott über der Ostsee üben. Mein Beileid für die Angehörigen des
    gestorbenen Piloten.
    .

  4. Karin sagt:

    Wozu noch Kampfflugzeuge , Waffen u.s.w. Im Ernstfall rettet das niemanden.

  5. MTL sagt:

    Für alle, die sich über die Hintergründe der Fliegerei über unseren Köpfen interessieren, ganz ohne Aluhut und Chemtrails:

    https://edr401mvpa.wordpress.com/

    Umfangreiche Lektüre, aber ordentlich recherchiert und mit Quellen dokumentiert.

    Wir leben in der Flugzone EDR-401 MVPA NE. So nennt das die Luftwaffe. Und der Pressesprecher des Geschwaders beschwichtigt immer nur und wiegelt ab, egal ob Überschallknall, Tiefflug, oder Lärm.

    Der Tod des Piloten schmerzt. Er war unnötig. Meine Gedanken sind bei den Helfern.

  6. Ed sagt:

    Die Abstürze waren vermutlich auch der enormen Verdichtung des Gesamtflugverkehrs im Gebiet der o.g. Flugzone zuzuschreiben. Wir wissen z.B. nicht, ob nicht zum Zeitpunkt des Zusammenstoßes wiedereinmal „Sportflugzeuge“ orts- und zeitgleich unterwegs waren – das passiert werktäglich regelmäßig im Gebiet der ED-R 401 MVPA NE. Die Flugzone ED-R 401 MVPA NE basiert u.a. auf den EU-Konzepten „(Advanced) Flexible Use of Airspace“, Bestandteil von „Single European Sky“, umgesetzt mittels „Military Variable Profile Area“. In ihr trainieren die Eurofighter, die aus Kostengründen aus den USA nach Deutschland zurück verlegt wurden. Und der Vorredner hat Recht: Es geht nicht um die übliche Verengung um Tiefflüge! Tiefflüge im Gebiet der ED-R 401 MVPA NE sind meistes unmittelbare Folge von oder gehen Luftkampfübungen in größeren Höhen voraus. Sie erfolgen im Vorfeld und im Nachhinein der immer öfter stattfindenden Luftbetankungsmanövern in mittlerweile drei (!) Luftbetankungsovalen über nahezu gesamt MV. Dabei wird die Bevölkerung und wird die Natur enormen Risiken ausgesetzt (Absturz/Kollision, JP8 NATO Treibstoff, erhöter Radarexposition, Lärm , Abgasen – besonders bei Tiefflügen u.a.).

    Wir von https://edr401mvpa.wordpress.com rufen dazu auf, die Planung, Aktivierung und ständige Erweiterung des Konstruktes ED-R 401 MVPA NE auf den Prüfstand zu stellen und eine Bürgerbeteiligung zu ermöglichen, eine gesellschaftliche Diskussion, eine informierte Öffentlichkeit. Erst wenn ein gesellschaftlicher Konsens besteht, sollte eine solche Flugzone aktiviert werden. Transparenz, demokratische Teilhabe, Bürgerbeteiligung, Primat der Politik, nicht des Militärs – Eckpfeiler und Grundwerte der Europäischen Union – diese mithin federführend bei o.g. Konzepten.

    Liebe Müritzer: Bitte erliegt nicht der Finte, kleinteilige Forderungen nach regionalen Einschränkungen von Tiefflügen aufzustellen. Auch das Brandenburger Wald- und Seengebiet ist betroffen, die Inseln Rügen und Hiddensee und alle anderen schönen (Ferien-)Regionen in Mecklenburg-Vorpommern und Nordbrandenburg, die sich innerhalb der ED-R 401 MVPA NE befinden. Diese Forderungen werden bereits seit Jahrzehnten in allen militärischen Flugzonen der Bundesrepublik immer wieder aus verschiedenen Anlässen erhoben – führen aber nie zu einer tatsächlichen Verminderung der Übungen bzw. zu einer tatsächlichen Diskussion des Themas.

    Die Linke in MV sollte sich mit ihren MdB und ihrer Bundestagsfraktion unterhalten. Dort ist dieses Thema seit Jahren auf der Tagesordnung – und zwar überregional. Warum der kleinstaaterische Rückschritt – und warum erst jetzt die Forderung nach Einstellung der Übungen?

    Es bedarf einer unabhängigen Instanz, die die Gründe für diese Abstürze ermittelt. Die Bundeswehr als alleinigen Ermittler einzusetzen, grenzt an eine Farce.

    • Gustav Gans sagt:

      https://de.wikipedia.org/wiki/Luftraum#Luftraumklassen

      Die Angaben sind in Fuß, also durch 3 rechnen und man hat die Zahl in Meter.
      Alles ab 3000 Meter ist durch die Flugsicherung geregelt, teilweise schon darunter.
      Es ist also eine Flugverkehrskontrollfreigabe erforderlich. Die bekommen sie nicht, wenn dort die Luftwaffe in diesem Moment eine Abfangübung (wie am Montag) abhält.
      Entweder werden sie umgeleitet oder in eine andere Höhe geschickt (über oder unter dem Übungsraum).
      Zusammenstoß ausgeschlossen, wenn sich alle an die Flugsicherung halten.

      • Fred sagt:

        Welche Angaben sind Fuß? Auf welche beziehst Du Dich??

        Gustav, Du solltest Dich mit dem Konzept „Advanced (!) Flexible Use of Aispace“ beschäftigen, welches erstmalig und europaweit einmalig an den Einwohnern von Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg getestet wird (Flugzone ED-R 401 MVPA NE). Es geht um die zeit- und ortsgleiche maximale Vermischung von zivilem mit militärischem Flugverkehr. Diese hat in den meisten ihrer Sektoren, in denen durchaus die nahe Annäherung von zivilen Linienmaschinen oder von Sportflugzeuge an übende Kampfjets. Zielflugzeuge der GFD, Luftbetankungsmaschinen von Bundeswehr, US Airforce oder Royal Airforce erfolgt, eine untere Höhengrenze von ca. 3000m. Doch selbst die Luftwaffe beschreibt auf luftwaffe.de, dass Übungen, wie die, die zum Absturz führten, bis auf 2800m herunter ausgeführt werden. Also im Luftraum unterhalb der militärischen Flugzone. Es sind damit Übungen, die direkt aus der heimlichen Aktivierung der ED-R 401 MVPA NE im Herbst 2013 resultieren, auch dann, wenn sie unterhalb – und damit (gut für Statstik-Tricks!) „außerhalb“ der Flugzone ED-R 401 MVPA NE stattfinden. Im Luftraum unterhalbe von FlightLevel 100 besteht im Gebiet der ED-R 401 MVPA NE werktäglich ein enorm hohes Risko der Fehlkalkulationen, weil routinemäßig Kampfjets in stark frequentiertem Luftraum für Kleinflugzeuge eingesetzt werden. Jeder kann das selber beobachten: https://adsbexchange.com – oder einfach mal genau in den Himmel schauen! Tiefflüge gehen bis auf 300m runter – und das komplett genehmigungsfrei und ohne, dass diese Flüge in Statistiken zum tatsächlichen militärischen Flugbetrieb im Gebiet der ED-R 401 MVPA NE erfasst würden – so vertuscht man das tatsächliche Ausmaß an Militarisierung der Gesellschaft im Nordosten Deutschlands durch werktäglichen Luftkrieg Light! Und im Gebiet der ED-R 401 MVPA NE darf per „Tiefflugkontigent“ (das gibt es wirklich! – fragen Sie IhreN AbgeordneteN!) bis auf 150m tief geflogen werden. Und das, obwohl diese Tiefflüge seit Jahrzehnten gesetzlich geregelt AUSGESETZT sind! Gustav, bitte aktualisiere Deine ansonsten offenbar sehr guten Kenntnisse der Details zum Thema. Es braucht Leute wie Dich, die die Dinge sachlich erklären können – aber die Fakten müssen im Detail stimmen. Was im Fall ED-R 401 MVPA NE leider schwierig ist, weil die Bestimmungen und ihre geografische Ausweitung sowie ihre Aufgabenbeschreibung und anderes andauernd quasi-heimlich abgeändert werden, ohne die Öffentlichkeit zu infomrieren: Änderungen sind immer nur in den kostenpflichten „Nachrichten für Luftfahrer“ nachzulesen und werden nie in den Medien berichtet. Es gibt nur eine Informationsquelle, die öffentlich einfach zugänglich ist: das von BürgerInnen ehrenamtlich aufrecht gehaltene Informationsportal https://edr401mvpa.wordpress.com

  7. Oscar sagt:

    Als fast unmittelbar betroffener Einwohner macht man sich natürlich Gedanken zu dem Thema. Ich unterstütze diejenigen, die sagen, diese Luftkampfmanöver gehören auf den Prüfstand. Ich frage mich, was unsere Landespolitiker zu diesem Thema zu sagen haben. Ich vermute , wie immer nichts, weil es unbequem ist. Es ist auch eine Schande in meinen Augen, dass die Ministerpräsidentin bei einem derartigen Unglücksfall weiter ihr Süppchen in der SPD -Zentrale kocht und nicht an Ort und Stelle in Ihrem Bundesland ist.
    Also SPD-Parteipolitik ist wichtiger!
    Wie gesagt, es ist eine Schande Frau Schwesig, nicht nur für Sie, sondern für unser Bundesland, wie Sie sich im konkreten Fall verhalten.

  8. Peter Sohr sagt:

    Am Dienstag hörten mehrere Anwohner zwei deutlich voneinander getrennte Explosionen. Wenn aber keine Waffen an Bord waren, was war das dann?

    Metallteile und der verwendete Treibstoff gerechtfertigt nicht das Tragen von Schutzanzügen.

    Das Gebiet wurde weiträumig abgeriegelt.

    Frage in die Runde: Was wird uns hier verschwiegen?

    • Gustav Gans sagt:

      Die Explosionen waren kontrollierte Sprengungen.
      Der Eurofighter hatte keine Bewaffnung an Bord. Diese Aussage stimmt, denn bei Luftkampfübungen über MV findet nur simulierter Luftkampf statt, ein scharfer Schuss findet nicht statt.
      In einem Kampfflugzeug befindet sich trotzdem Sprengstoff.
      Beispielsweise Absprengvorrichtungen für unterschiedliche Teile (Schleudersitz, Kabinendach, Außenlasten), aber auch die Scheinziele selbst (Chaff und Flares – Leuchtkörper).
      Am Boden wird das einfach gesprengt (kontrolliert), weil der Transport von beschädigten technischen Geräten mit Sprengstoff (nur ein paar Gramm) zu gefährlich ist. Der Finger kann trotzdem abgesprengt werden oder etwas ins Auge gehen.

      Schutzanzüge müssen aus unterschiedlichen Gründen angezogen werden.
      Erstens befinden sich in vielen technischen Bauteilen Stoffe, die bei Feuer giftige Dämpfe absondern. Auch bei Autos zum Beispiel.
      Zweitens befinden sich in einem Eurofighter auch für sich schon giftige Stoffe, die jetzt durch den Aufprall ausgetreten sein können und an allen Bauteilen kleben können. Deshalb soll man als Finder auch nichts berühren.
      Drittens hat das auch immer etwas mit Eigenschutz zu tun. Lieber auf Nummer Sicher gehen, auch wenn es nicht unbedingt notwendig war.

  9. Simon Simson sagt:

    Ich bin kein Fan des Fake-News-Geschrei, aber es sein anzumerken, dass man in den Medien zurückhaltend blieb. Stundenlang berichtete der NDR mit Eilmeldungen, dass in MV Flugzeuge abgestürzt seien und man den Unfallort noch nicht genau kenne. Da waren die mehr oder weniger „sozialen“ Netzwerke schneller und genau. Sogar in den Hauptnachrichten blieb man in der Ausdrucksweise vorsichtig. Trümmerteile seien in der Nähe des Hütter Kindergartens niedergegangen. Unpräzise. Sie gingen auf dem Spielplatz nieder. Ist das nicht IM Kindergarten? Man sprach, es sei keine Munition an Bord gewesen. Trotzdem wurde bei 35 Grad das Gelände nicht nur in ABC-Schutzanzügen, sondern teilweise mit angelegten Gasmasken abgesucht. Mal sehen, ob scharf nachgehakt wird. Das wird aber wenig bringen, wenn die Ermittlungen sofort an die Bundeswehr abgetreten wurden. Macht man den Bock zum Gärtner?
    Und die Politik? Frau Schwesig eiert mit dem erst mal Abwarten, was das Militär preisgibt, herum, wo sie es als Arbeitsplatzbeschaffer nicht verprellen will. Ein Freibrief, gesetzte Regeln zu Anzahl Überflüge und Flughöhen systematisch zu brechen und auch weiter verbotene Tiefstflüge scharf über unseren Blitzableitern und Satellitenschüsseln stattfinden zu lassen.

  10. Ed sagt:

    Der Hinweis auf die ABC-Schutzanzüge ist treffend. Es gibt Fotos davon, z.B. im nordkurier – jedoch mit einer unzusammenhängenden Bildunterschrift. Die explosionsähnlichen Geräusche waren bis in den Raum Stechlin-Ruppin zu hören ( laut Rückmeldungen auf https://edr401mvpa.wordpress.com ). Fotos vo überfliegenden Eurofightern, augenommen und publiziert vor ein paar Tagen auf o.g. Website, zeigen Unterbauten an den Tragflächen. Es kann sich natürlich auch um Tanks o.ä. handeln. Dennoch ist zu bezweifeln, dass ABC-Schutzanzüge ohne Grund angelegt werden.

  11. Ed sagt:

    Am heutigen 26.6.2019 flogen Kampfjets von westlichen Stützpunkten aus, ähnliche Einsätze über der Region Müritz, in gleicher Flughöhe wie die Unglücksmaschinen. Drastischer kann man seine Geringschätzung der betroffenen Bürgerinnen und Bürger als Bundeswehrplaner nicht ausdrücken. Die Flugmuster werden in Kürze auf https://edr401mvpa.wordpress.com veröffentlicht werden – zumindest die, die per MODE-S / MLAT sichtbar gemacht werden können. Wenn Sie die heutigen Flüge in der Region Müritz beobachtet haben, schreiben Sie bitte an edr401mvpaATTposteo.eu oder hinterlassen Sie hier auf dieser Website eine Beschreibung. Alle betroffenen können jederzeit unter https://adsbexchange.com einen Teil der aktuell laufenden Luftkriegsübungen über Mecklenburg-Vorpommern und Nordbrandenburg verfolgen. Die Website kann nur darstellen, was die Empfänger im Land erfassen. Diese können nur dann etwas erfassen, wenn die betreffenden Fluggeräte MODE S Transponder aktiviert haben – was bei militärischen Flugübungen oft nicht der Fall ist – und wenn mindestens drei oder vier Empfänger zeitleich die MODE S Signale eines Flugzeugs empfangen (bei Tiefflügen so gut wie nie möglich, da zu wenige Empfänger im Nordosten Deutschlands arbeiten). Es sind meistens mehr Kampfjets in der Luft, als per MODE S / MLAT darstellbar sind. Gelegentlich fallen die Server der Website aus. Es handelt sich um eine nichtkommerzielle Website, die auf die Unterstützung ihrer internationalen Nutzer angewiesen ist.

  12. Meitzner sagt:

    Ein paar Fragen:
    War Uranmunition an Bord? Wenn nein, um welche Art Umweltkontamination ging es? Was ist, wenn nicht alles gefunden wird? Warum verteilt die Bundeswehr an Einwohner in Jabel, Silz, Nossentiner Hütte keine ABC-Schutzanzüge, Gasmasken, Gummihandschuhe bis zum Ellenbogen? Wäre auch gut für Urlauber am Strand. Wer hat diese als vermindert schutzwürdig eingestuft? Frau Schwesig, Frau von der Leyen oder beide? Die blonden Damen sind in einer militärisch höheren Mission unterwegs. Nebensache, uns zu verarschen. Das leuchtet ein. Aber wissen sie, was ihr Job sonst wäre? Nicht mehr und nicht weniger, als UNS im Politbetrieb und bei Regierungsentscheidungen zu vertreten? Ja aber? Wie sehen diese Entscheidungen aus? Wir wissen es, denn heute wurde wieder über Waren geflogen und zwar tief! Dankeschön. Hatten die Jets wenigstens dieselben Gefahrstoffe an Bord? Das sollte so sein, es gilt militärische Klarheit. Biologische oder chemische Waffen? Atomare Sprengkörper oder nur Schwermetallmunition? Gehen unsere Entscheidungsträger mit ihrem Militär davon aus, dass die Statistik mit dem Unfall für eine Weile erfüllt ist und deshalb nichts passiert? Dann: Volle Düse!

    • Gustav Gans sagt:

      Nein, Uranmunition war nicht an Bord.
      Die Bundeswehr benutzt keine Uranmunition.
      ABC-Schutzanzüge sind nicht notwendig, es sei denn sie wollen sich direkt an den Absturzort begeben.
      Gummihandschuhe benötigen sie auch nicht, denn sie sollen die Bauteile gar nicht anfassen!
      Biologische Waffen hat Deutschland nicht.
      Chemische Waffen hat Deutschland nicht.
      Atomare Waffen hat Deutschland nicht. (Nukleare Teilhabe ausgenommen, aber damit fliegt keiner bei einer Übung, die liegen nur im Bunker)
      Schwermetalle haben sie wahrscheinlich sogar in der Wohnung, mit Sicherheit aber im Auto.

      Es wird versucht wirklich jede Schraube zu finden.
      Deshalb durchsuchen auch so viele Soldaten die Felder.
      Allein schon aus Untersuchungsgründen.

      • S. sagt:

        Ist das noch giftig, wenn wir da später Pilze sammeln wollen?? Und das Getreide wo auch Wrackteile ‚runtergekommen sind, kann man das überhaupt essen? Später hat man dann irgendwelche Krankheiten, die gut bekannt sind und die keiner selber haben will. Die Mediziner zucken dann die Schultern und man hört Worte wie „Möglicherweise Umweltfaktoren können die Ursache sein“.
        Wenn bei uns einer nur ein Gartenfeuer macht, dann ist schnell der Teufel los und nun SOWAS??? Die zurückhaltende Berichterstattung in den Medien wie z.B. ARD und ZDF lassen ein bodenloses Misstrauen entstehen. Nochmal: Ist der Staub der bei der Verbrennung entstand etwa giftig und nun in alle Windrichtungen verteilt?

      • Meitzner sagt:

        Viele Antworten Herr Gans, aber keine, die einleuchtend erklären könnte, warum die Soldaten wie nach einem Atombombenabwurf im verstrahlten Terrain oder nach einem Einsatz mit Chemie- oder biologischen Waffen herumlaufen.
        Wenn es nur darum ginge, wie Sie schreiben, keine gefährlichen Stoffe zu berühren, hätte man dazu eine Gasmaske gebraucht? Mir kommen ihre Erläuterungen auffällig dämpfend vor, so wie die der Politiker, als hätten sie diesen Zweck.

        • Gustav Gans sagt:

          Wenn sie ein Bauteil hochheben, fällt teilweise der giftige Staub ab.
          Dieser Staub wirbelt dann um einen leicht herum und könnte dann eingeatmet werden.
          Deshalb eine Gasmaske.
          Stellen sie sich vor, sie haben im Schlafzimmer auf dem Kleiderschrank eine alte Lampe stehen.
          Nach 2 Jahren wollen sie diese vom Schlafzimmer zum Mülleimer bringen.
          Man sieht zwar nicht den Staub der abfliegt, aber er fliegt in ganz kleinen Mengen ab.

          Was mit dem giftigen Staub auf den Feldern passiert weiß ich auch nicht genau.
          Wahrscheinlich durch Regen in das Erdreich gespült und dort ist er ja nicht so schlimm.
          Da kann Wir sind Müritzer aber gerne mal bei Fachkundigen nachfragen.

          Asbest ist auch nicht schlimm und auf den Garagendächern kein Problem.
          Nur der Asbeststaub ist ein Problem und eine eingebrochene oder angebrochene Platte sollte man extrem vorsichtig behandeln.

          Zur Klarstellung, das Problem ist das Einatmen. Deshalb Gasmaske

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