Anzeige
Anzeige

Kita-Träger verlangt „Entschuldigungszettel“ von den Eltern

3. August 2015

Bevormundung oder einfach nur übliche Praxis? Die Sommer-Schließung von Kitas in der Müritz-Region kommt bei einigen Eltern gar nicht gut an. Dabei geht’s aber gar nicht einmal um die zweiwöchige Schließung an sich, sondern viel mehr um die Art und Weise, wie das Jugend- und Sozialwerk (JuS) als Träger verschiedener Kindertagesstätten vorgeht. Denn das gemeinnützige Unternehmen verlangt von den Eltern, die ihre Kids in die „Ersatz-Einrichtung“ bringen wollen oder müssen, neuerdings einen „Entschuldigungszettel“ vom Arbeitgeber.

„Die spinnen doch wohl. Ich habe mit dem Jugend- und Sozialwerk einen Betreuungsvertrag für mein Kind. Und wenn die meinen, dass sie zwei Wochen dicht machen können, haben wir ja wohl ein Recht darauf, unser Kind in die Ersatz-Kita zu bringen. Aber nein, wir sollen eine Bescheinigung unseres Arbeitgebers bringen, in der steht, dass wir zu diesem Zeitpunkt keinen Urlaub machen dürfen“, berichten mehrere Eltern gegenüber „Wir sind Müritzer“.

Und tatsächlich, das Jugend- und Sozialwerk verlangt so einen „Entschuldigungszettel“. Das bestätigte Hanka Parusel als Regionalleiterin des JuS auf Nachfrage von „Wir sind Müritzer“.

daumen runterAuch einen Grund nennt die Mitarbeiterin des Kita-Trägers: „Leider mussten wir die Erfahrungen sammeln, wenn wir keine Abforderungen durch den Arbeitgeber verlangen, dass nicht wenige Kinder keinen Urlaub haben und die Kita ohne Unterbrechung besuchen. Unserem pädagogischen Verständnis nach haben auch Kinder ein Anrecht auf gemeinsame Zeit“, so Hanka Parusel.

Eltern empfinden Unterstellung als Frechheit

„Das ist ja wohl die Höhe. Da wollen die uns vorschreiben, wann wir mit unseren Kindern Urlaub zu machen haben. Wir waren mit unseren Kids schon im Juni oder Juli weg und lassen uns vom Jugend- und Sozialwerk bestimmt nicht aufdiktieren, dass wir ausgerechnet in diesen zwei August-Wochen mit unseren Kindern Urlaub machen“, so betroffenen Eltern, die es als Frechheit empfinden, wenn man ihnen unterstellt, dass sie mit ihren Kids gar keine Zeit verbringen wollen, weil sie die Ersatz-Kita nutzen möchten.

Das Jugend- und Sozialwerk betreibt die Kitas „Fröbel“, „Bummi“, „Tiefwarensee“ und „Welt-Entdecker“ in Waren sowie das „Spatzennest“ in Grabowhöfe und die Einrichtung „Sonnenschein“ in Hohen Wangelin. Die Warener Kitas schließen vom 17. bis 28. August, als Ausweich-Kita dient die Einrichtung „Welt-Entdecker“.
Von den 470 Mädchen und Jungen, die in den sechs Kitas der JuS betreut werden, besuchen 66 die Ausweich-Kita. Aus allen Einrichtungen werde eine vertraute Erzieherin mit dabei sein.

Die Schließzeiten, so Hanka Parusel weiter, nutze man auch, um Urlaubsansprüche der Mitarbeiter zu bedienen.

„Alles gut, sollen sie. Aber uns zu zwingen, einen Entschuldigungszettel vom Arbeitgeber zu bringen und vorzuschreiben, wann wir Urlaub zu machen haben, geht absolut nicht“, meinen die Eltern und wollen nach der Sommerpause das Gespräch mit dem Landkreis suchen.


6 Antworten zu “Kita-Träger verlangt „Entschuldigungszettel“ von den Eltern”

  1. Eileen sagt:

    Die Schließzeiten werden bereits lange im Voraus bekannt gegeben. Ebenso alle anderen wichtigen Termine. Also alles planbar. Wir können froh sein liebe Eltern, dass es überhaupt eine Ausweichkita gibt-das gibt es nicht überall. Und Erzieher haben auch mal Urlaub. Und diesen „Entschuldigungszettel“ gibt es auch schon viele Jahre. Wo ist das Problem? Wenn keine Zeit für Urlaub, gibt’s ja wohl kein Problem sich das vom Arbeitgeber bestätigen zu lassen. Der Bericht liebe Müritzer warmal wwieder Ü

  2. sabine sagt:

    Und was ist daran nun so schlimm? Da bringt man eben den Zettel und gut. Oder trauen sich einige nicht zum Arbeitgeber zu gehen ? Man man , man kann aus einer Mücke aber auch ein Elefanten machen.

  3. Deli sagt:

    Ich kann die Erklärung seitens JuS schon verstehen, den es gibt leider auch solche Eltern, am besten das Kind jeden Tag von morgens bis abends im KIGA und das ohne wichtigen Grund (Arbeit) … aber es sollte reichen das die Eltern einen Arbeitsplatz vorweisen außerdem sieht doch der KIGA auch wann das Kind im Vorfeld schon abgemeldet war um evtl. mit den Eltern im Urlaub zu sein, viele sind es nun mal auch gleich die ersten beiden Ferienwochen, gerade wenn es Geschwisterkinder gibt die in der Schule sind.

    Und immer daran denken das auch die Erzieher mal Urlaub machen wollen, (den sie teilweise übrigens genauso vorgeschrieben bekommen!!!) viele haben auch Kinder und wollen Zeit mit Ihnen verbringen und wenn die KIGA`s nun die 2 Wochen nach den Urlaub der einzelnen Eltern legen wollen wird das nie was weil man da sicher nie eine Einigung findet, da eben jeder anders Urlaub hat.
    Es gibt nicht ohne Grund Schließzeiten und später Ferien, die insgesamt noch viel länger dauern.
    Und viele Arbeitgeber (nicht alle!) gehen da schon drauf ein, die Ferien und auch Schließzeiten sind nun mal lang genug im Vorfeld bekannt. Das viele Eltern sauer sind kann ich auch verstehen, ich finde nur das ihr auf die falschen sauer seid …

    Und wem es überhaupt nicht passt … es gibt noch zig andere KIGA`s wo die Kids betreut werden können, vielleicht ohne Entschuldigungszettel vom Arbeitgeber. Den immer ist es JuS worüber sich aufgeregt wird, wenn die so schlimm sind verstehe ich nicht warum so viele ihre Kinder dort hin bringen …
    Und soweit ich mich erinnern kann sind es bei JuS immer die letzten beiden Augustwochen wo die Schließzeiten sind, also NEU ist DAS zumindest nicht … und nun wo es um so einen Zettel geht findet man gleich alles doof …

    Warum seid ihr eigentlich so extrem sauer? Habt ihr etwa nicht nach Urlaub in den 2 Wochen gefragt und euer Chef würde nun rein schreiben das ihr Urlaub bekommt?

  4. Frank sagt:

    Hihi DDR 2.0, sowas gibt es in Rechlin nicht, seit wann muss der Kunde sich nach der Firma richten.
    In Rechlin ist der Kita immer auf und die Erzieher haben Urlaub, was ist das Problem.
    Die Staffel es, mal hat der eine Urlaub, mal andere, es werden die Gruben übernommen von den Kollegen, die kein Urlaub haben. Da ist der Kunde König! Die haben immer noch nicht Gelernt, was Service bedeutet.

    Schöne Gruß aus Rechlin

  5. k.frind sagt:

    Wozu ein Entschuldigungszettel? In den Kitaverträgen steht doch eigendlich drine,welche Eltern arbeiten.Ich finde das müßte ausreichend sein.Wie diese Eltern ihren eigenen Urlaub auf’s Jahr verteilen,sollte deren Sache bleiben,alles andere wäre schon Bevormundung. Warum sollen Eltern die arbeiten,hohe Kitagebühren zahlen sich dafür auch noch entschuldigen. Wenn sie zahlen haben sie auch ein Recht auf Leistung,ohne sich dafür entschuldigen zu müßen.Auch Eltern können nicht Urlaub nehmen wie sie lustig sind,gerade jetze in der Saison.Wenn im Kitavertrag steht das jemand im Gastgewerbe arbeitet,ist es doch wohl logisch,das diese Eltern gerade jetzt kein Urlaub bekommen,da ist ein zusätzlicher Entschuldigungszettel mal daneben

  6. Schulz sagt:

    Erstmal muss meine Person dazu mitteilen das ich die beiden Seiten verstehen kann.
    Nun aber zu den Herr / Frau Frank.
    Hallo was bitteschön hat ein Firma + Kunde ist König damit zutun.
    Es geht doch nicht um eine Dienstleistung sondern vielmehr geht es um Urlaub der KITAS – Erzieherin.
    Wie schon auch in den Beitrag mittgeteilt wurde das die Schließzeiten bekannt gegeben wurden im Vorfeld.
    Weiterhin die DDR war auch nicht so schlecht also bitteschön nicht immer auf die DDR – Zeit rumhacken.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*