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Kommentar zur Dringlichkeitssitzung der Stadtvertreter in Waren

28. Dezember 2018

Kein Bock auf Politik? Die machen eh alle was sie wollen? Und das am liebsten noch im stillen Kämmerlein? Politiker, egal ob in Brüssel, Berlin oder Waren an der Müritz haben’s derzeit nicht unbedingt leicht. Sie und ihre Arbeit werden unwahrscheinlich kritisch beäugt, selbst gute Argumente verhallen im Nichts, und glauben will ihnen auch kaum noch jemand. Während viele Reaktionen auf politische Entscheidungen zweifellos nichts mit gesundem Menschenverstand zu tun haben, sind einige auch durchaus nachvollziehbar. Und sie werden vor allem von jenen hervorgerufen, die gemeint sind.
Warens Stadtvertreter Ralf Schütze (auf dem Foto links), der seit vielen Jahren für die SPD mitentscheidet, ist so ein Politiker, der dafür sorgt, dass selbst jene Einwohner den guten Glauben an die Politik verlieren, die bislang noch immer versucht haben, das Gute herauszupicken.
Ralf Schütze ist ein Mann, der sich auskennt. In der Baubranche. Deshalb leitet er auch den Stadtentwicklungsausschuss. Aber Ralf Schütze scheint auch ein Mann zu sein, der nicht so viel von seinen Wählern hält. Das hat er auf der Dringlichkeitssitzung der Warener Stadtvertreter in dieser Woche nicht zum ersten Mal bewiesen. Er mag nämlich keine Zuschauer. Würde lieber hinter verschlossenen Türen Politik machen, ganz nach dem Motto: Wir entscheiden und Ihr bekommt später die Ergebnisse.
Genau das wollte der Sozialdemokrat auch am Donnerstagabend. Gleich zu Beginn der von Bürgermeister Norbert Möller gewünschten Dringlichkeitssitzung zum Aqua Regia Park beantragte er nämlich, die Öffentlichkeit auszuschließen. Es war eine Sitzung, in der mehr als 30 Warener und damit so viele Zuschauer wie selten, verfolgen wollten, wie die Stadtvertreter auf die angekündigten Schadenersatzforderungen reagieren. Eine Sitzung, in der auch zahlreiche Medienvertreter zugegen waren, um zu berichten, ob Investor Gregor Schmidt mit seinen Drohungen durch kommt.
Und was macht Ralf Schütze? Er will sowohl die Zuschauer als auch die Medien mit fragwürdigen Argumenten aussperren. Wenn das keine transparente Politik ist?
Die Mehrheit der Stadtvertreter hat seinem Anliegen zum Glück die kalte Schulter gezeigt, auch Warens Bürgermeister  Norbert Möller sprach sich dagegen aus.
Die Öffentlichkeit konnte Ralf Schütze also Gott sei Dank nicht aus dem Sitzungssaal werfen lassen, aber mit seinem Antrag hat er der ohnehin schon großen Politikverdrossenheit erneut reichlich Nahrung gegeben und der gesamten Stadtvertretung einen Bärendienst erwiesen.


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4 Antworten zu “Kommentar zur Dringlichkeitssitzung der Stadtvertreter in Waren”

  1. Simo sagt:

    Vielen Dank für diesen detaillierten Bericht.

  2. Eckhard Kloth sagt:

    Wahrscheinlich ist Herrn Schütze dieses Possenspiel selbst schon peinlich. Aber da das nun mal alles in der Öffentlichkeit geschieht, muss er die Suppe eben auslöffeln, die er sich mit eingebrockt hat. Dass er in dem Schmidt keinen vertrauenswürdigen, ehrlichen und glaubwürdigen Partner hat, sollte doch allmählich auch dem Letzten aufgegangen sein. Dem würde ich gewiss nicht mal den Bau einer Hundehütte anvertrauen! Unsere Stadtvertreter täten gut daran, diesem sogenannten Investor eine ganz klare, von Anwälten vorbereitete, Antwort auf seinen Erpressungsversuch: SO NICHT HERR SCHMIDT! In diesem Sinne wünsche ich mir etwas mehr Mumm von der Warener Stadtvertretung. Leute, ihr seid doch keine Schäfchen, die sich einfach so zur Schlachtbank führen lassen!

  3. oscar sagt:

    Danke für diesen Beitrag von WsM.
    Wer solche Leute wählt, ist selbst daran schuld. Bald sind Kommunalwahlen, vielleicht denkt der Eine oder Andere mal gründlich nach, wen er so wählt?
    Stadtvertreter, die gegen die Öffentlichkeit und die Presse sind? Sehr fragwürdig, oder hat man etwas zu verbergen?
    Es wird Zeit, dass das SPD „Geküngel“ in dieser Stadt aufhört.

    • Hermann W. sagt:

      Hier ist doch nicht die Frage ob man was zu verbergen hat, sondern; was hat man zu verbergen? Recherche-Team „NDR, WDR u. Süddeutsche“ an die Arbeit. Kann mir vorstellen, dass da noch einiges auf den Tisch kommen würde.

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