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Nach acht Jahren Arbeitslosigkeit einen neuen Job mit Hilfe des Familiencoaches

28. September 2018

41 Jahre, alleinerziehend mit zwei Kindern, keinen Berufsabschluss und seit knapp acht Jahren arbeitslos – das sind nicht die besten Voraussetzungen für eine junge Frau, wieder eine Arbeit zu finden.
Jeanette Hofmann aus dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte ist aber ein Beispiel dafür, dass es möglich ist – wenn man es wirklich will. Sie hat mit ihren 41 Jahren schon viel erlebt.

Ihre Lehre zur Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk musste sie 1996 im 2. Lehrjahr aus gesundheitlichen Gründen abrechen. Sie wechselte in den Betrieb der Eltern – ein Immobilienbüro – und arbeitete dort ungelernt als Sachbearbeiterin. 1998 machte sie sich mit einem Reisebüro selbstständig. Mit der Geburt ihrer ältesten Tochter im Jahr 2001 gab sie diese Selbstständigkeit auf und folgte ihrem Partner, der bei der Bundeswehr beschäftigt war, erst nach Plau und dann nach Aachen. Dort war sie lediglich geringfügig im Reinigungsbereich tätig.

Nach der Trennung von ihrem Partner rief die alte Heimat und sie zog 2010 in einen Ort bei Friedland. Dort wohnt sie noch heute und ist seit dieser Zeit beim Jobcenter Mecklenburgische Seenplatte-Süd gemeldet.

Gemeinsam mit den Vermittlern sucht sie seitdem eine Beschäftigung. Aufgrund ihrer Vorgeschichte und der persönlichen und familiären Situation kein allzu leichtes Unterfangen, denn zwischenzeitlich hat Jeanette Hofmann zwei Kinder, die sie alleine erzieht.

Im Juni dieses Jahres erhielt Frau Hofmann von ihrer Vermittlerin das Angebot der Teilnahme am Projekt „Familiencoach“ beim AFZ Friedland e.V. In diesem Projekt soll den Teilnehmern der Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt erleichtert werden. Gemeinsam mit den Dozenten und Sozialpädagogen werden ganz individuelle Hilfen angeboten, um die Probleme auf dem Weg in eine Beschäftigung zu meistern.
Finanziert wird das Projekt aus Mitteln des Jobcenters und des Europäischen Sozialfonds (ESF). Die Teilnehmer nehmen in aller Regel sechs Monate an dieser Maßnahme teil. In Einzelfällen kann die Teilnahme bis auf zwölf Monate verlängert werden.

Jeanette Hofmann war zunächst nicht überzeugt von dem Angebot, nahm es aber an. Auch in den ersten Wochen der Teilnahme legte sich die Skepsis nicht – sie fühlte sich unwohl. Viele Gespräche mit den Sozialpädagogen des Projektes folgten, in denen sie deutlich machte, dass sie nicht „rumsitzen“ möchte, sondern aktiv sein will. Sie äußerte immer wieder den Wunsch nach einem Praktikum.

Gemeinsam gelang es, Frau Hofmann in ein Praktikum im Friedländer Seniorenpark zu vermitteln. Dort war sie sowohl mit Betreuungs- als auch mit Pflegearbeiten beschäftigt und fand Spaß an der Tätigkeit. Sie hatte ein gutes Verhältnis zu den älteren Menschen, und die Chemie im Team stimmte auch. Nach Abschluss des Praktikums erhielt sie von der Leitung des Hauses eine Beurteilung. Man war mit ihrer Arbeit sehr zufrieden. Eine Einstellung war jedoch nicht möglich und so nahm die 41-Jährige weiter am Projekt „Familiencoach“ teil.

Mitte September erhielt sie plötzlich und für sie völlig unerwartet einen Anruf aus dem Seniorenpark. Man bot ihr ganz kurzfristig einen Arbeitsvertrag für 30 Stunden als Betreuungsassistentin an.

Nun galt es, blitzschnell zu handeln. Bewerbungsunterlagen mussten erstellt, die Versorgung der Kinder musste geregelt werden – es war viel zu tun.
Die älteste Tochter beginnt ab 1. Oktober eine Ausbildung in Neubrandenburg und braucht eine Unterkunft. Die Jüngste ist gerade eingeschult worden und der Tagesablauf ist zu ordnen, denn Frau Hofmann wird künftig im Schichtdienst arbeiten und muss morgens teilweise vor ihrer Tochter aus dem Haus. Aber auch das Problem hat sie mit Unterstützung ihrer Schwester, die nebenan wohnt, gelöst.

Die Friedländerin ist natürlich aufgeregt, aber im positiven Sinn – und sie freut sich! Sie hat eine lange Durststrecke überwunden und ist zu Recht stolz auf das, was sie erreicht hat.

In der Nachbetrachtung sagt sie nun: „Für mich hat sich die Teilnahme an dieser Maßnahme ausgezahlt. Ich war sehr skeptisch, aber das hat sich gewandelt. Die Möglichkeit, meine Probleme immer wieder mit den Sozialpädagogen zu besprechen, hat mir sehr geholfen. Ich bin dem Jobcenter und dem AFZ sehr dankbar, dass ich hier sein durfte.“

Das Projekt „Familiencoach“ beim AFZ Friedland e.V. wird ab 1.10.2018 für ein weiteres Jahr weitergeführt.


Eine Antwort zu “Nach acht Jahren Arbeitslosigkeit einen neuen Job mit Hilfe des Familiencoaches”

  1. Heiner sagt:

    Ich wünsche Jeanette viel Glück und Durchhaltevermögen.

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