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Nach fünf Jahren Bauzeit: Verkehr rollt über Petersdorfer Brücke

19. November 2020

Seit heute, 11.30 Uhr, rollt der Verkehr über beide Teilbauwerke der neuen Petersdorfer Brücke auf der Autobahn 19 zwischen Wittstock und Rostock – zunächst auf insgesamt drei Fahrstreifen. Voraussichtlich am 4. Dezember wird nach Restarbeiten der zweite Fahrstreifen in Richtung Rostock freigegeben. Nach Abschluss aller Restarbeiten am 18. Dezember stehen pünktlich zum Weihnachtsverkehr wieder zwei reguläre Fahrstreifen plus Seitenstreifen je Richtung zur Verfügung. Parallel zum Ersatzneubau der 264 Meter langen Petersdorfer Brücke wurden die Anschlussstelle Waren (Müritz) sowie in deren Bereich die Bundesstraße 192 erneuert und dort ein straßenbegleitender Radweg angelegt. Baubeginn war im Juni 2015. Die Kosten für die gesamte Baumaßnahme in Höhe von ca. 62 Millionen Euro trägt der Bund. Einige Millionen flossen aber auch während der Bauarbeiten zurück in die öffentliche Hand – durch die auf der Brücke installierten Blitzer.

„Ich bin sehr froh, dass dieses Großprojekt jetzt abgeschlossen wird und wir somit die A 19 zum Jahresende in gutem Zustand an die neue Bundesautobahngesellschaft übergeben können. Das ist nur dank einer sehr guten Zusammenarbeit von Bund, Deges, Kommunen vor Ort, dem Land und den am Bau beteiligten Planern und Firmen gelungen, für die ich mich ausdrücklich bedanken möchte“, sagt Mecklenburg-Vorpommerns Verkehrsminister Christian Pegel.

„Hochwertige Ingenieurbauwerke wie die Petersdorfer Brücke sind unerlässlicher Teil des Bundesautobahnnetzes. Endlich steht in Kürze die A 19 als zügige und sichere Hauptverbindung für Wirtschafts- und Freizeitverkehre zur Ostsee wieder uneingeschränkt zur Verfügung“, sagt Enak Ferlemann, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, zur Freigabe und fügt hinzu: „Erhebliche Investitionen des Bundes belegen auch hier den Kraftakt, den wir für Erhalt und punktuelle Ergänzung hochmoderner Infrastrukturen unternehmen – gut investiertes Geld für unsere Infrastruktur.“

Michael Herbst, Projektleiter der Deges, die als Autobahngesellschaft von Bund und Ländern das Projekt betreute, fasst rückblickend zusammen: „Insbesondere die Gründungsarbeiten für das erste Teilbauwerk waren wegen des schwierigen Baugrunds eine ingenieurtechnische Herausforderung. Die Erfahrungen, die wir dort gesammelt haben, kamen uns jedoch beim Bau der zweiten Brückenhälfte zugute, der reibungslos ablief und im geplanten Zeitrahmen abgeschlossen wurde.“

Christian Pegel verwies darauf, wie sehr sich die Lage an diesem Nadelöhr entspannt hatte, nachdem die erste Brückenhälfte im Juli 2018 fertig war: „Die bis dahin nur einspurige Verkehrsführung je Richtung konnte auf zwei – wenn auch eingeengten – Spuren je Richtung erweitert werden und lange Staus waren damit Geschichte. Das stimmt mich zuversichtlich, dass sich die Verkehrslage im kommenden Jahr auch auf der A 20 bei Tribsees deutlich entspannen wird. Mit dieser zweiten großen Autobahnbaustelle in unserem Land, die sich ebenso unerwartet aufgetan hatte wie die marode Petersdorfer Brücke, sind wir trotz der großen Herausforderungen weit vorangeschritten und können sie gut vorbereitet an den Bund übergeben.“

An der Petersdorfer Brücke sind noch einzelne Restarbeiten zu erledigen: Leitplanken müssen komplettiert werden, die Fahrbahn Richtung Wittstock erhält ihre endgültige Markierung und die Mittelstreifen-Überfahrten, die für die bisherige Verkehrsführung erforderlich waren, werden zurückgebaut.


Eine Antwort zu “Nach fünf Jahren Bauzeit: Verkehr rollt über Petersdorfer Brücke”

  1. Peter Sohr sagt:

    Zeit wurde es aber auch.

    Des Lobes voller Worte steht die ernüchternde Statistik entgegen. Bemüht man diese, stellt man fest, jeder Zentimeter kostete 2348 Euro. Für die 264 m Länge wurden immerhin 2010 Tage Bauzeit gebraucht, also glatte 66 Monate.
    In der doppelten Zeit von 10 Jahren zwischen 2001 und 2011 wurden in ganz Deutschland aber 1000 km Autobahnen incl. diverser Brücken neu gebaut.

    Keines Weges also ein Grund sich mit Rum zu bekleckern.

    Was mich abschließend interessieren würde, wäre die Gesamtsumme der Einnahmen durch Geschwindigkeitsüberschreitungen und Strafmaßnahmen.

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